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Aus Raspberry Pi Geek 06/2014

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Redaktion

Verkehrspolizist

Mit Darkstat 3.0.718 erfassen Sie den Datendurchsatz im eigenen Netz und stellen ihn in einer Weboberfläche übersichtlich aufbereitet dar.

Statistiken über den Datendurchsatz im eigenen Netz helfen beim Erkennen und Beseitigen von Problemen. Beim Sammeln der Statistikdaten und deren optischer Aufbereitung geht Ihnen das Webtool Darkstat zur Hand. Unter seiner Haube arbeitet ein Paket-Sniffer, der den Durchsatz an der Netzwerkschnittstelle erfasst. Um alle Pakete zu erfassen, aktiviert Darkstat den sogenannten Promiscuous-Mode des jeweiligen Interfaces, sodass dieses alle ankommenden Datenpakete annimmt und an Darkstat durchreicht. Soll das Tool nur die Pakete für den eigenen Rechner berücksichtigen, setzen Sie den Parameter --no-promisc, eine bestimmte Schnittstelle geben Sie mit -i vor. Weitere Parameter deaktivieren optional die Anzeige der MAC-Adressen und das Auflösen des Domainnamens. Mit --syslog weisen Sie das Programm an, alle Daten ans System-Logging durchzureichen. Die erfassten Daten stellt Darkstat Ihnen grafisch aufbereitet über eine Weboberfläche zur Verfügung, die Sie über Port 667 auf der Schnittstelle eth0 erreichen. Mit den Parametern -b und -p ändern Sie diese Vorgaben. Das Webinterface präsentiert den Datendurchsatz in vier Graphen als Durchsatz der letzten Minuten, Stunden, Tage und Monate. Eine tabellarische Übersicht zeigt zudem den individuellen Datendurchsatz der jeweiligen Zielsysteme. Bei Bedarf begrenzen Sie die Tabelle der Zielsysteme mit dem Parameter --hosts-max. Für die langfristige Datenerfassung bietet Darkstat die Funktionen --export und --import. Diese schreiben die erfassten Daten am Programmende in eine Datei und lesen sie beim nächsten Start wieder ein. Auf diese Weise lassen sich lückenlose Statistiken erzeugen.

Darkstat 3.0.718

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://unix4lyfe.org/darkstat/

Nachtwächter

Ohne Aufwand oder externes Monitoring kalkuliert das in der aktuellen Version im Raspbian-Repository liegende Downtimed 0.6 alle Systemausfallzeiten. Das Auswertungstool Downtimes liefert dazu eine übersichtliche Ausgabe.

Das Kommando uptime verrät, wie lange der RasPi schon eingeschaltet ist. Will man aber wissen, wann und wie lange das System offline war, musste man bisher zu externen Monitoring-Lösungen greifen. Einfacher geht es jetzt mit Downtimed, das als Dienst im Hintergrund läuft und eine Timestamp-Datei erzeugt. In diese schreibt es alle 15 Sekunden einen Zeitstempel mit der aktuellen Systemzeit, sofern Sie nicht beim Start mittels -s ein anderes Intervall vorgeben. Sehr kleine Intervalle erzeugen mehr Systemlast, während sich bei größeren Intervallen zwar die Festplattenzugriffe reduzieren, aber auch die Messgenauigkeit sinkt. Nach der Aktualisierung des Zeitstempels nimmt Downtimed einen Fsync auf der Festplatte vor, um möglichst genaue Zeitstempel zu erhalten. Dies lässt sich aber mit -S deaktivieren. Seine Zeitstempeldateien legt Downtimed unterhalb von /var/lib/downtimed/ ab. Hier finden sich auch Dateien, die das Tool nur beim Systemstart oder beim Systemabschluss aktualisiert. So erkennt es, ob zwischenzeitlich ein Systemabsturz erfolgte. Eine Liste aller Offline-Zeiten sehen Sie mittels des Befehls downtimes ein. Damit Downtimed die Laufzeiten automatisch erfassen kann, müssen Sie es in den Init-Prozess integrieren. Im Verzeichnis start-scripts/ des Quellarchivs lagern dazu Init-Skripte für alle gängigen Distributionen.

