Listing 5
# equo update # equo upgrade # equo deptest # equo libtest # systemctl reboot
TIPP
Tritt beim Aktualisieren der Repositories ein Fehler auf, hilft der Aufruf equo update --force unter Umständen dabei, die Paketdatenbank aktuell zu halten.
Für die erfolgreiche Installation einer Desktop-Umgebung benötigen Sie das passende Paket für die gewünschte Software (siehe Tabelle “Desktop-Paketnamen”). Außerdem brauchen Sie einen Display-Manager wie etwa SDDM [5], den Sie nach dem Einrichten aktivieren müssen. Den Ablauf aller entsprechenden Arbeiten zeigt Listing 6.
Desktop-Paketnamen
|
Desktop |
Paketname |
|---|---|
|
KDE Plasma |
plasma-meta |
|
Gnome |
gnome |
|
XFCE4 |
xfce4-meta |
|
LXDE |
lxde-meta |
Listing 6
# equo install --ask xorg-server # equo install --ask xterm # equo install --ask Desktop-Paketname # equo install --ask sddm # equo install --ask sabayon-artwork-core # equo cleanup # systemctl reboot # systemctl enable sddm # systemctl reboot
KDE
Nach dem Booten dauert es etwas, bis das Fenster von SDDM zum Anmelden lädt. An dieser Stelle kommt eventuell der Verdacht auf, bei der Installation sei etwas schiefgegangen – dem ist aber nicht so. Die deutsche Tastaturbelegung haben Sie zwar über die Konsole aktiviert, dennoch braucht es wieder eine gewisse Zeit, bis diese zum Anmelden bereit steht.
Nach dem erfolgreichen Anmelden belohnt das System Sie mit einer grafischen Oberfläche, die allerdings nicht für den RasPi 3 optimiert zu sein scheint: KDE Plasma [6] sieht unter Sabayon ARM zwar genauso aus wie auf einem Intel-PC, doch es offenbaren sich Schwachstellen beim Einsatz. Insbesondere reagiert der Desktop recht langsam: So zeigt die Oberfläche zunächst zwar den Start des Browsers Firefox an, angedeutet durch einen rotierenden Kreis. Danach verschwindet der Kringel jedoch, und es dauert noch einige Minuten, bis sich das Browser-Fenster tatsächlich öffnet.
Dass auf den ersten Blick unklar bleibt, wie sich Fenster minimieren oder maximieren lassen, erschwert den Einsatz zusätzlich (Abbildung 2). Für das Fehlen der entsprechenden Icons in der Fensterleiste ist vermutlich eine fehlerhafte Installation des Treibers für die Grafikkarte verantwortlich. Genaueres erfahren Sie mithilfe des Befehls kwin_x11: Er gibt eine Fehlermeldung aus, die sich auf die Bibliothek LibEGL des Mesa-Treibers bezieht. Installieren Sie also das Paket mit dem Namen mesa nach (Listing 7).

Abbildung 2: Bei diversen Anwendungen erscheinen rechts oben keine Icons zum Maximieren oder Minimieren der Fenster.
Listing 7
# equo install --ask mesa
Zeigen sich nach einem erneutem Anmelden die Fenster weiterhin unvollständig, stellen Sie unter Systemeinstellungen | Anzeige & Monitor | Compositor als Ausgabemodul Xrender ein und nutzen die Methode pixelig zum Skalieren (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mit diesen Einstellungen beheben Sie Probleme, die beim Anzeigen von Fenstern unter Plasma auftreten.
Hinzu kommt, dass diverse KDE-Tools bei Sabayon ARM noch fehlen, wie etwa ein Dateimanager und ein Terminal. Als Ersatz installieren Sie beispielsweise die Programme PcmanFM [7] und Lxterminal [8] nach, die zur Umgebung LXDE [9] gehören. Auch der Editor Kate [10] befindet sich nicht im ARM-Repository von Sabayon. Als Alternative bietet sich Gnomes Standardeditor Gedit an.
Darüber hinaus integrieren sich einige Programme von LXDE unter KDE Plasma nicht vollständig, wie etwa der Bildbetrachter GPicView [11]. Daher tut sich auch nichts, wenn Sie im Dateimanager PcmanFM auf ein Bild klicken. Rufen Sie das Kontextmenü eines Bilds im Dateimanager auf, erscheinen die bereits installierten Bildbetrachter nicht (Abbildung 4). Abhilfe schafft hier das Paket ImageMagick [12], mit dessen Befehl display Sie auf der Konsole ein Bild betrachten.

Abbildung 4: Obwohl mehrere Bildbetrachter im System installiert sind, bietet der Dateimanager PcmanFM keinen davon zum Öffnen von Bildern an.
Der Plasma-Desktop bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten an. So brauchen Sie sich nicht mit Englisch als Sprache für die Oberfläche abzufinden: Unter Systemeinstellungen | Regionaleinstellungen | … legen Sie unter anderem die Sprache der Menüeinträge sowie das Format für Datum und Zeit fest.
Gnome
Der Gnome-Desktop präsentiert sich im zeitlosen Design, erscheint manchen Anwendern allerdings zu reduziert. Alles, worauf Sie klicken, öffnet sich oder startet. Das klingt auf Anhieb erst einmal praktisch, führt jedoch zu einem Arbeitsstil, der an einen Stop-and-Go-Verkehr erinnert. Aufgrund der aufwendigen Effekte und Animationen (Abbildung 5) kommt es zu großen Verzögerungen. Hinzu kommt, dass sich diese Effekte nur schwer deaktivieren lassen.





