Aus Raspberry Pi Geek 02/2017

Sabayon ARM mit verschiedenen Desktops im Praxistest (Seite 3)

Abbildung 5: Animierte Effekte unter Gnome, wie diese Liste von Anwendungen, bringen den RasPi an die Grenze der Leistungsfähigkeit.

Abbildung 5: Animierte Effekte unter Gnome, wie diese Liste von Anwendungen, bringen den RasPi an die Grenze der Leistungsfähigkeit.

Im Vergleich zu den anderen hier besprochenen Desktop-Umgebungen bringt der Gnome-Desktop jedoch die umfassendste Ausstattung mit. Dazu gehören unter anderem ein eigener Dateimanager, Editor und Bildbetrachter sowie das Festplatten-Tool Gnome Disk Utility [13], mit dem Sie bei Bedarf eine SD-Karte partitionieren.

LXDE und XFCE

Nach dem Anmelden fällt auf, dass LXDE in weniger als einer Minute lädt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Oberfläche weitgehend auf Gimmicks verzichtet. Außerdem wirkt sie weniger überladen als KDE Plasma, reagiert schneller auf Eingaben und führt Programme zügiger aus.

Der XFCE-Desktop [14] besticht durch ein flottes Design. Die Standardprogramme anderer Desktop-Umgebungen integriert XFCE recht gut. Allerdings hängt sich Firefox beim Surfen gelegentlich auf. Der XFCE-Dateimanager heißt Thunar. Er kommt zwar in der Vorgabe recht schlank daher, bietet aber die Möglichkeit, die Funktionen zu erweitern.

Im Vergleich Gnome-Desktop gibt sich XFCE in Sachen Konfiguration etwas flexibler. So schalten Sie unter Applications | Settings | Settings Manager | Window Manager Tweaks bei Bedarf die Desktop-Effekte ab. Zudem lässt sich mit dem Applet des Network-Managers eine DSL-Verbindung auch ohne Klimmzüge auf der Konsole aufbauen (Abbildung 6).

Abbildung 6: Über das Applet des Network-Managers richten Sie unter XFCE komfortabel eine Netzwerkverbindung ein.

Abbildung 6: Über das Applet des Network-Managers richten Sie unter XFCE komfortabel eine Netzwerkverbindung ein.

Optimierung von KDE

Auch grafische Oberflächen bieten Raum zum Optimieren. Unter KDE Plasma sucht beispielsweise die Software Baloo [16] nach Dateien und indexiert diese. Werfen Sie einen Blick in den Systemmonitor Ksysguard, dann zeigt sich, dass der Indexer reichlich Arbeitsspeicher verbraucht. Da RAM selbst beim RasPi 3 ein kostbares Gut darstellt, bietet es sich an, alles zu deaktivieren, was mit Baloo zu tun hat.

Über die Datei $HOME/.kde/share/config/baloofilerc deaktivieren Sie den Daemon dauerhaft, indem Sie den Wert für Indexing-Enabled von true auf false ändern. Mit dem Befehl balooctl disable schalten Sie außerdem das laufende Programm ab. Über die grafische Oberfläche stellen Sie die Suche im Hintergrund ab, indem Sie in den Systemeinstellungen von KDE Plasma unter Suchen | Dateisuche das Häkchen bei Dateisuche aktivieren entfernen.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, in den Einstellungen von Plasma unter Arbeitsflächenverhalten | Arbeitsflächen-Effekte einige CPU-intensive Effekte abzuschalten, wie etwa Animationen beim Minimieren oder Maximieren sowie eine Vorschau auf Fenster. Das Laden nach dem Anmelden beschleunigen Sie, indem Sie das Begrüßungsfenster samt Anzeige des Fortschritts unter Arbeitsflächenverhalten abstellen. Zu guter Letzt ist es möglich, das Hintergrundbild über das Kontextmenü des Desktops zu deaktivieren.

Optimierung von Gnome

Gnome verbraucht wie KDE Plasma viel Arbeitsspeicher. Da die Oberfläche als solche weniger Optionen zur Konfiguration bietet als Plasma, setzen Sie für den Feinschliff das Gnome Tweak Tool [17] ein. Da es sich noch nicht im ARM-Repository von Sabayon findet, beziehen Sie es über die Paketverwaltung Portage, die zur verwandten Distribution Gentoo [18] gehört. Dazu synchronisieren Sie das System zuerst, um anschließend die Pakete zu installieren (Listing 8).

Listing 8

 

# emerge --sync
# emerge -av gnome-tweak-tool

Unter dem Menüpunkt Windows gestatten Sie anschließend das Maximieren und Minimieren von Fenstern, wodurch Sie sich einige aufwendige Animationen ersparen. Sie brauchen so nicht mehr ein Fenster samt angezeigten Inhalt zu verschieben, um ein anderes Fenster zu fokussieren.

Darüber hinaus ermöglicht es das Tool unter Desktop, häufig genutzte Icons auf den Desktop abzulegen, wie etwa den Mülleimer oder Laufwerke. Im Tab Appearance ändern Sie das Aussehen des Desktops, der Icons und des Cursors. Sobald Sie links oben auf Activities klicken, um zur Liste der Anwendungen zu gelangen, fällt auf, dass diese schneller lädt. Unter Appearance lassen sich zudem alle Animationen deaktivieren, was im Test allerdings nur geringe Auswirkungen auf den Desktop hatte.

Mit den Gnome Extensions [19] erweitern Sie den Desktop um nützliche Features. Dazu nutzen Sie das Menü Extensions im Gnome Tweak Tool. Dort klicken Sie auf Get more extensions (Abbildung 7), woraufhin in Firefox die Seite mit den Erweiterungen lädt. Für installierte Features finden Sie hier auch die Einstellmöglichkeiten.

Abbildung 7: Erweiterungen installieren Sie bei Bedarf ebenfalls mithilfe des Gnome Tweak Tools.

Abbildung 7: Erweiterungen installieren Sie bei Bedarf ebenfalls mithilfe des Gnome Tweak Tools.

Empfehlenswert ist das Plugin “Dash to dock” [20], das dem Dock von Mac OS X ähnelt. Sobald Sie die Informationen zu dieser Erweiterung aufrufen, erscheint links ein Schalter, den Sie auf On stellen, um das Dock zu aktivieren. Hier geben Sie außerdem vor, ob dass Dock dauerhaft eingeblendet bleiben soll und an welcher Stelle es sich befindet (Abbildung 8).

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 8 HeftseitenPreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
RASPBERRY PI GEEK KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Raspberry Pi Geek bei Google Play Readly Logo
Nach oben