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Aus Raspberry Pi Geek 06/2017

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Uwe Vollbracht

Simpler Datenaustausch mit Droopy 20131121, Protokolle aufbereiten mit Pimp my Log 1.7.13, Konsolenprogramme aufrüschen mit Rlwrap 0.43, Web-Formulare entwerfen mit Scriptform 1.1.

Tauschbörse

Mithilfe von Droopy 20131121 richten Sie ohne großen Aufwand eine Plattform zum Dateiaustausch im LAN ein.

Der kompakte, stromsparende RasPi drängt sich als Dateiaustauschplattform geradezu auf. Möchten Sie eine solche in Ihrem LAN einrichten, scheuen aber den Aufwand einer Fileserver-Installation, dann greifen Sie zu Droopy: Es stellt eine simple Weboberfläche für Dateiübertragungen bereit. Droopy besteht nur aus einem Skript, die rudimentäre Konfiguration nehmen Sie über Kommandozeilenparameter vor. Das Tool wartet am Port 8000 an allen Schnittstellen auf eingehende Verbindungen. Die übertragenen Dateien legt es im Verzeichnis ab, aus dem es aufgerufen wurde. Rufen Sie im Webbrowser die Adresse des Raspberry inklusive Port 8000 auf, gelangen Sie in ein einfaches Upload-Formular samt Eingabefeld für die zu übertragende Datei. Ein Klick auf das Send-Symbol startet die Übertragung. Um das Formular individueller zu gestalten, geben Sie Droopy beim Aufruf über den Parameter -m einen Begrüßungstext oder mit -p ein Bild mit. Ein Verzeichnis für die übertragenen Dateien legen Sie via -d fest. Standardmäßig erlaubt Droopy keinen Webzugriff auf einmal übertragene Dateien. Sollen diese auch zum Download bereitstehen, rufen Sie Droopy mit dem Parameter -dl auf. Es zeigt dann alle Dateien im Upload-Ordner unterhalb der Begrüßungsnachricht an. Zum Herunterladen klicken Sie einfach die gewünschte Datei an. Droopy unterstützt keine keine differenzierte Authentifizierung und eignet sich daher nur für geschlossene Netzwerke. Immerhin können Sie mithilfe des Parameters -a eine Kombination aus Benutzername und Passwort vorgeben, die dann für alle Nutzer gilt. Mit -ssl hinterlegen Sie gegebenenfalls ein SSL-Zertifikat. Über den Schalter --save-config sichern Sie beim Aufruf die aktuelle Konfiguration in der Datei ~/.droopy. Das Tool verwendet diese dann beim nächsten Aufruf wieder.

Droopy 20131121

★★★

Lizenz: BSD

Quelle: http://stackp.online.fr/?p=28

Lesehilfe

Mit Pimp my Log 1.7.13 durchstöbern Sie bequem die übersichtlich aufbereiteten Protokolldateien von Webservern.

Der komfortable Log-Viewer Pimp my Log, kurz Pml, kommt mit allen Protokolldateien im klassischen NCSA-Format zurecht und unterstützt damit Webserver von Nginx bis hin zum Microsoft IIS. Zur Installation entpacken Sie das Pml-Quellarchiv ins Dokumentenverzeichnis des Webservers. Das Archiv enthält in der Datei config.example.php eine Beispielkonfiguration, die Sie in config.php umbenennen und bei Bedarf anpassen. Daneben bietet Pml auch einen webbasierten Konfigurationsassistent, der automatisch beim ersten Aufruf nach der Installation startet. Er erzeugt das administrative Benutzerkonto und führt Sie interaktiv durch die Konfiguration. Neben der Angabe des Protokollformats und des Log-Verzeichnisses benötigt Pml Lesezugriff auf alle auszuwertenden Dateien. Dazu müssen Sie gegebenenfalls die Zugriffsrechte auf der Konsole händisch anpassen. In der integrierten Benutzerverwaltung von Pml statten Sie als Admin andere Benutzer mit einfachen oder administrativen Zugriffsrechten aus. Nach der Anmeldung in der Weboberfläche von Pml gelangen Sie in ein übersichtliches Dashboard. Pml lädt standardmäßig die zuletzt geöffnete Log-Datei und listet jeden Eintrag mit den wichtigsten Daten auf, wie Datum, Adresse, HTTP-Befehl, Result-Code und Größe, Referer oder User-Agent. Über das Konfigurationsmenü blenden Sie einzelne Spalten bequem ein und aus; in der Kopfzeile des Dashboards gibt es zudem ein Suchfeld, über das Sie mittels regulärer Ausdrücke die Anzeige einschränken. Über eine Exportfunktion legen Sie die Protokollinhalte bei Bedarf im CSV-, XML- oder JSON-Format zur Weiterverarbeitung ab.

