Aus Raspberry Pi Geek 12/2019

Aktuelle Hardware im Kurztest

Ausgepackt

Bernhard Bablok

Praktische Crimpzange für Jumperkabel, I²C-Trackball auf Breadboard, Organisationshilfe für SD-Cards, spezielle Breadboards für den HAT-Aufbau.

Crimpzange

Mit einer Crimpzange konfektionieren Sie maßgeschneiderte Jumperkabel.

Jumperkabel in verschiedenen Längen und Kombinationen gibt es für wenig Geld bei allen Versendern. Die Standardkonfektion hat aber mehrere Nachteile, insbesondere wenn man seinen Raspberry Pi samt angeschlossener Peripherie in kleinen Gehäusen unterbringen möchte: Selbst kurze Jumperkabel sind oft noch zu lang und füllen das Gehäuse mit Kabelgewirr. Unabhängig davon gestaltet sich bei vielen Einzelverbindungen auch der Anschluss an den RasPi mit Standardkabeln mühsam.

Für eigene Verbinder braucht man eine Crimpzange, entsprechende Kabel sowie männliche und weibliche Anschlüsse samt passenden Hülsen. Ein Komplettset haben wir noch nicht gefunden, aber alle Zutaten gibt es beispielsweise auf Amazon oder bei den einschlägigen Elektronikversendern. Die Handhabung erfordert etwas Übung, aber danach geht die Arbeit flott von der Hand. Als besonders nützlich erweisen sich die Kombihülsen, mit denen alle Anschlüsse schön beisammenbleiben und der spätere Anschluss an den Raspberry Pi nicht zur Fummelarbeit verkommt.

Das Selbstkonfektionieren der Kabel ist allerdings eher etwas für den Connaisseur als für den Sparfuchs: Alleine das Verbrauchsmaterial kommt teurer als die Angebote für vorgefertigte Jumper aus Fernost. So schlägt ein Set von Dupont-Steckern und Hülsen mit 15 Euro zu Buche, eine Kabelrolle kostet noch einmal 12 Euro.

Crimpzange

 

Preis: 23 Euro

Bezugsquelle: Elektronikversand

Mini-Trackball

Der durchdachte Mini-Trackball von Pimoroni ersetzt vier Schalter.

Der Mini-Trackball von Pimoroni ist keineswegs nur fürs Daddeln interessant. Er kommt auf einem Breakout-Board fertig verdrahtet mit einem I2C-Interface-Chip, sie müssen nur noch die Verbinder einlöten. Pimoroni legt sowohl die üblichen männlichen Pins bei als auch eine gewinkelte weibliche Variante. Mit Letzterer lässt sich der Trackball direkt auf den RasPi aufstecken, steht dann allerdings senkrecht, was mechanisch nicht optimal ist.

Mitgedacht hat der Hersteller bei der Anordnung der Pins: Der Anschluss INT liegt beim Trackball zwischen den I2C-Pins und Masse, beim RasPi ist genau hier der Pin 4 frei. In der Praxis bleibt dieser Interrupt-Anschluss allerdings ohne Funktion, denn der Trackball kann als I2C-Slave nicht von sich aus den Master über Zustandsänderungen informieren. Intern verwendet die Software diesen Pin schon, allerdings im Polling-Modus. Der Trackball registriert Bewegungen in vier Richtungen, außerdem lässt er sich drücken. Damit bietet er auf engstem Raum die Funktionalität von fünf Buttons. Ein haptisches Feedback gibt es nur beim Drücken, ansonsten muss die Anwendung eine visuelle Rückmeldung liefern, genau wie bei einer Maus oder einem großen Trackball. Zusätzlich integriert der Mini-Trackball eine RGB-LED, die Programme unabhängig von der Nutzereingabe steuern können.