Downtimed 0.6

Lizenz: BSD Revised

Quelle: http://dist.epipe.com/downtimed/

Maulkorb

Mit Lshell 0.9.16 schränken Sie den Shell-Zugriff auf Befehle und Verzeichnisse im System für jeden Benutzer individuell ein und halten so übermütige Anwender im Zaum.

Mit dem Python-Programm Limited Shell oder kurz Lshell schränken Sie den Befehlsschatz für jeden Anwender auf individuell vordefinierte Kommandos und Verzeichnisse ein. Die Einstellungen und Anpassungen dazu nehmen Sie per Texteditor in der zentralen Konfigurationsdatei /etc/lshell.conf vor, eine Konfigurationsoberfläche bietet das Tool nicht. Die übersichtliche Standardkonfiguration enthält zahlreiche erläuternde Kommentare und umfasst in der Grundinstallation die Bereiche global und default. Zu Ersterem gehören Parameter wie etwa das auf verschiedene Level einregelbare Logging, wobei Sie für jeden Anwender eine eigene Log-Datei anlegen dürfen. Im Bereich default legen Sie fest, welche Befehle und Verzeichnisse der Anwender nutzen darf. Dabei lassen sich auch bestimmte Steuerzeichen wie die Pipe oder das Semikolon sperren. Daneben können Sie zudem bestimmte Befehle definieren, die Anwender in einer SSH-Sitzung ausführen dürfen, sowie Up- und Download-Verzeichnisse festschreiben. Über einen speziellen Sudo-Eintrag reduzieren Sie die Menge der Befehle, die in Kombination mit sudo genutzt werden dürfen. Auch anwenderspezifische Umgebungsvariablen oder Pfade lassen sich in der Konfiguration hinterlegen. Alle Einstellungen setzen Sie wahlweise global oder anwenderspezifisch. Die Manpage enthält dazu einige nützliche Konfigurationsbeispiele.

Lshell 0.9.16

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/ghantoos/lshell

Kaleidoskop

Als Terminalmultiplexer bietet Tmux 1.9a ganz ähnliche Funktionen wie GNU Screen. Darüber hinaus kennt es Befehlsparameter, die es Ihnen erleichtern, das Programm mit eigenen Skripten zu steuern.

Um auch ohne grafische Oberfläche in der Konsole oder via SSH mit mehreren offenen Shells zu arbeiten, greifen Sie zum Terminalmultiplexer Tmux. Ohne Parameter aufgerufen, legt er eine neue Session an und stellt Ihnen eine Shell in der Konsole 0 zur Verfügung. In einer Statuszeile am unteren Fensterrand versorgt das Tool Sie mit Statusinformationen. Deren Inhalt lässt sich in der Konfigurationsdatei ~/.tmux.conf an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Eine neue Konsole öffnen Sie mit der Tastenkombination [Strg]+[B],[C]. Tmux aktiviert dann eine weitere Shell auf dem nächsten freien Slot. Bei Bedarf öffnen Sie via Kommandozeilenparameter beim Tmux-Aufruf direkt mehrere Terminals und starten in diesen beliebige Tools. Da Tmux alle Slots durchnummeriert, wechseln Sie via Tastenkombination direkt in die einzelnen Slots. Eine Liste sämtlicher Kürzel finden Sie in der Manpage oder rufen sie interaktiv mit dem Kürzel [Strg]+[B],[?] auf. In der Konfigurationsdatei passen Sie die Shortcuts nach eigenem Gusto an oder fügen neue hinzu. Zu den nützlichsten Funktionen von Tmux zählt die Option, sich von einer aktiven Tmux-Sitzung zu trennen und sich später mittels des Schalters --attach wieder damit zu verbinden. Derweil laufen alle in Tmux aktiven Programme wie gewohnt weiter. Eine Liste aller offenen Sitzungen liefert der Befehl list-sessions. Tmux bietet darüber hinaus noch zahlreiche weitere Optionen – hier empfiehlt sich ein Blick in die Manpage und etwas Experimentiertrieb.

Tmux 1.9a

Lizenz: BSD

Quelle: http://tmux.sourceforge.net/

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