Aus Raspberry Pi Geek 01/2025

Aktuelle Hardware im Kurztest

Ausgepackt

Bernhard Bablok

Luxus-Poti Pimoroni RGB Potentiometer Breakout, LED-Effekt- Controller Pimoroni Tiny FX, Debug-Helfer Waveshare RP2040-Geek, Sound-HAT Pimoroni Pico Audio Pack.

Vollausstattung

Das Pimoroni RGB Potentiometer Breakout verfügt über einen eigenen Mikrocontroller.

Drehwiderstände, auch kurz Poti (von Potentiometer) genannt, bekommen Sie für unter einem Euro auf dem Grabbeltisch. Da stellt sich die Frage, warum Sie dann für das RGB Potentiometer Breakout von Pimoroni über 12 Euro ausgeben sollten.

Der primäre Grund dafür liegt in der besonderen Ansteuerung. Normale Drehwiderstände haben drei Anschlüsse: Eingangsspannung, variable Spannung sowie Masse. Wenn die Potis nicht gerade als Spannungsteiler der Spannungsbegrenzung dienen, dann benötigen Sie einen ADC-Eingang für das Ablesen des eingestellten Spannungswerts. Und gerade einen ADC-Pin hat die Foundation dem RasPi seit der ersten Generation konsequent verwehrt.

Bei Pimoronis Bauteil steckt ein eigener Mikrocontroller im Breakout, der den Widerstand ausliest und bequem per I2C bereitstellt. Als Bonus gibt es eine ebenfalls per I2C steuerbare RGB-LED für optisches Feedback. Zumindest für RasPi-Anwendungen relativiert sich also der Preis, da Sie keinen externen ADC-Baustein mehr beschaffen müssen. Im einfachsten Fall stecken Sie das Bauteil mithilfe der beigelegten Winkelbuchse direkt auf die entsprechenden Pins des RasPi.

Neben dem Poti hat Pimoroni auch einen Encoder in der gleichen Aufmachung im Programm. Auch hier erleichtert der eingebaute Controller das Auslesen und Dekodieren der Signale.

Pimoroni RGB Potentiometer Breakout

 

Preis: 12,20 Euro

Bezugsquelle: Berrybase, Pimoroni

Lichtspiele

Der Pimoroni Tiny FX LED Effects Controller sorgt für imposante Optik und passenden Sound.

Aus Klemmbausteinen entstehen immer wieder sehenswerte Bauwerke. Passende Beleuchtungskits geben dann den letzten Schliff für die Präsentation. Wer dabei die Licht- und Toneffekte lieber selbst steuern will, baut sich die Effektbeleuchtung mit einem RasPi oder Pi Pico, Leuchtdioden und Tongebern selbst zusammen.

Mit dem Tiny FX LED Effects Controller bietet Pimoroni eine auf den Einsatzzweck abgestimmte Steuerplatine auf Basis der RP2040-MCU an. Zwar fällt das Platinchen wirklich winzig aus, bietet aber trotzdem sechs LED-Anschlüsse, einen RGB-LED-Anschluss sowie einen I2S-Verstärker samt Lautsprecherbuchse für Lichter und Töne. Ein Stemma/Qt- sowie ein Sensorkonnektor runden das Gesamtkunstwerk ab.

Für die passenden Licht- und Toneffekte stellt Pimoroni obendrein eine MicroPython-Bibliothek sowie zahlreiche Anwendungsbeispiele bereit. Passende Leuchtdioden sowie weiteres Zubehör liefert Pimoroni auf Wunsch in Form eines Starterkits gleich mit.

Pimoroni Tiny FX LED Effects Controller

 

Preis: 17,55 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni

Jagdhelfer

Der Waveshare RP2040-Geek erleichtert Programmierern das Debugging von MCU-Programmen.

Der RP2040-Geek wirkt auf den ersten Blick wie ein simpler USB-Stick, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen jedoch als ein RP2040 mit 1,14-Zoll-Bildschirm, Speicherkartenslot, diversen Anschlüssen und einem Bootschalter. Das ist zwar ganz praktisch für kompakte Minianwendungen oder um unterwegs am Laptop kurz das ein oder andere Programm zu testen, aber damit allein wäre das Produkt von Waveshare nicht wirklich erwähnenswert.

Das eigentliche Killerfeature des RP2040-Geek sind seine UART- und Debug-Anschlüsse (SWD, I2+C). Der USB-Stick vermittelt damit zwischen Rechner und einem weiteren Pico. Das erleichtert C-Programmierern die Programmentwicklung von Linux oder Windows aus. Bildschirm und Speicherkarte bräuchte es für diesen Anwendungszweck zwar nicht unbedingt, aber zu billig wollte der Hersteller das Produkt anscheinend dann doch nicht machen.

Als Alternative gibt es die offizielle Debug-Probe der Raspberry Pi Foundation. Die fällt jedoch weniger kompakt, deutlich fragiler und obendrein teurer aus.

Waveshare RP2040-Geek

 

Preis: 10,90 Euro

Bezugsquelle: Berrybase

Krachmacher

Das Pimoroni Pico Audio Pack stattet den Pi Pico mit opulentem Sound aus.

Mit dem Pico Audio Pack hat Pimoroni einen interessanten Audio-HAT für den Raspberry Pi Pico im Programm. Per Buchsenleiste packen Sie ihn unter das MCU-Board. Sofern das bereits mit Pin-Headern bestückt ist, beschränkt sich die Hardwareinstallation aufs bloße Aufstecken.

Zum Krachmachen hat das Pico Audio Pack einen I2S-DAC an Bord. Der Digital-to-Analog Converter liefert seine Signale seinerseits unverstärkt an einen Line-out-Ausgang für den Anschluss an einen Verstärker. Als Alternative gibt es einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss für Kopfhörer, der für den nötigen Wumms hinter einem Stereo-Headphone-Driver des Typs PAM8908 hängt. Per Schiebeschalter schalten Sie dessen Verstärkung um.

Da der Pico I2S-Signale sehr effizient auszugeben vermag, gibt es auch gute Softwareunterstützung. Einziger Kritikpunkt am Pico Audio Pack ist die Blockade sämtlicher Pins des Pico. Das betrifft zwar grundsätzlich alle HATs, doch das Missverhältnis erscheint für dieses Exemplar besonders hoch: Eigentlich benötigt das Board lediglich vier Pins, drei für I2S und einen für Mute. (Bernhard Bablok/jlu)

Pimoroni Pico Audio Pack

 

Preis: 16,50 Euro

Bezugsquelle: Berrybase, Pimoroni

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