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Aus Raspberry Pi Geek 10/2017

WLAN-AP auf dem RasPi mit Nextcloud-Anbindung

© Nathapol Boonmangmee, 123RF

Netz aufspannen

Ferdinand Thommes

Ein WLAN-Access-Point bietet einen zusätzlichen Einstieg ins LAN und erlaubt im Zusammenhang mit dem RasPi vielfältige Einsatzszenarien.

Dass ein Router nicht alle Bereiche einer Wohnung oder eines Hauses abdeckt, kann verschiedene Ursachen haben. Um flächendeckendes WLAN zu gewährleisten, bieten sich Repeater und Access Points (AP) an. Während ein Repeater in der Regel per WLAN Verbindung zum Router aufnimmt und das Signal dort verstärkt, wo der Router nicht hinreicht, schließen Sie den AP per Kabel an den Router an und bauen ein eigenes WLAN-Netz mit eigener SSID auf. Somit bietet der Access Point einen zusätzlichen Zugang zum heimischen Netzwerk.

Für WLAN-APs gibt es viele Einsatzmöglichkeiten – vor allem für so transportable wie einen RasPi-AP. So spannen Sie etwa im Handumdrehen ein Netz im weitläufigen Garten auf oder versorgen einen ungünstig gelegenen Konferenzraum mit Internet.

Ein Raspberry Pi eignet sich ideal dazu, einen kleinen und günstigen AP für den Hausgebrauch aufzusetzen. Am einfachsten gelingt das mit einem RasPi 3, der bereits ein WLAN-Modul mitbringt. Die Vorgängermodelle lassen sich mit einem für wenige Euro erhältlichen Dongle schnell auf die neue Aufgabe vorbereiten. Selbst beim RasPi 3 lohnt es sich, einen passenden WLAN-Stick einzusetzen, da die Leistung des verbauten Moduls durch die Art der internen Anbindung nicht mit der eines guten Dongles mithält.

Gute Wahl

Nicht alle WLAN-Sticks machen mit dem Raspberry Pi eine gute Figur oder lassen sich ohne zusätzliche Treiber sofort verwenden. Als problemlos bekannt sind etwa die Modelle von Edimax oder der TP-LINK WN725N. Achten Sie darauf, dass das ausgewählte Modell den AP-Modus unterstützt. Eine ausführliche Liste mit unterstützten Dongles samt deren Eigenschaften findet sich im Netz [1].

Viele der dort gelisteten Modelle decken ihren Strombedarf über die USB-Buchse des RasPi ab. Da sich der Verbrauch aber unter anderem nach der Last auf dem Dongle richtet, bleiben Sie bei größeren Datenmengen oder vielen Zugriffen auf der sicheren Seite, indem Sie den WLAN-Stick über einen aktiven USB-Hub anschließen.

Im vorgestellten Beispiel basiert der AP auf Ubuntu Core [2], wodurch die Installation von Nextcloud als zusätzliche Aufgabe kaum Probleme bereitet. Möchten Sie die Schritte nachvollziehen, setzt das voraus, dass Sie einen einsatzbereiten RasPi zur Hand haben, den Sie per LAN-Kabel mit dem Router verbinden und per WLAN erreichen.

Konto mit Vorteil

Als Erstes benötigen Sie, falls noch nicht vorhanden, ein Konto bei Ubuntu [3]. Das mag zunächst lästig erscheinen, ist jedoch, wie sich später zeigt, ein wichtiges Merkmal in Bezug auf die Sicherheit des Setups. Nach dem Einloggen wählen Sie den Punkt SSH Keys und laden einen öffentlichen SSH-Schlüssel hoch. Den benötigen Sie, um sich per SSH mit Ubuntu Core zu verbinden. Bei Bedarf erstellen Sie einen neuen SSH-Schlüssel als Root mit dem folgenden Befehl:

# ssh-keygen -t rsa -b 4096

Das etwas über 300 MByte große Image von Ubuntu Core laden Sie in der Zwischenzeit herunter. Nach dem Entpacken des Archivs belegt es knapp 600 MByte Speicherplatz.

Die Wahl fiel auf dieses System, weil der Ubuntu-Kern kompakt ausfällt und das System auf eine grafische Oberfläche verzichtet, die auf einem AP ohnehin überflüssig wäre. Das System ist inklusive Kernel und Boot-Loader aus Ubuntus alternativem Paketsystem Snap [4] gebaut und aktualisiert sich selbst. Geht bei einem Update einmal etwas schief, lässt sich das System automatisch oder manuell in einen vorherigen Zustand zurückversetzen [5].

Automatische Updates

Gerade die automatischen Updates sind hier Gold wert – schließlich hat man den AP nicht ständig im Blick und vergisst leicht einmal eine Aktualisierung. Somit verfolgen Sie hier einen sicheren und wartungsfreien Ansatz. Er erlaubt zudem, weitere Anwendungen in Form von Snaps zu integrieren, wie etwa einen UPNP-Medienserver oder eine Hausautomatisierungssoftware auf der Basis von OpenHAB.

Ein WLAN-Hotspot lässt sich noch schneller erstellen. Sie starten mit dem Verschieben des Ubuntu-Core-Images auf eine SD-Karte (Listing 1). Passen Sie dabei den Namen des Images und vor allem den Bezeichner der Gerätedatei den lokalen Gegebenheiten entsprechend an. Den richtigen Namen des Blockgeräts finden Sie mittels lsblk -l heraus.

Listing 1

 

$ xzcat Image-Datei | sudo dd of=Gerätedatei bs=8M

Danach stecken Sie die Karte in den entsprechenden Slot des RasPi und verbinden diesen mit LAN-Kabel, Monitor, Tastatur und der Stromversorgung. Kurz danach fordert der Rechner Sie auf, die Eingabetaste zu drücken, um die Installation zu beginnen. Bei einigen Versuchen kam es an dieser Stelle zu Wartezeiten von mehreren Minuten – hier heißt es also möglicherweise abwarten.

Danach konfigurieren Sie zuerst eth0 als Standardgerät. Die Arbeit am WLAN darf vorerst noch ruhen: Ein Fehler im Installer verhindert derzeit die Konfiguration an dieser Stelle.

Im Anschluss fordert das System Sie auf, die E-Mail-Adresse Ihres Ubuntu-Kontos einzugeben. Dabei fiel als Problem auf, dass das System [AltGr] nicht korrekt umsetzt. Als Umweg zum nötigen Zeichen halten Sie bei eingeschaltetem Num-Lock [Alt], geben die Folge [**6**],[**4**] ein und lassen dann [Alt] wieder los.

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