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Aus Raspberry Pi Geek 01/2015

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Uwe Vollbracht

Daten sichern mit Gadmin-rsync 0.1.8, Webseiten spiegeln mit Httrack 3.48.19, Partitionen verwalten mit Gparted 0.20.0, POP3-Konten aufräumen mit Mail Dispatcher 0.3

Datenschubser

Im komfortablen Frontend Gadmin-rsync 0.1.8 konfigurieren Sie alle wichtigen Optionen für das klassische Sicherungswerkzeug Rsync. Damit avanciert der RasPi zur Backup-Lösung.

Rsync gilt als klassisches Kommandozeilen-Tool für die Datensicherung und den Datenabgleich zwischen entfernten Systemen. Gadmin-rsync fügt ihm den Komfort einer grafischen Oberfläche hinzu. Das übersichtlich strukturierte GTK+-Frontend erfordert administrative Rechte. Beim ersten Start aktiviert es einen Assistenzmodus, der beim Anlegen eines neuen Sicherungsprofils hilft. In diesem legen Sie fest, welche Verzeichnisse Rsync wohin sichern soll. Als Ziele stehen lokale Verzeichnisse, entfernte Maschinen und der eigene Rechner als Datensenke für ein Remote-System zur Auswahl. Für ein lokales Backup geben Sie lediglich das Zielverzeichnis an, für Sicherungen vom und über das Netz auch die Zugangsdaten des entfernten Systems. Beim Übertragen der Daten sichert Rsync später die Kommunikation via SSH ab. Ein Sicherungsprofil darf mehrere Quell- und Zielverzeichnisse unterschiedlichster Sicherungsziele enthalten, Gadmin-rsync listet alle übersichtlich auf. Einmal definierte Sicherungsprofile legt Gadmin-rsync unter einem frei wählbaren Namen zur Wiederverwendung ab. Über die Schaltfläche Add backup data lassen sich dem Profil nachträglich weitere Verzeichnisse hinzufügen. Über andere Schaltflächen setzen Sie das Sichern einzelner Verzeichnisse des Profils zeitweise aus oder entfernen sie ganz. Zudem können Sie das Profil mit einer Zeitsteuerung ausstatten, die Gadmin-rsync über Cron-Jobs umsetzt. Die entsprechenden Einstellmöglichkeiten befinden sich unten im Reiter Sicherungseinstellungen. Zum Start einer Sicherung genügt es, das entsprechende Profil zu wählen und das Run-Symbol anzuklicken. Im Reiter Sicherungsfortschritt prüfen Sie bei Bedarf nach, welche Verzeichnisse bereits gesichert wurden und wo eventuell Fehler auftraten. Den Füllstand der lokalen Festplatten zeigt der Reiter Disk an.

Gadmin-rsync 0.1.8

★★★★

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://dalalven.dtdns.net/linux/gadmintools-webpage/app_pages/gadmin-rsync.html

Tortenheber

Selbst unerfahrene Anwender verwalten mit Gparted 0.20.0 Festplatten und Partitionen ohne Schwierigkeiten. Die aktuellste Version bietet eine verbesserte Unterstützung für Grub, GPT und LVM2.

Das Partitionieren von Datenträgern lässt sich mit dem grafischen Gparted wesentlich komfortabler und übersichtlicher erledigen als mit dem klassischen Fdisk auf der Kommandozeile. Das Tool erledigt nicht nur grundlegende Aufgaben wie das Anlegen oder Löschen von Partitionen, sondern stellt abhängig vom in der Partition verwendeten Dateisystem weitere Funktionen bereit, etwa das Verschieben einer Partition oder das Verändern der Partitionsgröße. Filesysteme wie JFS, Reiser4 oder XFS lassen sich allerdings im Gegensatz zu Ext2/3/4, FAT oder NTFS nicht verkleinern. Für seine Arbeit greift Gparted intern auf bewährte Konsolenprogramme wie die E2fsprogs, die Mtools oder die Btrfs-Tools zurück. Für die meisten unterstützten Dateisysteme klappt auch das Formatieren der Partitionen aus Gparted heraus. Das Programm prüft auf Wunsch die neue Partition auf fehlerhafte Blöcke und setzt bei Bedarf Markierungen wie boot, hidden oder lba. Änderungen führt es nicht sofort aus, sondern trägt sie als Operation in eine Liste ein. So können Sie in Ruhe diverse Modifikationen vornehmen und gegebenenfalls auch wieder entfernen. Erst wenn alles passt, starten Sie den Änderungslauf. Gparted arbeitet dann alle Operationen ab und führt dabei ein Ereignisprotokoll. Anschließend leert es die Liste der Operationen. Das Protokoll lässt sich zu Belegzwecken als Textdatei speichern.

