Systemmonitor RPi-Monitor 2.10, Musik-Server Groove Basin 0.9.4, Videoüberwachungslösung Kerberos 1.1.0
Wachtposten
Die für den RasPi optimierte Monitoring-Lösung RPi-Monitor 2.10 überwacht den Minirechner auf Schritt und Tritt.
Verrichtet der Raspberry Pi seine Aufgabe als kleiner Server still und heimlich im Regal oder in einem kleinen Serverschrank, dann fällt es nicht mehr so leicht, schnell einen Blick auf den aktuellen Status des Minirechners zu werfen. Wird der Festplattenplatz in bestimmten Situationen knapp? Treiben hin und wieder amoklaufende Prozesse die Temperatur der CPU nach oben? Für diese Fragen ließen sich leistungsfähige Monitoring-Lösungen wie Munin installieren, einfacher geht es jedoch mit dem RPi-Monitor.
Das für den RasPi optimierte Überwachungswerkzeug zeigt über ein Webfrontend aktuelle Statusinformationen an, wie etwa die derzeitige Last, den freien Speicherplatz oder auch Informationen zum Netzwerkverkehr. Ein Hintergrunddienst protokolliert diese Daten darüber hinaus zusätzlich auf der Speicherkarte des RasPis. Die gesammelten Daten lassen sich dann in der Oberfläche gezielt über unterschiedliche Zeiträume hinweg analysieren. So erkennen Sie schnell Probleme mit der Luftzufuhr oder einen zu knapp bemessenen Speicherplatz.
Der RPi-Monitor findet sich aktuell noch nicht in den Paketquellen von Raspbian, über ein DEB-Paket lässt er sich jedoch recht leicht installieren. Auch unter Arch oder Gentoo auf dem RasPi fällt die Installation mithilfe des Arch-User-Repositories beziehungsweise einem Ebuild-Skript nicht schwer. Da RPi-Monitor einen eigenen Webserver mitbringt, müssen Sie diesen nicht extra installieren. Über Plugins lässt sich das Programm erweitern: So steht etwa eine App für die Pebble-Smartwatch zur Verfügung.
Alleinunterhalter
Der Musik-Server Groove Basin 0.9.4 macht aus dem RasPi einen Musik-Server mit Weboberfläche und Streaming-Funktion.
Es gibt unzählige Wege, digitale Musik von den Zwängen von Kopfhörern und kleiner, am Computer angeschlossener “Brüllwürfel” zu befreien. Aktuell beliebte Lösungen, wie etwa Multiroom-Soundsysteme oder netzwerkfähige AV-Receiver, kosten jedoch eine hübsche Stange Geld. An einer klassischen Stereoanlage angeschlossen oder mit aktiven Lautsprechern ausgestattet, kann jedoch auch der Raspberry Pi Ihrer Lieblingsmusik zu einem soliden Auftritt verhelfen. Mit der entsprechenden Software lässt sich solch ein Eigenbau-Audioplayer zudem sehr bequem bedienen.
Bei Groove Basin handelt es sich um einen als Server konzipierten Musikplayer mit integrierter Weboberfläche. Das Programm lädt die auf dem RasPi gespeicherte Musik und spielt sie, je nach Konfiguration des Mini-PCs, über die HDMI- oder 3,5-mm-Audiobuchse ab. Die Musikauswahl treffen Sie über die auch für mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets geeignete Weboberfläche. Der Clou von Groove Basin liegt darin, dass Sie die Wiedergabe mit einem Klick auf Ihren Rechner streamen können und sich die in Groove Basin organisierte Musiksammlung so auch in anderen Räumen nutzen lässt.
Alternativ lässt sich Groove Basin auch mit zur API des Musik Player Daemons (kurz MPD) kompatiblen Programmen steuern. Entsprechende Anwendungen finden Sie für alle gängigen Betriebssysteme und mobile Geräte. Groove Basin kommt gut mit den knappen Ressourcen des Raspberry Pi aus. Da es diverse Bibliotheken aus dem Quellcode zu kompilieren gilt, verlangt die Installation dem RasPi-Nutzer jedoch noch viel Geduld ab. Mithilfe des Ubuntu-PPAs gelingt das Einrichten am schnellsten mit der Ubuntu-Maté-Variante für den Raspberry Pi.
Bewegungsmelder
Videoüberwachungssysteme kosten viel Geld. Greifen Sie zu Kerberos 1.1.0, einem RasPi und einer Webcam, sparen Sie eine Menge.
Überwachung zählt sicher nicht zu den Vokabeln, die man im Zusammenhang mit freier Software und dem Raspberry Pi hören möchte. Aber wenn man schon ein System zur Videoüberwachung benötigt, warum es nicht mit freier Software und dem RasPi realisieren? Mit Kerberos lässt sich eine solche Lösung mit relativ geringem Aufwand aufsetzen: Sie benötigen dazu lediglich einen RasPi mit einer Webcam oder der offiziellen Raspberry-Pi-Kamera. Die Software lässt sich per Image auf dem Raspberry Pi installieren, alternativ auch von Hand auf beliebigen Linux-Systemen einrichten.
Kerberos arbeitet mit einem Hintergrunddienst und einem Webfrontend, über das Sie das Videoüberwachungssystem einrichten und die archivierten Aufnahmen abrufen. Der Dienst zeichnet nicht einfach nur stumpf kontinuierliche Videos auf, sondern erkennt mithilfe der freien Bibliothek OpenCV Bewegungen im Bild. Entsprechend der Konfiguration reagiert Kerberos auf diese Events: Der Dienst speichert die Bilder, triggert GPIO-Pins oder sendet, etwa via Pushbullet, Benachrichtigungen auf das eigene Smartphone.
Mehrere Instanzen von Kerberos lassen sich zu einem kompletten Videoüberwachungssystem zusammenschließen und zentral verwalten. Für diese Aufgabe müssen Sie jedoch einen kommerziellen “Cloud”-Account bei Kerberos buchen, zu Kosten ab 99 Cent pro Monat. In diesem Fall speichern die verbundenen Kerberos-RasPis die Daten nicht mehr lokal, sondern zentral auf den Servern des Anbieters. Mit dem entsprechenden Plan bietet Kerberos dann sogar eine Gesichtserkennung in den Bildern an.




