Aus Raspberry Pi Geek 05/2025

Aktuelle Hardware im Kurztest

Ausgepackt

Bernhard Bablok

M.2-NVMe-HAT Raspberry Pi SSD Kit, Strommesser Adafruit INA3221 Breakout, Mini-Gamepad Pimoroni Qw/ST Pad, LoRa- Modul Elecrow Lora RFM95 IOT Board for RPI.

Komfortpaket

Mit dem Raspberry Pi SSD Kit spendieren Sie Ihrem RasPi bis zu 512 GByte Massenspeicher.

Die Raspberry Pi Foundation hat in den Wochen um den Jahreswechsel 2024/2025 ein Produkt nach dem anderen angekündigt. Mit den Neuvorstellungen allein könnte man einige Folgen der “Ausgepackt”-Rubrik füllen. Stellvertretend für das vielfältige neue Zubehör rund um den Raspberry Pi soll hier das M.2-NVMe-HAT Raspberry Pi SSD Kit stehen, so der offizielle Name für das Bundle aus dem M.2 HAT+ und einer NVMe-SSD.

Angekündigt wurde der M.2 HAT+ ja schon zusammen mit dem RasPi 5, mit der Auslieferung hat sich die Foundation aber überraschend viel Zeit gelassen. Diesen Umstand nutzten prompt andere Hersteller, um zeitnah Konkurrenzprodukte auf den Markt zu werfen. Trotzdem ist das Produkt der Foundation etwas Besonderes.

Zu den Kerndevisen der RasPi-Macher gehören hohe Qualität, langfristige Liefergarantien und ein günstiger Preis. Im Zweifelsfall verzichten sie eher auf ausgefallene Funktionen. Für den M.2 HAT+ mit SSD garantiert die Foundation eine Verfügbarkeit bis Anfang 2032. Das ist für industrielle Käufer besonders wichtig, und die machen inzwischen 75 Prozent der Kunden der Raspberry Pi Foundation aus.

Im Lieferumfang des Kits finden sich neben dem M.2 HAT+ mit vormontierter 2230-NVMe-SSD ein GPIO-Header und Abstandsbolzen. Letztere sorgen dafür, dass der hauseigene aktive Lüfter unter den HAT passt. Für das offizielle Raspberry-Pi-Gehäuse ist der Aufbau dann aber zu hoch. Das Kit gibt es in Varianten mit 256-GByte- und 512-GByte-SSD, die größere Disk liest und schreibt einen Tick schneller. Davon dürften normale Anwender jedoch nichts merken. Eine niedrige Leistungsaufnahme haben beide Varianten.

Die Solid State Disk aus dem Kit ist sogar unabhängig vom HAT attraktiv: In diesem Format beschränkt sich die Auswahl an SSDs auf wenige Kandidaten. Wer also für die Aufrüstung eines Laptops eine kompakte 2230er-SSD benötigt, kann hier ebenfalls zugreifen. Die Disk landet zwar in jedem Benchmark auf dem letzten Platz, aber für normale Anwendungsszenarien spielt das keine Rolle.

M.2-NVMe-HAT Raspberry Pi SSD Kit

 

Preis: 60 Euro

Bezugsquelle: Berrybase, Pimoroni

Multimeter

Mit dem Adafruit INA3221 Breakout überwachen Sie bis zu drei Spannungsquellen parallel.

Texas Instruments vertreibt eine ganze Reihe von Strommesschips für verschiedene Anwendungszwecke. Adafruit hat jetzt ein Breakout für den TI INA3221 entwickelt, das wenige Wünsche offen lässt.

Der INA3221 unterscheidet sich vom INA219 oder INA260 dadurch, dass er drei Kanäle besitzt und daher drei Spannungsquellen gleichzeitig überwachen kann. Damit ersetzt er praktisch sechs Multimeter. Sinnvoll ist das zum Beispiel für Projekte rund um Solarenergieanlagen: Ein Kanal misst, was das Solarpanel liefert, ein zweiter behält die Leitung zum Akku im Auge. Der dritte Kanal überwacht die Last. Je Kanal unterstützt der Chip Spannungen bis zu 26 Volt und Stromstärken von maximal ±3,2 Ampere mit einer Präzision von ±1 Prozent.

Die Ansteuerung des Boards und das Auslesen der Daten erfolgen über I2C. Das Breakout bietet deshalb Adafruit-typisch neben normalen Pins auch Stemma-QT-Anschlüsse. Zur Programmierung stellt Adafruit neben Bibliotheken für den Arduino und CircuitPython ein ausführliches Tutorial bereit.

