Datenretter Ddrutility 2.8, Textmarker Grec 0.2.0, Spürhund Pdfgrep 2.0.1, Shell-Erweiterung Vshnu 1.0401.
Datenretter
In Kombination mit dem bewährten Ddrescue erleichtert Ddrutility 2.8 die Datenrettung deutlich.
Erfahrene Anwender greifen oft zu Tools wie Dd oder Ddrescue, um ein Abbild eines beschädigten Datenträgers zu erstellen und davon möglichst viele Daten zu retten. Die Werkzeugsammlung Ddrutility bietet dabei weitere Unterstützung. Sie umfasst die Tools Ddrutility, Ddru_findbad, Ddru_ntfsbitmap, Ddru_ntfsfindbad und Ddru_diskutility. Das Meta-Tool Ddrutility greift dabei transparent auf die anderen Tools der Sammlung zurück.
Das Skript ddru_findbad.sh überprüft für die Dateisysteme Ext2/3/4, FAT16, FAT32, NTFS und HFS, welche Dateien eines Datenträgers fehlerhafte Sektoren enthalten. Dabei greift es unter anderem auf Fdisk, NTFS-3g und das Forensik-Tool Sleuthkit zurück. Beim Aufruf übergeben Sie Ddru_findbad neben der Abbilddatei auch die Log-Datei von Ddrescue als Parameter. Für die Analysen legt das Skript standardmäßig eine Sektorgröße von 512 Byte fest, die Sie mit dem Parameter -s beim Programmaufruf ändern. Das Ergebnis schreibt das Tool in die mit -o angegebene Ausgabedatei. Die Auskunftsfreudigkeit des Tools steigern Sie mit den Parametern -m und -e, was zu Lasten der Verarbeitungsgeschwindigkeit geht. Für eine schnelle Kontrolle des Abbilds geben Sie stattdessen den Parameter -q mit: Dann prüft Ddru_findbad nur den ersten und letzten Sektor einer Blockgruppe.
Für das Bearbeiten von NTFS-Abbildern greifen Sie zu Ddru_ntfsfindbad, einem in C implementierten und entsprechend flinken Programm. Ddru_ntfsbitmap erzeugt eine Bitmap-Datei einer beschädigten NTFS-Partition. Daraus kann Ddrescue eine Recover-Domain erzeugen, mit deren Hilfe es nur wirklich genutzte Datenblöcke wiederherstellt.
Textmarker
Die Fähigkeit, viele Suchmuster im Gesamttext farblich hervorzuheben, macht Grec 0.2.0 interessant.
Zur Suche nach Textmustern in einer oder mehreren Dateien nutzen viele Anwender das GNU-Tool Grep, das jedoch immer nur die Zeilen mit dem gesuchten Muster ausgibt. Um das Suchmuster im Gesamtkontext des Inhalts zu sehen, greifen Sie zum Python-Tool Grec. Es gibt bei jeder Suche immer den vollständigen Text aus und hebt dabei die gesuchten Textmuster ein einer Farbe hervor, die Sie beim Aufruf über den -m festlegen. Dabei stehen die acht Grundfarben des Termcolor-Pakets zur Auswahl. Kombinieren Sie diese geschickt, lassen sich auch komplexe Suchmuster hervorheben. Sie dürfen -m auch mehrmals angeben, um parallel nach verschiedenen Mustern zu suchen. Alternativ stöbern Sie mit dem Parameter -g Gruppen von regulären Ausdrücken auf und geben dabei jeder davon eine individuelle Farbe. Einen entsprechenden Beispielaufruf finden Sie in der Datei README, eine Manpage gibt es hingegen nicht. Bei großen Dateien wird die Grec-Ausgabe schnell unübersichtlich. Die Entwickler empfehlen deshalb, die Ausgabe an den Pager More weiterzuleiten. Um stattdessen Less zu verwenden, rufen Sie es mit dem Parameter -R auf: Andernfalls stellt der Pager die Farbkodierungen von Grec nicht korrekt dar.
Spürhund
Bei der Suche in PDF-Dokumenten unterstützt Sie Pdfgrep 2.0.1.
