Zuerst installieren Sie die Datenbank [3]. Das ist die einzige Komponente, die bei der Installation eine wichtige Eingabe verlangt. Es handelt sich dabei um das Root-Passwort für die Datenbank, das Sie später brauchen und daher gut verwahren sollten.
Vorab noch ein Hinweis: Weil die nun folgenden Konfigurationen an den Dateien sehr umfangreich sind, liegen alle Dateien, die dieser Artikel bespricht, in einer funktionierenden Version auf der Heft-DVD. Da die konkreten Einstellungen für den Mailserver aus der Datenbank stammen, sind die Konfigurationsdateien generisch.
Software einrichten
Die MySQL-Datenbank übernimmt primär das Verwalten der Mailkonten, darf aber auch für andere Zwecke zum Einsatz kommen. Das Skript createMailDB.sql legt die Datenbank vmail an, die folgende drei Tabellen enthält:
users: Sie enthält die E-Mail-Adressen des Users mit ihren Passwörtern.domains: Diese Tabelle enthält die Domains, für die sich der Mailserver zuständig fühlt.aliases: Regeln zum Weiterleiten von E-Mails.
Zu guter Letzt legt es einen Benutzer (vmail) an, mit dem Sie später auf die Datenbank zugreifen. Falls Sie für diesen ein eigenes Passwort verwenden möchten, was sehr zu empfehlen ist, ändern Sie vor dem Ausführen des Skripts in der letzten Zeile das Passwort. Listing 4 zeigt, wie Sie die Datenbank installieren und das Skript anwenden.
Listing 4
sudo apt-get install mysql-server mysql -u root -p < createMailDB.sql
Die Datenbank ist nun vorbereitet, und jetzt ist es an der Zeit, mit der Installation der restlichen Komponenten zu beginnen. Wenn sich das Setup von Postfix meldet, wählen Sie das entsprechende Interface aus und tragen die Maildomäne ein. Das Roundcube-Paket möchte das Passwort für den Root-User der Datenbank. Zusätzlich braucht es noch ein Passwort, um die eigene Konfiguration zu schützen. Listing 5 zeigt, welche Pakete Sie für den Aufbau brauchen.
Listing 5
sudo apt-get install dovecot-common dovecot-imapd dovecot-mysql dovecot-lmtpd postfix postfix-mysql apache2 roundcube roundcube-mysql roundcube-plugins roundcube-plugins-extra
Dovecot einrichten
Im Test kam Dovecot [4] als IMAP-Server zum Einsatz, das bedeutet, er verwaltet die Postfächer. Dazu muss die Software wissen, wer ein Postfach auf dem Server hat. Die Benutzer verwalten Sie in diesem Fall via MySQL. Das bedeutet, diese User sind nicht als Benutzer im System angelegt, also quasi nur virtuell vorhanden.
Das vereinfacht die Administration erheblich. Um den im System schon vorhandenen Usern nicht ins Gehege zu kommen, legen Sie eigens für die von Dovecot verwalteten Postkörbe einen neuen User an. Nennen Sie ihn der Einfachheit halber vmail, weil er zum Verwalten der virtuellen Mailbenutzer gedacht ist. Außerdem legen Sie gleich für die Postkörbe ein Verzeichnis mit den passenden Berechtigungen an (Listing 6).
Listing 6
sudo mkdir /var/vmail sudo useradd vmail sudo chown -R vmail:vmail /var/vmail sudo chmod -R 770 /var/vmail/
Nun teilen Sie dem Dovecot-Server mit, wie er an die User-Informationen aus der Datenbank herankommt. Dazu editieren Sie einige Konfigurationsdateien. Starten Sie dabei mit /etc/dovecot/conf.d/10-mail.conf. Diese öffnen Sie mit einem Editor Ihrer Wahl und ändern die Zeilen entsprechend Listing 7. Falls einige Parameter nicht vorhanden sind, fügen Sie diese einfach hinzu. Damit teilen Sie dem Server mit, wo er die Postfächer anlegen soll und mit welchem Betriebssystem-User er auf diese Verzeichnisse Zugriff hat.
Listing 7
mail_home = /var/vmail/%d/%n mail_location = maildir:~/mail:LAYOUT=fs mail_uid = vmail mail_gid = vmail mail_privileged_group = vmail
In der Datei /etc/dovecot/conf.d/10-auth.conf setzen Sie einige Parameter für das Authentifizieren (Listing 8).
Listing 8
# /etc/dovecot/conf.d/10-auth.conf disable_plaintext_auth = yes auth_mechanisms = plain login #!include auth-system.conf.ext




