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Aus Raspberry Pi Geek 12/2018

Aktuelle Programme im Kurztest

Angetestet

Uwe Vollbracht

Diffstat 1.62 wertet Diff-Ausgaben statistisch aus, mit Procenv 0.5 den Status von Umgebungsvariablen ermitteln, Netzwerkverbindungen weiterleiten mit Socat 1.7.3.2, Metadatenerweiterung für Dateien mit Tmsu 0.7.1

Diffstat

Diffstat 1.62 wertet die Ausgabe von Diffs statistisch aus.

Wer die Unterschiede zwischen zwei Versionen einer Datei ermitteln möchte, nutzt meistens Diff. Insbesondere bei Textdateien finden Sie schnell die unterschiedlichen Passagen. Wer hingegen die Menge der Änderungen ermitteln will, braucht ein Tool wie Diffstat.

Wie der Name bereits andeutet, wertet das Tool die Ausgabe von Diffs statistisch aus. Es ermittelt die Anzahl der modifizierten, hinzugefügten und entfernten Zeilen. Dazu summiert es die entsprechenden Marker. Ein Plus zeigt neue Zeilen, ein Minus gelöschte Zeilen an. Änderungen sind mit einem Ausrufezeichen gekennzeichnet. Beim Vergleich zweier Dateien erhalten Sie damit eine Gesamtsumme der erfolgten Änderungen.

Übergeben Sie der Software hingegen eine mit Diff generierte Patch-Datei, erzeugt sie eine übersichtliche Statistik aller Änderungen. Sind in dem Patch die Änderungen mehrerer Quellcode-Dateien enthalten, gliedert sie die Ausgabe nach den einzelnen Dateinamen. Das Format passen Sie bei Bedarf durch Kommandozeilenparameter weiter an.

Mit dem Parameter -o schreibt das Programm die Ausgabe in eine Datei. Wer eine tabellarische Ausgabe im CSV-Format wünscht, gibt den Parameter -t mit. Mit -b sorgen Sie dafür, dass das Tool Meldungen über Binärdateien ignoriert. Die Manpage liefert eine ausführliche Beschreibung aller Parameter und verfügbarer Umgebungsvariablen. Detailliertere Informationen finden Sie auf der Projektseite. Wer Diffstat nicht selbst kompilieren möchte, installiert das Tool aus dem Raspbian-Repository.

Diffstat 1.62

★★★

Lizenz: MIT/X

Quelle: http://invisible-island.net/diffstat/

Procenv

Mit Procenv 0.5 den Status von Umgebungsvariablen ermitteln.

Eine Vielzahl von Umgebungsvariablen beeinflussen das Verhalten von Programmen oder des Linux-Kernels. Wer die aktuellen Einstellungen ermitteln möchte, kämpft sich je nach gesuchtem Parameter durch ein temporäres Dateisystem oder nutzt komplexe Analyse-Tools. Procenv versucht, diese Arbeit zu erleichtern, indem es die Abfrage aller relevanten Umgebungsvariablen ermöglicht.

Damit fragen Sie etwa über den Parameter -l die aktuellen Limits des Systems ab, über -L ermitteln Sie die Locale-Einstellungen. Auf Wunsch gibt das Tool Auskunft über die aktuelle Konfiguration des Netzwerks, den verwendeten Compiler, die Cgroup-Einstellungen, die geladenen Bibliotheken oder Thread-Parameter.

Die Ausgabe aller Informationen erfolgt in der Konsole. Mit --file geben Sie eine Ausgabedatei an. Ohne weitere Parameter erzeugt Procenv eine Textdatei. Zum Weiterverarbeiten der Daten mit anderen Programmen geben Sie mit --format ein anderes Format vor. Das Tool unterstützt die Formate XML und JSON. Über die passenden Parameter fragen Sie gezielt die Umgebungsvariablen bestimmter Bereiche wie Netzwerk oder Speicher ab.

Eine ausführliche Übersicht der Parameter mit Beispielen entnehmen Sie der Manpage. Einige Parameter, wie --oom oder --cgroup, sind Kernel-spezifisch und stehen somit nur auf Linux-Systemen bereit. Durch die flexible Konfiguration eignet sich das Tool auch zur Fehleranalyse in eigenen Skripten.