Pimp My Log 1.7.13

★★★

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://pimpmylog.com

Komfortzone

Der Wrapper Rlwrap 0.43 verhilft Konsolenprogrammen mithilfe der Readline-Libraries zu mehr Komfort.

Zahlreichen Konsolenprogramm fehlen Komfortfunktionen wie Zeileneditor oder die Verlaufsfunktion. Mit dem Eingabe-Editor Rlwrap rüsten Sie diese Funktionen nach, ohne das jeweilige Programm ändern oder gar kompilieren müssen: Das Tool klemmt sich als sogenannter Wrapper zwischen die Tastatureingabe und das verarbeitende Programm. Es basiert auf den Readline-Bibliotheken, die jede Distribution mitbringt. Um ein Programm mit Rlwrap zu nutzen, übergeben Sie es Rlwrap als Parameter beim Aufruf. Damit verfügt das Programm dann über eine Suche, einen Verlauf sowie eine Vervollständigungsfunktion. Um Letztere effizient nutzen zu können, müssen Sie allerdings für das fragliche Programm eine Textdatei mit Schlüsselbegriffen anlegen, die Sie unter /etc/rlwrap/ speichern oder Rlwrap mit dem Parameter -f explizit beim Aufruf übergeben. Um bei den Schlüsselbegriffen auf die Prüfung der Schreibweise zu verzichten, verwenden Sie den Schalter -i mit. Den Befehlsverlauf für das jeweilige Programm speichert Rlwrap in einer versteckten Datei, die es standardmäßig im Benutzerverzeichnis ablegt. Das ändern Sie bei Bedarf über die Umgebungsvariable RLWRAP_HOME. Die Verlaufsdatei nimmt maximal 300 Einträge auf, sofern Sie diesen Wert nicht über den Parameter -s ändern. Doppelte Einträge im Verlauf vermeiden Sie durch den Parameter -D. Rlwrap beherrscht außerdem das Einfärben der Eingabezeile und das Filtern von Eingaben aus der Verlaufsdatei. Mehr dazu finden Sie in der ausführlichen Manpage des Tools.

Rlwrap 0.43

★★★★

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://github.com/hanslub42/rlwrap

Web-Formulare einfach erzeugen

Dank JSON legen Sie mit Scriptform 1.1 in wenigen Handgriffen Webformulare für Ihre Skripte oder Drittprogramme an.

Interaktive Webseiten mit Formularen und entstehen meist in einer Skriptsprache wie PHP und laufen auf einem leistungsfähigen Webserver ausgeführt. Dass das auch ohne tiefschürfende Programmierkenntnisse geht, beweist das Python-Tool Scriptform: Weder müssen Sie sich in eine Skriptsprache einarbeiten, noch einen Webserver einrichten. Scriptform hat seine eigene kleine Web-Engine im Gepäck, der Sie das Seiten- und Formular-Layout in Form einer JSON-Konfigurationsdatei beim Programmaufruf übergeben. Eine Beispielkonfiguration dazu finden Sie im Quellarchiv enthalten. Ein Formular besteht aus dem Titel, einer allgemeinen Funktionsbeschreibung, dem auszuführenden Programm oder Skript und der Definition der Formularfelder. Die Formularfelder bestehen aus einem Namen, der später als Variable dient, einem Titel für die Anzeige sowie einem Feldtyp, von denen Scriptform zehn verschiedene kennt. Die Palette reicht vom einfachen String über Integer und Float bis zu Password oder File. Eine ausführliche Dokumentation aller Feldfunktionen samt Anwendungsbeispielen finden Sie auf der Github-Seite des Tools. Nach dem Programmstart erzeugt Scriptform im aktuellen Verzeichnis eine Log-Datei; über --log-file geben Sie bei Bedarf einen anderen Speicherort vor. Füllt ein Anwender im Webbrowser das Formular aus, startet Scriptform im Anschluss das in der JSON-Konfiguration definierte Programm und übergibt ihm die eingegebenen Daten als Kommandozeilenparameter. Durch die Unterstützung der HTAuth-Funktion lassen sich mit Scriptform auch komplexe, zugriffsbeschränkte Formulare erzeugen. Mit dem Schlüsselwort allowed_user beschränken Sie in der JSON-Konfiguration den Zugriff zu Formularbereichen auf bestimmte Anwender. Anwendungsbeispiele dazu finden Sie in der Dokumentation auf Github oder in der Datei MANUAL.html im Quellarchiv.

Scriptform 1.1

★★★★

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/fboender/scriptform

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