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Aus Raspberry Pi Geek 02/2017

Sabayon ARM mit verschiedenen Desktops im Praxistest

© Chin Leong Teoh, 123RF

An der Oberfläche

Angela Minosi

Das ARM-Release von Sabayon Linux lässt sich auf dem RasPi recht einfach einrichten. Ein flüssiges Arbeiten auf der grafischen Oberfläche setzt aber Nacharbeit voraus.

Eventuell haben Sie die Erfahrung selbst schon gemacht: Sie möchten Raspbian auf dem RasPi durch eine andere Distribution ablösen und bedienen sich der GIYBF-Methode, finden aber nichts Passendes. Da heißt es wohl, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, oder wie man so schön sagt: Probieren geht über studieren.

Via Google finden sich zwar Anleitungen für Sabayon [1], aber diese eignen sich eher für die Installation auf einem PC oder Laptop. Was das Setup oder die Konfiguration von grafischen Oberflächen bei einem ARM-System angeht, hat Google offensichtlich wenig zu bieten, zumindest auf den ersten paar Seiten der Suchergebnisse.

Sabayon installieren

Bevor Sie loslegen, brauchen Sie einen Raspberry Pi 3 sowie ein Micro-SD-Lesegerät. Um dessen Gerätenamen herauszufinden, schließen Sie es an einen Linux-PC an und geben auf der Kommandozeile den Befehl lsblk ein. Mithilfe der Informationen aus der Ausgabe des Tools lässt sich das Gerät in der Regel schnell identifizieren. Nach dem Herunterladen des Images [2] kopieren Sie die Datei mit dem Befehl aus Listing 1 auf eine Micro-SD-Karte (Abbildung 1).

Abbildung 1: Mit GParted oder einem anderen Tool zum Partitionieren machen Sie den nicht verwendeten Teil der SD-Karte fit, um ihn als zusätzlichen Speicher zu nutzen.

Abbildung 1: Mit GParted oder einem anderen Tool zum Partitionieren machen Sie den nicht verwendeten Teil der SD-Karte fit, um ihn als zusätzlichen Speicher zu nutzen.

Listing 1

 

$ xzcat Sabayon_Linux_16.06_armv7l_RPi_Base_8GB.img.xz > Gerätename

Der aktuelle RasPi 3 eignet sich dank eines Prozessors mit vier Kernen und einem Systemtakt von 1,2 GHz sowie dem 1 GByte großen Arbeitsspeicher als vollwertiger PC. Neben der ARMv8-Architektur gehört zum SoC auch ein Broadcom-Videochip, der auf bis zu 256 MByte Videospeicher zugreifen kann. Den zwackt er allerdings vom RAM des Mini-Rechners ab.

Vor dem Spiel

Nach dem Startvorgang begrüßt der Rechner Sie mit einem Login-Prompt auf der Shell, der sich auf den ersten Blick nicht gleich als solcher erkennen lässt (Listing 2). Drücken Sie die Eingabetaste, dann erscheint die Aufforderung zum Anmelden erneut; die eingeblendeten Meldungen verschwinden. Es existieren bereits die Benutzerkonten root und sabayon mit jeweils gleichlautendem Passwort. Um die lästigen Meldungen loszuwerden, die die Eingabe erschweren, deaktivieren Sie sie nach dem Login mit dem Kommando dmesg -n 1.

Listing 2

 

localhost login: [    7.029691] IPv6: ADDRCONF(NETDEV_UP): wlan0: link is not ready
[    7.072178] brcmfmac: brcmf_add_if: ERROR: netdev:wlan0 already exists
[    7.072313] brcmfmac: brcmf_add_if: ignore IF event
[    7.077448] IPv6: ADDRCONF(NETDEV_UP): wlan0: link is not ready
[    7.077655] brcmfmac: power management disabled
[    7.312059] IPv6: ADDRCONF(NETDEV_UP): wlan0: link is not ready
[    9.154987] IPv6: ADDRCONF(NETDEV_CHANGE): eth0: link becomes ready
[    9.156085] smsc95xx 1-1.1:1.0 eth0: link up, 100Mbps, half-duplex, lpa 0x0080

Bevor es mit der Installation der Desktop-Umgebung weitergeht, sollten Sie noch einige wichtige Einstellungen am System vornehmen. So empfiehlt es sich, eine deutsche Tastaturbelegung zu aktivieren, indem Sie in der Shell die Befehle aus Listing 3 eingeben.

Listing 3

 

# localectl set-keymap de-latin1-nodeadkeys
# env-update && source /etc/profile

Ohne Zugang zum Netz gelingt das Installieren weiterer Programme nicht. Hängt der Mini-PC direkt am ADSL/VDSL-Anschluss, erledigen Sie die Konfiguration mit dem Befehl pppoe-setup [3]. Daneben gibt es die Befehle pppoe-start sowie pppoe-stop, mit denen Sie die Verbindung aufbauen beziehungsweise trennen. Nutzen Sie dagegen ein bestehendes Ethernet zum Surfen, verwenden Sie den Befehl net-setup zum Einrichten.

Wie Abbildung 1 zeigt, umfasst die Root-Partition nach dem Installieren 7 GByte. Dieser Platz reicht häufig nicht aus, um noch eine grafische Oberfläche zu installieren. Es lohnt sich, den Platz auf der Micro-SD-Karte mit GParted [4] oder einem anderen entsprechenden Tool vollständig zu nutzen. Anschließend editieren Sie die Datei /etc/fstab, um dem System die neuen Partitionen mitzuteilen. Listing 4 zeigt den Inhalt der Datei für das Testsystem.

Listing 4

 

/dev/mmcblk0p1 /boot  vfat  defaults  0 2
/dev/mmcblk0p2 /      ext4  noatime   0 1
/dev/mmcblk0p5 /home  ext4  noatime   0 1

Das Aktualisieren des Systems geschieht unter Sabayon üblicherweise durch eine ganze Reihe von Befehlen, die Listing 5 zeigt. Es empfiehlt sich nicht, auf das Update zu verzichten: Sonst lassen Sie potenzielle Sicherheitslücken offen stehen und verzichten darauf, Fehler in der Software zu beheben.

Listing 5

 

# equo update
# equo upgrade
# equo deptest
# equo libtest
# systemctl reboot

TIPP

Tritt beim Aktualisieren der Repositories ein Fehler auf, hilft der Aufruf equo update --force unter Umständen dabei, die Paketdatenbank aktuell zu halten.

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