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Aus Raspberry Pi Geek 02/2019

Der neue Raspberry Pi 3 Model A+ im Überblick

© Raspberry Pi Foundation

Stilvoller Abschluss

Jörg Luther

Zum ersten Mal seit 2014 bringt die Foundation mit dem RasPi 3A+ jetzt wieder eine Low-Cost-Variante eines aktuellen RasPi-Modells heraus.

In Sachen Architektur, Core, Speicher und Schnittstellen stößt das Konzept Raspberry Pi mit dem aktuellsten Modell 3B+ an offensichtliche Grenzen. Das weiß auch die Raspberry Pi Foundation und hat schon im März 2018 bei dessen Erscheinen angekündigt, der Pi3B+ markiere die letzte Iteration des klassischen Raspberry Pi: Die nächste Generation brauche eine neue Architektur, einen anderen Core und eine verbesserte Speichertechnologie.

Umso überraschender kam Mitte November die Vorstellung eines neuen RasPi-Modells, des Raspberry Pi 3 Model A+. In der Ankündigung der neuen Platine [1] stellte die Foundation denn auch fest, es handele sich um ein für das Team sehr emotionales Produkt, bei dem es vor allem darum gehe, die alte RasPi-Architektur vor dem anstehenden Wechsel stilvoll zu Ende zu bringen und reinen Tisch für den nächsten Schritt zu machen.

Wer sich von Anfang an mit dem Raspberry Pi beschäftigt hat, der weiß um die Bedeutung der Modellbezeichnung A+: Dabei handelt es sich um eine kompaktere, abgespeckte und damit auch preiswertere Variante des Standardmodells B. Zuletzt gab es einen solchen RasPi A+ allerdings vor vier Jahren, im November 2014, als Low-Cost-Spielart der ersten Generation des Raspberry Pi.

Beim RasPi 2 verzichtete die Foundation komplett auf eine solche Variante. Auch von der dritten Generation des Mini-PCs gab es bislang schon so viele Bauarten – Pi3B, Pi3B+, Compute Module 3 sowie Pi2B v1.2 mit Pi3-CPU –, dass wohl kaum noch jemand mit dem jetzt vorgestellte Pi 3A+ gerechnet hat.

Der technische Rahmen

In klassischer A+-Manier fällt (wie schon beim Pi 1A+) beim neuen Pi3A+ die Platine rund ein Viertel kürzer aus als beim Pi3B+. Sie misst nur noch 65 statt 85,6 Millimeter, was der Länge der Pi-Zero-Varianten entspricht. Bei der Breite bleibt es aber bei den vom Pi3B+ gewohnten 56 Millimetern (Zero-Modelle: 30 Millimeter). Damit ist der Pi3A+ nicht größer als ein Pi-HAT (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der neue Raspberry Pi 3 Model A+ schrumpft auf die Größe eines Pi-HATs. (Bild: Raspberry Pi Foundation)

Abbildung 1: Der neue Raspberry Pi 3 Model A+ schrumpft auf die Größe eines Pi-HATs. (Bild: Raspberry Pi Foundation)

Da trotz des kürzeren Boards die Bohrungen für die Halterung an denselben Stellen sitzen, lässt sich die schlankere Platine aber jederzeit als Ersatz für einen Pi3B+ in Projekten verbauen. Außerdem entsprechen die Abmaße exakt jenen des Pi1A+, sodass der neue Kompakt-RasPi bei Bedarf auch das alte A-Modell direkt ablösen kann.

Als System-on-Chip versieht bei Pi3A+ wie beim großen Bruder ein BCM2837B0 den Dienst, dessen vier ARM-Cortex-A53-Cores und Dual-Core-VideoCore-IV-GPU identische Taktung und Leistungsdaten aufweisen. Sowohl beim GPIO-Header als auch bei der Ausstattung mit Peripherieschnittstellen (HDMI, CSI, DSI, 3,5-Millimeter-Klinke) bleibt alles beim Alten.

Wie der Pi3B+ nimmt auch der Pi3A+ via 2,4/5-GHz-WLAN und Bluetooth 4.2 Low Energy bei Bedarf Kontakt mit der Außenwelt auf, anders als der völlig netzwerklose alte Pi1A+.