Gparted 0.20.0

★★★★★

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://gparted.org/

Spiegelfechter

Mit Httrack 3.48.19 spiegeln Sie Webseiten bequem auf den eigenen Rechner. Die neueste Version bringt eine verbesserte Zip-Routine mit und erzeugt schlankere Fehlerberichte.

Im Gegensatz zu einfachen Download-Managern wie Wget bietet das einfach zu bedienende Konsolenprogramm Httrack einen großen Funktionsumfang. Die Konfiguration erfolgt über Aufrufparameter. So gibt es Optionen zur Steuerung des Datenflusses, etwa der Anzahl der Wiederholungen oder der Timeout-Einstellungen, sowie zu Limitierungen, etwa der maximalen Dateilänge oder der Anzahl der Verbindungen pro Sekunde. Einen Proxy stellen Sie über den Parameter -P ein. Weitere Optionen steuern das Protokollieren der Datenverbindungen oder setzen eine Browser-ID. In die Tiefen der Httrack-Konfiguration führen die Parameter der Experten- und Guru-Kategorie. Dazu zählen beispielsweise Debugging-Einstellungen und Techniken zur Cache-Wiederherstellung. Rufen Sie Httrack ohne Parameter auf, startet es einen Konfigurationsassistenten, der interaktiv die wichtigsten Einstellungen abfragt. Hier geben Sie Parameter wie URL, Download-Verzeichnis, Proxy oder Art der Spiegelung an. Über Filter, beispielsweise nach Dateitypen, schränken Sie die Menge der übertragenen Daten ein. Für schnelle Übertragungen weisen Sie Httrack an, mehrere Verbindungen parallel zu starten. Parameter, die einheitlich für alle Httrack-Sitzungen gelten sollen, hinterlegen Sie in der Konfigurationsdatei /etc/httrack.conf. Mit Webhttrack steht auch ein webbasiertes Frontend für Httrack zur Verfügung, das jedoch nicht den vollen Funktionsumfang des Programms abdeckt und sich mangels Zugangskontrolle allenfalls für den lokalen Einsatz eignet.

Httrack 3.48.19

★★★★

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.httrack.com/

Hausmeister

Dank seiner intuitiven Bedienung eignet sich Mail Dispatcher 0.3 hervorragend zum Aufräumen des eigenen POP3-Kontos, ohne dabei Bandbreite zu verschwenden.

Jeder kennt das Problem, dass Spam oder Mails mit großen Anhängen das eigene Postfach verstopfen. Wer dann über eine schmalbandige Leitung zugreifen muss, der wartet ewig. Wer nicht auf IMAP ausweichen kann, dem bietet Mail Dispatcher die Möglichkeit, auch über dünne Leitungen Ordnung zu schaffen. Das Programm lädt dazu nur die Kopfzeilen der Nachrichten und zeigt sie in einer übersichtlichen Oberfläche an. Sie sehen lediglich die wichtigsten Informationen wie Betreff, Absender, Datum und Mail-Größe. Optional lässt sich der Download auf einen bestimmten Empfangszeitraum begrenzen. Standardmäßig holt sich das Tool nur die Kopfzeilen für den aktuellen Tag. In der Nachrichtenübersicht wählen Sie die zu entfernenden Nachrichten an oder leeren direkt das ganze Konto. Filter für Betreff, Empfänger und Sender ermöglichen eine automatische Vorauswahl. Dabei unterscheidet Mail Dispatcher zwischen Filtern, die Nachrichten zum Entfernen markieren, und solchen Filtern, die wichtige Mails herausfischen. Letztere blendet das Tool dann in der Gesamtübersicht aus und verhindert so ein versehentliches Entfernen. Mail Dispatcher läuft autonom auch ohne installierten Mailclient, seine POP3-Schnittstelle kommt mit SSL- oder TLS-verschlüsselten Verbindungen zurecht. Für den Verbindungsaufbau geben Sie lediglich den Mail-Server und die Zugangsdaten des Mail-Kontos an. Die Verbindungsdaten (ohne Zugangsdaten) speichert das Programm unter ~/.maildispatcher/defaults.cfg. So hat jeder Anwender seine eigene Konfiguration.

Mail Dispatcher 0.3

★★★

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://maildispatcher.sourceforge.net/

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