Raspberry Pi vorbereiten
Für diesen Workshop dient die Debian-basierte Distribution Raspbian als Grundlage. Die aktuelle Version laden Sie entweder aus dem Web [2] oder nehmen die Version von der Heft-DVD. Anschließend entpacken Sie die Daten und schreiben Sie auf eine SD-Karte (Listing 1).
Listing 1
$ unzip 2014-12-24-wheezy-raspbian.zip $ sudo dd if=2014-12-24-wheezy-raspbian.img of=/dev/sdd
Die SD-Karte stecken Sie in den Raspberry, schließen Monitor und Tastatur an und starten direkt in das Programm raspi-config hinein. Dort erweitern Sie das Dateisystem und ändern das Passwort für den User pi.
In den Advanced Options setzen Sie das GPU-RAM runter auf 16 MByte, suchen bei Bedarf einen neuen Hostnamen aus und schalten SSH ein. Schnell noch sudo apt-get update und sudo apt-get upgrade ausführen und der Raspberry Pi ist bereit für den Einsatz.
Feste IP
Der Raspberry Pi braucht im lokalen Netz eine feste IP-Adresse, damit er über die entsprechenden Firewall-Regeln immer zu erreichen ist. Die Konfiguration legen Sie, wie bei fast allen Linux-Systemen, in der Datei /etc/network/interfaces fest.
Diese editieren Sie nun so, dass Sie den DHCP-Teil für das verwendete Netzwerk-Interface auskommentieren und dafür eine statische IP-Konfiguration eintragen (Listing 2) Im Beispiel heißt die Schnittstelle eth0.
Listing 2
auto lo iface lo inet loopback #iface eth0 inet dhcp iface eth0 inet static address 192.168.2.160 netmask 255.255.255.0 network 192.168.2.0 broadcast 192.168.2.255 gateway 192.168.2.1
Nach dem Speichern booten Sie den Rechner einmal neu. Das ist zwar grundsätzlich bei Linux nicht nötig, hat aber den Charme, dass Sie sicher sind, dass alle Dienste die neue Konfiguration des Netzwerks verinnerlicht haben.
Platz schaffen
Bevor Sie mit der Installation des Webservers weitermachen, lohnt es sich, auf dem Dateisystem etwas Ordnung zu schaffen. Jedes nicht benötigte Stück Software auf einem Server ist eine potenzielle Sicherheitslücke und nimmt zusätzlich Platz für die wichtigen Dienste weg. Wenn Sie den Rechner nur für die im Workshop vorgesehenen Dienste nutzen, dürfen Sie einige Pakete getrost entfernen (Listing 3).
Listing 3
sudo apt-get remove x11-common midori lxde python3 python3-minimal sudo apt-get autoremove sudo apt-get clean
Die Parameter autoremove und clean weisen Apt an, alle heruntergeladenen Archive und temporären Dateien zu entfernen. Durch diese Entrümpelungsaktion gewinnen Sie in der Regel etwa 1,2 GByte an Plattenplatz und haben die für einen Server unnötige Software entfernt.
Software installieren
Am Ende sollen auf dem Raspberry Pi ein kompletter Webserver, eine Datenbank und ein Mailserver laufen. Ein Punkt, auf den Sie dabei immer achten sollten, ist das IP-Protokoll: Der Raspberry hat von Haus aus nur IPv4 an Bord. Alle Dienste, die Sie installieren, unterstützen aber schon IPv6. Das erzeugt immer wieder Fehler. Diese Tatsache sollten Sie im Hinterkopf behalten, falls beim Start von Diensten Fehler mit dem Netzwerk auftauchen. Dann lohnt es sich zu prüfen, ob der Dienst nicht versucht hat, eine IPv6-Adresse zu binden.