Die feinen Unterschiede

Allerdings verzichtet der Pi3A+ auf die Ausstattung mit einem USB/LAN-Hub, sodass das Ethernet-Interface des Pi3B+ komplett entfällt, und reduziert die Anzahl der USB-Ports auf nur noch einen einzigen. Dadurch sinkt aber die Bauhöhe der Platine von 20 auf nur noch 12 Millimeter (wie beim Pi1A+), sodass sich der Pi3A+ auch unter beengten Platzverhältnissen unterbringen lässt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die reduzierten Abmessungen des Pi3A+ ermöglichen den Einsatz auch unter beengten Platzverhältnissen. (Bild: Raspberry Pi Foundation)

Abbildung 2: Die reduzierten Abmessungen des Pi3A+ ermöglichen den Einsatz auch unter beengten Platzverhältnissen. (Bild: Raspberry Pi Foundation)

Wie schon beim Pi1A+ hat die Foundation auch beim Pi3A+ die RAM-Ausstattung halbiert: Statt 1 GByte LPDDR2-SDRAM wie der Pi3B+ bringt der Newcomer nur noch 512 MByte Arbeitsspeicher desselben Typs mit. Das reduziert zum einen die Komplexität der möglichen Anwendungen und zum anderen – je nach Anwendung – die Ausführungsgeschwindigkeit von Programmen, ungeachtet der CPU.

Dafür sinkt jedoch – und das war schließlich einer der Hauptgründe, das neue Modell aus der Taufe zu heben – der empfohlene Verkaufspreis des RasPi 3A+ gegenüber dem Pi3B+ um 10 US-Dollar auf 25 Dollar. Im deutschen Handel läuft das aktuell auf einen Verkaufspreis von rund 25 Euro hinaus, statt 35 bis 40 Euro für einen RasPi 3B+.

Eine Zusammenfassung aller technischen Merkmale des neuen RasPi-Modells im Vergleich zum Raspberry Pi Model 3B+ finden Sie in der Tabelle “Technische Daten: RasPi 3A+ vs. RasPi 3B+”. Die Unterschiede haben wir zum besseren Überblick durch Fettung hervorgehoben.

 

RasPi 3A+

RasPi 3B+

System on Chip

SoC 

BCM2837B0

BCM2837B0

Architektur

ARMv8 (64 Bit)

ARMv8 (64 Bit)

CPU 

ARM Cortex A53, 4 Cores, 1,4 GHz

ARM Cortex A53, 4 Cores, 1,4 GHz

GPU 

Broadcom Dual Core VideoCore IV, 400 MHz

Broadcom Dual Core VideoCore IV, 400 MHz

RAM

512**MByte LPDDR2

1024 MByte LPDDR2

Schnittstellen

USB 2.0

1 

4

GPIO

40 Pins

40 Pins

Massenspeicher

Micro-SD-Card

Micro-SD-Card

weitere

HDMI, CSI, DSI, 3,5-mm-Klinke

HDMI, CSI, DSI, 3,5-mm-Klinke

Konnektivität

Ethernet

kein

1 x 10/100/1000 Mbit/s

WLAN

BCM43455, 2,4/5 GHz, ac

BCM43455, 2,4/5 GHz, ac

Bluetooth

4.2 LS BLE

4.2 LS BLE

Sonstiges

Stromversorgung

5V/2,5A via Micro-USB

5V/2,5A via Micro-USB

Maße

65**x**56**x12**mm

85,6 x 56 x20 mm

Straßenpreis (ca.)

25**Euro

40 Euro

Unterschiede durch Fettung markiert

Trautes Heim

Auch an einem maßgeschneiderten Gehäuse für das neue Mitglied der Pi-Familie laboriert die Foundation bereits herum. Erste Bilder davon lieferte sie mit der Produktankündigung des Pi3A+ (Abbildung 3).

Abbildung 3: Für den Pi3A+ soll demnächst auch ein maßgeschneidertes Gehäuse erscheinen. (Bild: Raspberry Pi Foundation)

Abbildung 3: Für den Pi3A+ soll demnächst auch ein maßgeschneidertes Gehäuse erscheinen. (Bild: Raspberry Pi Foundation)

Allerdings handelt es sich bei dem gezeigten Stück noch um einen Prototyp, der laut Pressemitteilung “noch nicht so ganz fertig” ist. Man hoffe jedoch, bereits Anfang Dezember erste Exemplare des neuen Cases in den Handel ausliefern zu können, so heißt es in der Verlautbarung. Über den Preis des Gehäuses war zu Redaktionsschluss allerdings noch nichts in Erfahrung zu bringen.

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