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Aus Raspberry Pi Geek 06/2016

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Uwe Vollbracht

Bandbreitenmonitor Bwm-ng 0.6.1, Systemzeit-Tool Daytime 2.0, Spamfilter Rspamd 1.3.5, Mini-Webserver Weborf 0.13.3.

Datentacho

Mithilfe von Bwm-ng 0.6.1 werfen Sie schnell einen Blick auf den aktuellen Datendurchsatz oder integrieren die Ausgabe des Tools in Skripte und Webseiten.

Mit dem Bandwidth Monitor Next Generation oder kurz Bwm-ng werfen Sie auch ohne administrative Rechte schnell einen Blick auf den aktuellen Datendurchsatz. Standardmäßig wertet das Werkzeug dazu die Einträge im /proc-Verzeichnis aus, speziell jene aus /proc/net/dev und /proc/diskstats. Weitere Messwerte bezieht es aus Quellen wie Netstat oder Kstat. Geben Sie nichts anderes vor, zeigt Bwm-ng den aktuellen ein- und ausgehenden Datenfluss aller momentan aktiven Schnittstellen. Möchten Sie nur bestimmte Schnittstellen auswerten, geben Sie diese beim Aufruf über den Parameter -I an. Wissen Sie nicht genau, welche Schnittstellen es im System gibt, dann rufen Sie Bwm-ng mit dem Parameter --allif 2 auf. Es zeigt dann auch inaktive Schnittstellen an und solche, die gerade keine IP-Adresse besitzen. Bwm-ng aktualisiert die Anzeige alle 500 Millisekunden, wobei es neu aktivierte Schnittstellen automatisch mit aufnimmt. Ebenso entfernt es deaktivierte Schnittstellen automatisch aus der Anzeige. Die Ausgabe erfolgt in einer übersichtlichen Curses-basierten Oberfläche. Alternativ wählen Sie als Ausgabeformat auch eine fortlaufende ANSI-Ausgabe oder – zum Weiterverarbeiten der Daten in eigenen Skripten – eine Ausgabe ins CSV-Format. Möchten Sie den Datendurchsatz gerne im Browser betrachten, geben Sie als Ausgabeformat HTML an. Standardmäßig schreibt das Tool die Ausgabe ins Konsolenfenster, über den Parameter -F geben Sie stattdessen eine Ausgabedatei vor.

Bwm-ng 0.6.1

★★★★

Lizenz: GPLv2

Quelle https://www.gropp.org/?id=projects&sub=bwm-ng

Uhrwerker

Über unterschiedlichste Zeitquellen hält Daytime 2.0 die Systemzeit stets aktuell.

Das Konsolenprogramm Daytime hilft Ihnen beim Aktualisieren der Systemzeit. Dazu ermittelt es die aktuelle Zeit aus verschiedensten Quellen. Rufen Sie es ohne Parameter auf, holt Daytime die aktuelle Zeit via HTTP von Google.com, mit dem Parameter -http geben Sie andere Webserver als Zeitquelle vor. Benötigen Sie für den Webzugriff einen Proxy-Server, müssen Sie jedoch auf andere Protokolle ausweichen, da Daytime keine Proxy-Einstellungen bietet. Neben HTTP unterstützt das Tool die klassischen Zeitprotokolle Daytime, Time, NIST und SNTP. Dazu setzen Sie beim Aufruf das gewünschte Protokoll via Parameter und geben einen Zeitserver an. Bei Bedarf lassen Sie sich dazu über den Parameter -servers eine Liste von möglichen Zeitquellen vorschlagen. Daytime gibt die empfangene Zeit nur aus, sofern Sie es nicht beim Aufruf über den Parameter -s anweisen, die aktuelle Systemzeit zu ändern. Auf Systemen mit Hardware-RTC setzt Daytime auch diese Uhr, sofern Sie ihm den Parameter -r mitgeben. Das Setzen der System- und Hardware-Uhr gelingt jedoch nur mit Administratorrechten. Um die Zeit stets aktuell zu halten, starten Sie Daytime mit den Parametern -d oder -D als Dienst. Geben Sie außerdem die Option -l mit, reicht das Tool alle Systemmeldungen an den Syslog-Dienst weiter. Läuft Daytime als Dienst, betätigt es sich auf Wunsch auch als Zeitserver im LAN. Dazu geben Sie ihm beim Aufruf die Optionen -sntpd und -sntp-bcast mit – Letztere sendet in 30-Sekunden-Intervallen SNTP-Pakete in vorgegebene Netzwerke. Mit -t passen Sie die Intervalldauer beliebig an. Online-Hilfe und Manpage des Tools bieten einige Anwendungsbeispiele und erläutern die Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Parameter.

