Aus Raspberry Pi Geek 02/2017

Sabayon ARM mit verschiedenen Desktops im Praxistest (Seite 4)

Abbildung 8: Mit der Erweiterung "Dash to dock" holen Sie sich ein Panel auf den Desktop von Gnome, das im Design an das Dock von Mac OS X erinnert.

Abbildung 8: Mit der Erweiterung “Dash to dock” holen Sie sich ein Panel auf den Desktop von Gnome, das im Design an das Dock von Mac OS X erinnert.

Um nun zur Liste der Anwendungen zu gelangen, sparen Sie sich den Klick auf Activities und die aufwendige Animation, mit der das System die geöffneten Fenster zur Seite schiebt. Im Kontextmenü eines Icons bestimmen Sie durch einen Klick auf add to favorites, ob sich eine Anwendung dauerhaft im Dock positioniert.

Die Programme von LXDE geben sich weniger opulent gestaltet als jene von Gnome, nutzen als Basis jedoch ebenfalls das grafische Toolkit GTK. Von daher bietet es sich an, einige häufig benötigte Gnome-Anwendungen durch deren LXDE-Pendants zu ersetzen. Als Dateimanager eignet sich beispielsweise PcmanFM. Zusätzlich sparen Sie Rechenleistung ein, indem Sie in PcmanFM auf Edit | Preferences klicken und Listen als Standard für die Ansichten festlegen (Abbildung 9).

Abbildung 9: Wechseln Sie zur Listenansicht von PcmanFM, sparen Sie zusätzliche Ressourcen ein.

Abbildung 9: Wechseln Sie zur Listenansicht von PcmanFM, sparen Sie zusätzliche Ressourcen ein.

Darüber hinaus existiert im Gnome-Desktop unter Settings | Details | Default Applications die Möglichkeit, Standardanwendungen für bestimmte Aktionen zu definieren. Hier wählen Sie etwa für Bilder die Software von LXDE aus (Abbildung 10). Sie zeigt die Bilder wesentlich flotter an als der Gnome-Bildbetrachter.

Abbildung 10: Die ressourcenhungrigen Gnome-Standardanwendungen lösen Sie am besten durch deren schlanke LXDE-Pendants ab.

Abbildung 10: Die ressourcenhungrigen Gnome-Standardanwendungen lösen Sie am besten durch deren schlanke LXDE-Pendants ab.

Wettstreit

Um unseren Vergleich auch mit harten Fakten zu untermauern, haben wir die Leistungsfähigkeit der vier vorgestellten Desktop-Umgebungen mit einem Benchmark ermittelt. Dabei starteten wir den jeweiligen Desktop mit vier Programmen – Dateimanager, Terminal, Systemeinstellungen und Firefox –, nahmen dann die Zeit und ermittelten anschließend mit dem Befehl free den noch freien Arbeitsspeicher. Die Ergebnisse zeigt die Tabelle “Performance”.

Performance

 

KDE

LXDE

Gnome

XFCE

Startzeit (Minuten)

nicht optimiert

02:24

00:17

00:50

00:24

optimiert

02:05

00:15

01:00

00:16

Freier RAM

nicht optimiert

356 MByte

341 MByte

472 MByte

642 MByte

optimiert

402 MByte

544 MByte

324 MByte

598 MByte

Die Zeitspanne, die eine Desktop-Umgebung braucht, um nach dem Anmelden zu laden, ließ sich bei XFCE durch die verschiedenen Eingriffe um etwa ein Drittel reduzieren. Nach dem Optimieren verfügen Sie als Anwender insbesondere unter KDE Plasma sowie LXDE über deutlich mehr Arbeitsspeicher. Das liegt bei KDE vor allem an der Tatsache, dass Baloo nicht mehr läuft.

Fazit

Sabayon ARM fällt dadurch positiv auf, dass es selbst exotische Hardware wie etwa Wacom-Grafiktablets einwandfrei erkennt, ohne dass man Treiber nachinstallieren muss. Negativ schlägt zu Buche, dass die Distribution keine Werkzeuge mitliefert, mit denen man nach einem WLAN-Netz scannen oder es konfigurieren kann: Es fehlt das Paket net-wireless/iw. Außerdem befindet sich das Tool Raspi-config [21] noch in der Anfangsphase der Entwicklung und lässt sich daher unter Sabayon ARM nur bedingt einsetzen. 

Glossar

GIYBF

Ein Akronym, das für “Google is your best friend” steht, womit gemeint ist, dass die Suchmaschine in der Regel die Antworten auf die meisten Fragen liefert.

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