Aus Raspberry Pi Geek 03/2015

Raspberry Pi als echten Web- und Mailserver einsetzen (Seite 5)

Listing 14

 

submission inet n       -       -       -       -       smtpd -v
  -o syslog_name=postfix/submission
  -o smtpd_tls_security_level=encrypt
  -o smtpd_sasl_type=dovecot
  -o smtpd_sasl_path=private/auth
  -o smtpd_sasl_security_options=noanonymous
  -o smtpd_sasl_auth_enable=yes
  -o smtpd_client_restrictions=permit_sasl_authenticated,reject

Nachdem Sie alle Einstellungen in main.conf vorgenommen haben, erzeugen Sie die Dateien für den Zugriff auf MySQL. Diese legen Sie am besten in ein separates Verzeichnis, um sie vom Rest der Konfiguration zu trennen.

sudo mkdir /etc/postfix/virtual
sudo chmod 660 /etc/postfix/virtual/

In der Datei /etc/postfix/virtual/mysql-aliases.cf definieren Sie die SQL-Parameter für die Alias-Tabelle (Listing 15). In /etc/postfix/virtual/mysql-maps.cf legen Sie die SQL-Parameter für die Auswahl der Benutzer ab und /etc/postfix/virtual/mysql-domains.cf liefert die Liste der Domains, für die sich Postfix verantwortlich fühlt. Denken Sie daran, dass Sie hier das Passwort für den Benutzer vmail korrekt einsetzen.

Listing 15

 

user = vmail
password = Passwort
hosts = 127.0.0.1
dbname = vmail
query = SELECT destination FROM aliases WHERE source='%s'

Listing 16

 

user = vmail
password = Passwort
hosts = 127.0.0.1
dbname = vmail
query = SELECT * FROM users WHERE username='%u' AND domain='%d'

Listing 17

 

user = vmail
password = Passwort
hosts = 127.0.0.1
dbname = vmail
query = SELECT * FROM domains WHERE domain='%s'

Jetzt kommt der etwas kniffelige Teil: Sie müssen die Mailbenutzer in der Datenbank anlegen. Für die ersten Versuche reicht die Arbeit auf der Konsole. Haben Sie aber viele User zu administrieren, sollten Sie sich eine etwas elegantere Methode suchen, wie Phpmyadmin oder Heidisql.

Als Erstes erstellen Sie einen Passwort-Hash für das Passwort des jeweiligen Benutzers, im Beispiel <§§B>start123<§§B> (Listing 18). Den Hash-Wert merken Sie sich auf geeignete Weise, da Sie ihn später wieder benötigen.

Listing 18

 

$doveadm pw -s SHA512-CRYPT
Enter new password: start123
Retype new password: start123
{SHA512-CRYPT}$6$Ks1/Ov3KNGamfRpz$ZbuRIJ1pp1.InH9ghV9AOMXh6pd2hMkHM1Vr5vM/BVddYl1SavjUHhSpLFGmNJW8bkvusO0ahPBjwmhTuIGRK0

Jetzt erstellen Sie für die Maildomain, die entsprechenden Einträge in der Datenbank (Listing 19, Zeile 3). In die Tabelle domains tragen wir die Domäne ein, für die sich unser Mailserver zuständig fühlen soll. Es kann durchaus mehr als nur eine sein. Und es braucht nicht die zu sein, in der sich der Server selbst befindet.

In die Tabelle users tragen Sie den Mailuser mit dem erzeugten Hash ein, im Beispiel ist dies der von start123 (Listing 19, Zeile 4). Falls Sie Aliase benötigen – als Adressen, unter denen Sie einen User außerdem erreichen möchten –, tragen Sie diese analog zu Listing 19 in die Tabelle aliases ein.

Listing 19

 

mysql -u vmail -p
use vmail;
insert into domains (domain) values ('domain.tld');
insert into users (username, domain, password) values ('Benutzer', 'Domain', '$6$Ks1/Ov3KNGamfRpz$ZbuRIJ1pp1.InH9ghV9AOMXh6pd2hMkHM1Vr5vM/BVddYl1SavjUHhSpLFGmNJW8bkvusO0ahPBjwmhTuIGRK0 ');
insert into aliases (source, destination) values ('[email protected]', '[email protected]');

Um alle Änderungen an der Konfiguration anzuwenden, starten Sie jetzt den Mailserver einmal komplett neu. Dabei lohnt sich immer ein Blick in die Log-Datei, um mögliche Fehler in der Konfiguration frühzeitig zu erkennen. Für den Neustart verwenden Sie die folgenden beiden Befehle:

sudo service dovecot restart
sudo service postfix restart

Jetzt bestünde bereits die Möglichkeit, mit einem Mailclient, wie etwa Thunderbird, auf die Postfächer zuzugreifen und Mails zu versenden. Thunderbird beschwert sich zwar, wenn Sie Zertifikate verwenden, für die er keine Verifikation erhält, aber mit einem Klick fügen Sie die Ausnahme hinzu und schaffen das Problem so vorerst aus der Welt.

Der Benutzername setzt sich nach dem Schema Benutzer@Domäne zusammen. Wenn Sie nur den Benutzernamen eingeben, schafft es Dovecot nicht, Sie gegen die Datenbank zu authentifizieren.

Apache

Der Webserver Apache läuft zu diesem Zeitpunkt bereits. Bei Bedarf testen Sie dies mit einem Browser. Tippen Sie die lokale IP des Rechners ein, sollten Sie die Standardseite des Servers sehen. Nun bestünde die Möglichkeit, den Apache mit mehreren virtuellen Hosts zu konfigurieren. Im konkreten Fall ist das aber nicht nötig.

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