Procenv 0.50

★★★★

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/jamesodhunt/procenv

Socat

Netzwerkverbindungen weiterleiten mit Socat 1.7.3.2.

Mit dem Relay-Tool Socket Cat, kurz Socat, verbinden Sie mit wenigen Parametern zwei Systeme bidirektional über das Netz. Der Einsatzbereich des Programms reicht vom einfachen Übertragen von Daten bis hin zum Streaming großer Datenmengen. Es eignet sich als Relay zwischen IPv6 und IPv4 oder als einfache TCP-Weiterleitung. Da die Software das Protokoll TLS zum Verschlüsseln beherrscht, eignet sie sich dazu, als SSL- oder TLS-Wrapper für andere Programme zu arbeiten.

Geschickt mit dem Tool Chroot kombiniert, setzen Sie mit wenigen Befehlen eine sichere Umgebung auf. Anregungen und Beispiele sind in der Manpage und auf der Projektseite zahlreich vorhanden. Socat bietet zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten. Neben Zielsystem und Übertragungsprotokoll dürfen Sie Timeout-Werte, Buffer- und Blockgrößen festlegen.

Wer Socat regelmäßig einsetzt, sollte den Aufruf als Skript oder Shell-Alias einrichten. Fehlermeldungen schreibt das Tool in die Standardausgabe. Mit dem Parameter -ly reichen Sie die Meldungen an den Syslog-Dienst weiter, mit -lf leiten Sie sie in eine eigene Logdatei um. Wollen Sie das Tool nicht aus den Quellen kompilieren, greifen Sie auf die ältere Version im Raspbian-Repository zurück. Die aktuelle Version enthält hauptsächlich Fehlerkorrekturen, aber keine neuen Funktionen.

Socat 1.7.3.2

★★★★

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.dest-unreach.org/socat/

Tmsu

Metadatenerweiterung für Dateien mit tmsu 0.7.1.

Viele Anwender kennen erweiterte Metadateninformationen, oft Tags genannt, bereits von MP3-Dateien. Das Tool Tmsu bietet die Möglichkeit, ganz normale Dateien mit solchen Daten auszustatten. Welcher Art diese sind, dürfen Sie frei definieren, vorgegebene Klassen gibt es nicht.

Damit die eigentlichen Dateien unverändert bleiben, greift Tmsu auf die Software Fuse zurück und erzeugt mit deren Hilfe ein virtuelles Dateisystem, in dem einzelne Dateien nach Metadaten geordnet verlinkt sind. So ist es möglich, mit normalen Programmen auf die Dateien zuzugreifen.

Bevor Sie Tmsu in einem Verzeichnis verwenden, erzeugen Sie eine passende Datenbank, in der alle Metadaten für dieses Verzeichnis und dessen Unterverzeichnisse liegen. Nun ordnen Sie den Dateien neue Metadaten zu. Es ist möglich, eine Datei als Vorlage für das Zuordnen zu verwenden. Bei Bedarf gibt das Programm eine Liste aller bereits angelegten Metadatenklassen aus.

Wollen Sie wissen, welche Dateien Sie bereits mit Metadaten versehen haben, machen Sie eine Statusabfrage. Eine Liste aller Dateien, die einer bestimmten Klasse zugeordnet sind, erhalten Sie über tmsu files. Mit tmsu untag heben Sie die Zuordnung wieder auf. Eine Übersicht über alle Unterbefehle finden Sie in der Manpage; Details liefert hingegen nur die Online-Hilfe. Rufen Sie tmsu help mit dem gewünschten Unterbefehl auf, liefert das alle Parameter zum jeweiligen Befehl.

Das Programm ist nicht im Raspbian-Repository enthalten, sodass Sie es aus den Quellen erstellen müssen. Dies ist jedoch nur auf einem aktuellen Raspbian, das auf Debian 9.0 Stretch basiert problemlos möglich. Bei der älteren Version, die auf Debian 8 Jessie basiert, sind die notwendigen GO-Module nicht enthalten. (agr)

Tmsu 0.7.1

★★★★

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/oniony/TMSU

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