Die Inbetriebnahme gestaltet sich extrem einfach. Zwar steht kein Paket im Raspbian-Repository bereit, allerdings gelingt die Installation über den Python-Installer ("sudo pip install trackball") ebenso schnell. Eine Version für Python 3 installieren Sie mit pip3 statt pip. Für andere Plattformen verwenden Sie das Quellpaket von https://github.com/pimoroni/trackball-python. Dort gibt es auch Beispielprogramme als Vorlage für eigene Entwicklungen, insbesondere eine komplette Implementation einer Maus-Emulation. Ohne Interrupt-Support muss die Anwendung ständig den Zustand des Trackballs abfragen. Die Beispiele machen das 100-mal je Sekunde, was auf einem Pi Zero eine CPU-Last von 10 Prozent verursacht. Außer dem recht hohen Preis ist das aber auch der einzige Nachteil des pfiffigen Bauteils.

Trackball-Breakout

 

Preis: 16 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni

Kartenalbum

Das SD-Karten-Album von Pearl macht Schluss mit dem Micro-SD-Chaos.

Lange gesucht, endlich gefunden: Der Versandanbieter Pearl offeriert eine praktische Aufbewahrungshilfe für (Micro-)SD-Karten. Wer wie der Autor vieles ausprobiert und immer parallel an diversen Projekten werkelt, der nutzt je Projekt eine eigene Karte. Mit der Aufbewahrungshilfe für SD-Karten von Pearl hat das Kramen in der Schachtel jetzt ein Ende. Die Box hat die Größe einer CD-Hülle und nimmt acht SD-Karten auf. Da fast alle Micro-SD-Karten einen entsprechenden Adapter mitbringen, lassen auch sie sich in dem Sammler unterbringen. Auf der linken Seite steht Platz zur Beschriftung bereit – hier haben sich beim Autor kleine Post-its bewährt. Die Box gibt es einzeln oder etwas billiger als Dreierset. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Gehäuse für den RasPi mit Etikettenhalter, denn dann weiß man auch, welche Karte gerade aktuell im Mini-Rechner steckt.

SD-Karten-Album

 

Preis: 3,30 Euro einzeln, 3,90 Euro im Dreierpack

Bezugsquelle: Pearl

Proto-HATs

Spezielle HAT-Platinen von Adafruit erleichtern den Aufbau permanenter Schaltungen.

Läuft eine Schaltung endlich auf dem Breadboard, finden die Elektronikkomponenten des entsprechenden Projekts ihre finale Heimat auf einer Platine. Wer nicht die hohe Kunst des Platinenätzens beherrscht, der nutzt dafür üblicherweise Loch- oder Streifenrasterplatinen, die er dann per Jumperkabel an den RasPi anschließt. Kommt die Kombi in ein Gehäuse, stören die Kabel, und auch die stabile Montage von RasPi und Platine im Case fallen oft nicht leicht. Einfacher wäre es, wenn die Platine direkt auf dem RasPi steckt, doch mit den üblichen Lötplatinen ist das wegen der doppelten GPIO-Leiste nicht so einfach.

Diese Lücke füllen Spezialplatinen von Adafruit und Pimoroni, die die GPIOs sauber verlegen und ganz analog zu Breadboards und Streifenrasterplatinen parallele Reihen von miteinander verbundenen Löchern aufweisen. Die Platinen gibt es in den verschiedensten Größen und Layouts. Die kleinste Version, der Pico-HAT von Pimoroni, bietet nicht viel mehr als einen Multiplexer. Die mittlere Größe passt perfekt auf einen Pi Zero, der große Perma-Proto-Bonnet von Adafruit gehört auf die großen RasPi-Modelle. Letzteren gibt es in einer Variante mit und ohne EEPROM.

Was sich in der Theorie gut anhört, muss in der Praxis nicht unbedingt passen. Deshalb finden Sie in der Rubrik “Hacks” in dieser Ausgabe einen Artikel zu einem Projekt, das die Probe aufs Exempel macht und mit dem Perma-Proto-Bonnet von Adafruit einen eigenen HAT realisiert.

HAT-Platinen

 

Preis: 2,50 bis 7,75 Euro

Bezugsquelle: Adafruit, Pimoroni

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 2 HeftseitenPreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
RASPBERRY PI GEEK KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Raspberry Pi Geek bei Google Play Readly Logo
Nach oben