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Aus Raspberry Pi Geek 03/2015

Die neue Firefox Synchronisation

© Sony Sivanandan, 123rf.com

Geben und nehmen

Bernhard Bablok

Mozillas Sync-Server erlaubt es, den Bestand von Lesezeichen, offenen Tabs oder gespeicherten Passwörtern über mehrere Browser zu synchron zu halten. Mit wenig Aufwand läuft er auch auf dem RasPi.

README

Kurz nachdem wir in Ausgabe 03/2014 den Raspberry Pi Sync-Server vorstellten [1], änderte Mozilla die ganze Synchronisationsarchitektur zugunsten einer deutlich besseren Bedienbarkeit auf der Client-Seite. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie sie den Server auf dem RasPi einrichten und Firefox, auch in der mobilen Variante, zur Zusammenarbeit mit ihm bewegen.

Für die Synchronisation von Lesezeichen gab es früher keine eingebaute Unterstützung in Firefox. Später rüsteten Addons dieses Feature nach. Bei manchen dieser Lösungen landeten die Links in der Cloud, bei anderen dienten auch Datei-Server als Ablageort.

Addon-basierte Lösungen wurden mit dem implementierten Feature Firefox Sync überflüssig, die Konfiguration wurde Teil der normalen Einstellungen und die Daten landeten verschlüsselt auf einem Server von Mozilla. Die Lösung war serverseitig sehr schlank, auf Nutzerseite galt es aber, eine Reihe von Klimmzügen zu bewältigen.

Firefox verschlüsselte alle zu synchronisierenden Daten lokal mit einem Schlüssel, der nie den Rechner verließ. Die Verantwortung für den Schlüssel lag beim Benutzer, die Aufnahme von neuen Rechnern in den gemeinsamen Pool war zwar nicht schwierig, aber mühsam. Darüber hinaus bastelte Mozilla an seinem Firefox-OS womit absehbar war, dass das Projekt neben der Synchronisation noch ganz andere Services bereitstellen würde.

Neue Architektur

All diesen Anforderungen trug Mozilla Rechnung und krempelte die Architektur komplett um. User müssen sich jetzt nur noch bei einem zentralen Anmelde-Server einloggen um Zugriff auf alle Mozilla-Services zu erhalten. Für Desktop-User erledigt das insbesondere der neue Sync-Service namens Sync-1.5.

Zwar läuft der alte Sync-Server bei Mozilla weiter, aber schon jetzt können sich Benutzer mit aktuelleren Firefox-Versionen nur noch schwierig damit verbinden. Das betrifft natürlich auch selbst betriebene Server auf dem eigenen Pi. Und da Mozilla die Unterstützung in absehbarer Zeit komplett aus dem Browser entfernt, kommt für jeden der Tag, an dem er umsteigen muss.

Zum Glück gestaltet sich der Wechsel auf die aktuelle Version ziemlich einfach, wie die nächsten Abschnitte zeigen. Der neue Server basiert im Unterschied zum schlanken PHP-Server [1] auf Python. Der PHP-Server war quasi ein Nachbau, der das Sync-Protokoll unterstützte, aber ansonsten nichts mit Mozilla zu tun hatte. Der neue Server stammt dagegen vom Mozilla-Projekt selbst, das ihn weiterentwickelt und pflegt.

Installation

Als Basis dient ein normales Raspbian-Image neueren Datums; im Test kam Version 24.12.2014 zum Einsatz. Das enthält zwar viel zu viele Softwarepakete für einen Server, aber der Platz sollte es trotzdem locker ausreichen denn Cookies, Bookmarks und so weiter benötigen nicht viel davon. Beim Ersteinrichten des Rechners vergeben Sie einen eingängigen Namen und eine feste IP-Adresse. Damit Sie den Server dann mit allen Browsern erreichen, tragen Sie dessen Namen und seine IP-Adresse in die Datei /etc/hosts des jeweiligen Clients ein. Unter Windows, sowohl in der 32- als auch 64-Bit-Variante, finden Sie diese Im Verzeichnis %systemroot%\system32\drivers\etc\hosts).

Für das Kompilieren des Sync-Servers benötigen Sie eine Reihe von Zusatzpaketen, die Sie mit folgenden Befehlen installieren:

sudo apt-get update
sudo apt-get install python-dev git-core python-virtualenv

Diese belegen etwa 60 MByte zusätzlichen Speicherplatz auf der SD-Karte. Die eigentliche Software installieren Sie per Git. Da später der Server unter einem eigenen Nutzer-Account laufen soll, legen Sie den User vorher an und melden sich dann unter dem neuen Account an:

sudo adduser ffsync

Nach dem Anmelden als Benutzer ffsync führen Sie die folgenden Befehle aus:

git clone https://github.com/mozilla-services/syncserver
cd syncserver
time make build

Sie laden alle benötigten Softwarepakete selbstständig aus dem Internet herunter und kompilieren sie. Der ganze Prozess dauert etwa zehn Minuten.

Im mit dem Git-Befehl erstellten Verzeichnis syncserver/ finden Sie die Datei syncserver.ini. Darin passen Sie eine Reihe von Einstellungen an, insbesondere die public_url, unter dem Sie den Server erreichen und das secret (siehe Listing 1). Letzteres erzeugen Sie mit dem Aufruf head -c 20 /dev/urandom | sha1sum und fügen es an der entsprechenden Stelle in der Konfigurationsdatei ein.

Listing 1

 

[server:main]
use = egg:Paste#http
host = 0.0.0.0
port = 5000
[app:main]
use = egg:syncserver
[syncserver]
public_url = http://pi.meinprivatnetz.de:5000/
sqluri = sqlite:////home/ffsync/syncserver.db
secret = d2d98e5ef1fef469b21ba8de08a9e940e171a075

Anschließend starten Sie den Server mit dem Befehl

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