Für das Einschleifen der drei Spannungsquellen gibt es drei 3,5-Millimeter-Terminalblocks. Unsere einzige Kritik betrifft die der fehlenden Masseanschlüsse. Die müssen zwar nicht zwingend über das Breakout laufen, aber es würde die Verkabelung deutlich erleichtern.

Adafruit INA3221 Breakout

 

Preis: 13 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni

Spielezwerg

Das Pimoroni Qw/ST Pad kombiniert zehn Buttons und vier LEDs zu einem per I2C anschließbaren Board.

Pimoroni hat ein winziges Gamepad-Board mit der ungefähren Größe eines Raspberry Pi Pico (58 x 25 x 6,7 Millimeter) herausgebracht. Acht größere Buttons mit angenehmem Druckpunkt verteilen sich auf zwei Steuerkreuze (U/D/L/R und A/B/X/Y), dazu gibt es zwei kleine Einzeltaster (+/) in der Mitte. Vier vom Benutzer einzeln ansteuerbare weiße LEDs sorgen für die Animation.

Sie schließen das Gamepad über zwei Qw/ST-Buchsen komfortabel per I2C an MCUs oder HATs mit Qwiic- oder Stemma-QT-Konnektoren an. Passende Kabel führt Pimoroni ebenfalls im Sortiment. Die I2C-Adresse des Boards lässt sich über Lötjumper auf der Unterseite anpassen, wodurch Sie bis zu vier der Controller parallel betreiben können. Dem Multiplayer-Vergnügen steht also nichts im Weg. Bibliotheken samt Anwendungsbeispielen für kleine Spiele gibt es für den Raspberry Pi (Python) und den Pi Pico sowie andere RP2040/RP2350-basierte MCUs (MicroPython).

Da fehlt eigentlich nur noch ein schickes Gehäuse zum perfekten Gamepad, aber dafür gibt es ja 3D-Drucker. Selbst wenn Sie nicht spielen, lohnt sich ein Blick auf das Qw/ST Pad: Uns ist kein einfacherer Weg für den Anschluss von zehn Tasten und vier LEDs bekannt – und das Ganze mit nur zwei I2C-Leitungen.

Pimoroni Qw/ST Pad

 

Preis: 10,80 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni

Spaßbremse

Das Elecrow Lora RFM95 IOT Board for RPI hat zahlreiche Tücken.

Der PCB-Hersteller Elecrow aus dem chinesischen Shenzhen offeriert ein breites Spektrum an Elektronikbauteilen zu einem günstigen Preis. Ein laufendes LoRa-Projekt des Autors gab den Anstoß, eine der entsprechenden Komponenten von Elecrow zu testen. Die Platine mit dem etwas sperrigen Namen Elecrow Lora RFM95 IOT Board for RPI kommt in Form eines HATs.

Neben dem LoRa-Chip RFM95 (915 MHz, 300 kbit/s) gibt es auf dem Board noch drei Konnektoren, einer davon (J1) für I2C. Allerdings fehlt auf den Wiki-Seiten von Elecrow jegliche Dokumentation hinsichtlich der Platine. Zum Glück gibt es einen Kommentar im Elecrow-Shop, der auf einen zumindest ähnlichen Schaltplan verweist. Bei dem geht es zwar nicht um LoRa, aber wenigstens um einen Pin-kompatiblen RF-Chip.

Nach dem Überwinden dieser Hürden stellt die Inbetriebnahme mit Standardsoftware für diesen Typ von LoRa-Chip kein Problem mehr dar. Die fest aufgelötete Antenne sorgt für ausreichend Empfang, zumindest innerhalb der eigenen vier Wände. Benötigen Sie für das von Ihnen angepeilte Projekt eine andere Ausrichtung oder gar eine ganz andere Antenne, dann müssen Sie notgedrungen zum Lötkolben greifen.

Von den weiteren Anschlüssen sollten Sie besser die Finger lassen. Die Spannungsversorgung des Boards erfolgt mit 5 Volt, für ein 3,3-Volt-System wie den Raspberry Pi ist das gefährlich. Insgesamt wirkt das LoRa-Board von Elecrow so, als hätten es Anfänger oder zumindest RasPi-Neulinge entwickelt und gefertigt. Fazit: eher nicht empfehlenswert. (Bernhard Bablok/jlu)

Elecrow Lora RFM95 IOT Board for RPI

 

Preis: 8,90 Euro

Bezugsquelle: Berrybase

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