Pico-Alternative Pimoroni Tiny2040 mit mehr RAM, Pico-Starthelfer Pimoroni Captain Resetti, Pico-Batterieversorgung Pimoroni LiPo Shim, USB-Gimmick Adafruit Neo Trinkey.
Kraftvoller Mini
Der Tiny2040 bietet wesentlich mehr RAM als der Pi Pico, hat aber im Praxiseinsatz einige Haken.
Am Tag der Verfügbarkeit des Pi Pico überschlugen sich die bekannten Maker-Schmieden mit Ankündigungen eigener RP2040-Boards. Dabei müssen diese Alternativen viel bieten, denn der Pico legt die Latte hoch, und das bei einem sehr guten Preis. Sein Konkurrent Tiny2040 von Pimoroni macht seinem Namen alle Ehre. Auf der Oberseite gibt es nur zwei Buttons und eine RGB-LED, aber keinen Chip: Den hat Pimoroni samt weiterer Bauteile auf die Unterseite verbannt. Bei diesem Design sind die angeschnittenen Löcher auf der Seite mehr Schein als Sein. Beim Pico können Sie das Breakout dank dieser “castellated holes” direkt in SMD-Manier auf eine Trägerplatine auflöten, beim Tiny2040 nicht. Neben dieser nicht von allen Anwendern benötigten Funktion gehen viele Pins verloren, und das dürfte in typischen Projekten schon eher schmerzen. Ist der verfügbare Platz aber knapp, spielt der Tiny2040 seine Stärke aus.
Der Mikrocontroller ist derselbe wie beim Pi Pico, beim Speicher legt Pimoroni aber deutlich nach: Mit 8 MByte Flash steht die vierfache Menge im Vergleich zum Original bereit. Als sehr praktisch erweisen sich auch die beiden Buttons: Der vom Pico bekannte Boot-Knopf liegt hier nach dem Boot nicht brach, sondern agiert als normaler Taster an Pin GP23. Der andere, beim Original schmerzlich vermisste Button fungiert als Reset-Knopf.
Zwischen den Buttons liegt eine mit den Pins GP18 bis GP20 verbundene RGB-LED – auch das toppt die Ausstattung des großen Bruders. Mangels Pins gibt es nur eine SPI-Schnittstelle, bei UART und I2C führt der Tiny2040 allerdings beide Busse heraus. Allerdings lassen sich nicht alle vier gleichzeitig nutzen. ADC-Pins gibt es vier statt drei, und statt mit Micro-USB glänzt der Tiny2040 mit einem modernen USB-C-Anschluss.
Insgesamt bietet das kleine Board pfiffige Komponenten und viel Speicher, aber ob das angesichts der wenigen Pins Sinn ergibt, hängt stark von den Anforderungen ab. Letztlich hat der Käufer mit dem Tiny2040 eine zusätzliche Option, und das ist immer gut.
Tiny2040
Preis: 8 Euro
Bezugsquelle: Pimoroni, Pi3g
Starthelfer
Der blumig benannte Captain Resetti soll das Einspielen von Programmen auf dem Pico vereinfachen.
Pimoroni offeriert einen winzigen Button samt ebenso kleiner Platine, der den fehlenden Reset-Knopf beim Pi Pico nachrüstet. Der Name Captain Resetti spielt dabei auf das Piratenlogo des Herstellers an. Der Button kommt auf die Platine und setzt eingelötete Header voraus; Sie verbinden ihn mit den Pins 28 (GND) und 30 (Reset). Der dazwischenliegende Anschluss hat keine Funktion.
Das Einspielen eines neuen Programms auf dem Pico gestaltet sich gewöhnlich etwas komplex, denn Sie müssen den USB-Anschluss einstecken und gleichzeitig den Bootsel-Button drücken. Das nervt nicht nur, sondern belastet außerdem die Steckverbinder. Mit dem Reset-Button klappt das viel einfacher: Reset drücken, Bootsel drücken, Reset loslassen, Bootsel loslassen.
Von dem sowieso schon niedrigen Verkaufspreis geht der Löwenanteil an die Raspberry Pi Foundation. Vielleicht dient das dort als Motivation, das nächste Board gleich mit einem passenden Taster auszuliefern.
Captain Resetti
Preis: 1,50 Euro
Bezugsquelle: Pimoroni
Stromspender
Mit dem LiPo Shim bauen Sie Pico-Projekte mit einer Batterie als Stromquelle auf.
Eine weitere nützliche Ergänzung zum Pi Pico ist das LiPo-Shim-Board. Als Shim bezeichnet man ein dünnes Brett, hier konkret ein platzsparendes PCB mit Konverter und Ladeelektronik für batteriebetriebene Projekte. Das Breakout ist für die Unterseite des Pico gedacht und sitzt dann direkt unterhalb des USB-Ports. An die JST-Buchse des Shims schließen Sie einen passenden LiPo-Akku an.
Das Shim besitzt eine Batterieschutzschaltung gegen Überlast und Tiefentladen. Außerdem enthält es die passende Ladeelektronik (215 mA Ladestrom), wobei der Strom vom ohnehin vorhandenen Micro-USB-Anschluss des Pico kommt. Ein Taster, der neben seiner Funktion als An- und Ausschalter auch die Rolle des fehlenden Reset-Buttons übernimmt, rundet das Ganze ab.
Einen Punkt Abzug gibt es trotzdem: Während die Lade-LED des Breakouts noch Sinn macht, benötigt die Betriebs-LED schlicht unnötig Strom. Pimoroni sollte genug Erfahrung haben, um zu wissen, dass so etwas bei Batterieprojekten nur stört.
LiPo Shim für den Pico
Preis: 6,50 Euro
Bezugsquelle: Pimoroni
Cleverer Verbinder
Über den Neo Trinkey lösen Sie komplexe Tastatursequenzen aus oder signalisieren Ereignisse.
Der Neo Trinkey von Adafruit besteht aus nicht viel mehr als einem SAMD21 (demselben Prozessorkern wie im Trinket-M0), vier Neopixeln sowie zwei Touch-Sensoren. Das Ganze ist zum Ankoppeln an einen Rechner per USB gedacht. Im Auslieferungszustand leuchten die Neos in allen Regenbogenfarben, und die beiden Touch-Sensoren ändern die Helligkeit. Das wäre ein schmaler Gegenwert für den aufgerufenen Preis.
Sinnvollere Anwendungsmöglichkeiten implementieren Sie entweder mit CircuitPython oder direkt mit C/C++, denn der Chip unterstützt beides. So könnte der Neo Trinkey mit seinen LEDs über neu eingetroffene E-Mails oder das Ende eines länger laufenden Prozesses informieren. Da sich das Bauteil mittels weniger Zeilen Python-Code als Tastatur am Host anmeldet, ist es zudem möglich, automatisch oder per Touch-Sensor ausgelöst komplexe Tastaturfolgen automatisiert einzugeben.
Adafruit stellt neben der Hardware eine ausführliche, fast 100 Seiten umfassende Anleitung bereit, sodass selbst Programmieranfänger mit der Hardware ohne Probleme zurechtkommen. Erfahrene Nutzer profitieren von den mitgelieferten Beispielen.
Neo Trinkey
Preis: 6 Euro
Bezugsquelle: Diverse Versender