Pdfgrep stellt zur Suche nach Textmustern in PDF-Dateien eine Reihe aus Grep bekannter Funktionen zur Verfügung, wozu es auf die Poppler-Bibliotheken zurückgreift. Einen ersten Funktionsüberblick liefert ein Aufruf mit dem Parameter --help, eine ausführliche Beschreibung aller Funktionen finden Sie in der Manpage.
Wie von Grep gewohnt übergeben Sie dem Programm beim Aufruf das Suchmuster und die zu durchsuchende Datei. Um als Suchmuster Perl-kompatible reguläre Ausdrücke zu nutzen, setzen Sie außerdem den Schalter -P. Standardmäßig gibt Pdfgrep nur die passenden Textzeilen aus, mit dem Parameter -n außerdem auch die Seitennummer der Treffer. Die reine Trefferanzahl erfahren Sie mit dem Schalter -c. Für die Ausgabe von Textzeilen aus dem Trefferumfeld dienen wie bei Grep die Parameter -A, -B und -C. Über den Parameter --color heben Sie Fundstellen farblich hervor, wobei die Umgebungsvariable GREP_COLORS die Farbwahl bestimmt.
Um eine passwortgeschützte Datei zu durchsuchen, geben Sie beim Aufruf mit --password das entsprechende Passwort an, dass allerdings anschließend in der Shell-Befehlshistorie auftaucht. Die kurze Online-Hilfe zu Pdfgrep führt viele Funktionen nicht auf, eine ausführliche Beschreibung liefert die Manpage.
Funktionserweiterung für die Konsole
Die leistungsfähige Erweiterung Vshnu 1.0401 erspart über zahlreiche Tastenkombinationen viel Tipparbeit.
Viele Linux-Anfänger vermissen in der Shell den Bedienkomfort, mit wenigen Tasten oder Klicks eine Aktion auszulösen. Hier setzt das Perl-Tool Vshnu an, eine auf der Standard-Shell aufsetzende Erweiterung, die Sie aus den Quellen installieren müssen. Als Abhängigkeit benötigt Vshnu lediglich eine Version des Perl-Term-Moduls, die beiliegt. Die Konfiguration von Vshnu regeln die Dateien vshnucfg.pl (global) und vshnurc.pl (benutzerspezifisch). Meist reicht die Standardkonfiguration jedoch aus.
Beim Aufruf erzeugt Vshnu eine mehrspaltige Liste aller im aktuellen Verzeichnis vorhandenen Dateien und Ordner. Ein Buchstabe vor jedem Eintrag ermöglicht den direkten Zugriff auf den Eintrag. Wählen Sie ein Unterverzeichnis, wechselt Vshnu dorthin und erzeugt eine Verzeichnisliste. Für eine Datei bestimmt das Tool selbstständig den Datentyp und versucht das File mit einer geeigneten Anwendung zu öffnen.
Hinter dem Tastenkürzel [Umschalt]+[**5**] verbergen sich alle Tastenbelegungen, eine Übersicht aller unterstützten Maus-Funktionen erreichen Sie mit [^]. Drücken Sie [Umschalt]+[ß], verweist Vshnu auf die Online-Hilfe und wechselt in den sogenannten Do-Modus. Darin präsentiert das Tool Ihnen beim Markieren einer Datei eine Auswahl aller Verarbeitungsmöglichkeiten, aus denen Sie per Tastendruck auswählen.
Mit [Umschalt]+[**7**] wechseln Sie in den Auswahlmodus, in dem Sie mehrere Dateien oder Verzeichnisse zum Verarbeiten markieren. [Umschalt]+[**2**] aktiviert den Expand-Modus. Wählen Sie nun ein Unterverzeichnis aus, wechselt Vshnu nicht dorthin, sondern blendet stattdessen den Inhalt ins aktuelle Verzeichnis ein. Mittels [Umschalt]+[.] aktivieren Sie die Standard-Shell, um dort Befehle auszuführen. Über [Strg]+[Q] beenden Sie Vshnu.