Daytime 2.0

★★★

Lizenz: GPLv3

Quelle http://www.cjpaget.co.uk/Code/daytime/

Müllmann

Mit Rspamd 1.3.5 bändigen Sie die Spam-Flut auf Ihrem Mailserver. Über eigene Filterregeln ergänzen Sie die Standardkontrollen wie DKIM oder SPF und passen so Rspamd an die eigenen Bedürfnisse an.

Betreiben Sie auf dem RasPi einen Mailserver, hilft Ihnen Rspamd dabei, der Spam-Massen Herr zu werden. Das Tool bietet zahlreiche Filterfunktionen, mit deren Hilfe sich Spam identifizieren lässt. So kommt es etwa mit dem Sender Policy Framework SPF zurecht, das alle renommierten Mail-Provider wie Google, GMX oder Yahoo bereits seit Langem unterstützen. So lässt sich bei jeder Mail in kürzester Zeit die Legitimität des Absenders verifizieren. Eine weitere Kontrollmöglichkeit bietet Domain-Key Identified Mail, kurz DKIM: Damit prüft der Empfänger, ob die Krypto-Signatur einer Mail zum per DNS hinterlegten öffentlichen Schlüssel der absendenden Domain passt. Bei positiver Übereinstimmung leitet Rspamd die Nachricht weiter. Darüber hinaus greift Rspamd auch auf die Daten öffentlicher Blacklists für DNS- und URL-Einträge zurück. Über die Standardkontrollen hinaus lassen sich auch eigene Filterregeln definieren. Dabei unterstützt Rspamd reguläre Ausdrücke und bietet auf der lokalen Netzwerkschnittstelle am Port 11334 eine webbasierte Konfigurationsoberfläche an. Darüber können Sie nicht nur bequem Filter erstellen, sondern Rspamd auch zu Lernzwecken mit Spam-Beispielen füttern und den aktuellen Systemstatus abfragen. Arbeiten Sie lieber auf der Konsole, greifen Sie zum Konfigurationsclient Rspamc. Die Manpage liefert Beispiele zur Anwendung und zu den verfügbaren Befehlen. Über die Programmiersprache LUA lassen sich eigene Erweiterungen für Rspamd erstellen. Die Projektseite bietet dazu eine ausführliche Dokumentation inklusive Anwendungsbeispielen.

Rspamd 1.3.5

★★★

Lizenz: Apache License

Quelle https://www.rspamd.com/

Kleinstdiener

Der gertenschlanke Webserver Weborf 0.13.3 reagiert schnell und benötigt wenig Ressourcen.

Um im heimischen Netz einige Verzeichnisse und Seiten bereitzustellen, müssen Sie nicht zwangsläufig Apache oder Nginx aufsetzen. Oft genügt dazu schon ein kleiner Webserver wie der speziell zu diesem Zweck entwickelte Weborf. Er hat auch mit großen Dateien kein Problem und komprimiert bei Bedarf ein Verzeichnis vor der Übertragung im tar.gz-Format. Die simple Konfiguration von Weborf erfolgt wahlweise in der Datei weborf.conf oder schlicht über Kommandozeilenparameter. Zum Freigeben eines Ordners oder einer Verzeichnisstruktur geben Sie diese(n) beim Programmstart mit dem Parameter --base-dir an. In höherliegende Verzeichnisse dürfen Nutzer zwar nicht wechseln, doch serverbasierte Skripte können trotzdem auf Inhalte außerhalb des Base-dir zugreifen. Standardmäßig stellt Weborf die Inhalte auf allen Schnittstellen am Port 8080 bereit, sofern Sie nicht beim Aufruf mit den Parametern -i und -p etwas anderes vorgeben. Beim Zugriff auf ein Verzeichnis erzeugt Weborf in Echtzeit eine Webseite, die dessen Inhalt als Linkliste darstellt. Enthaltene index.html-Dateien ignoriert der Server und lädt sie nicht automatisch. Über den Parameter --index können Sie aber eine kommaseparierte Liste von Dateien festlegen, die Weborf als Indexdateien erkennt und auswertet. Um mehr als nur eine Verzeichnisstruktur über Weborf auszuliefern, übergeben Sie dem Server mit dem Parameter -V eine Liste virtueller Hosts samt jeweils zugehörigem Base-dir. Um Weborf stets zur Verfügung zu haben, aktivieren Sie den Server in der Konfiguration von Inetd mit dem Parameter -T: Der “Superserver” startet Weborf dann bei Zugriffen auf den Webserver-Port automatisch. Das Raspbian-Repo enthält zudem ein Paket mit Init-Skripten für den Einsatz von Weborf ohne Inetd. Mit Qweborf liegt außerdem eine einfache, Qt-basierte Konfigurationsoberfläche im Repository. (jlu)

Weborf 0.13.3

★★★★

Lizenz: GPLv3

Quelle https://ltworf.github.io/weborf/

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