Startseite>Aktuelle Software im Kurztest
Aus Raspberry Pi Geek 01/2016

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Uwe Vollbracht

Passwortmanager Gpgpwd 0.7, Webservermonitor Httping 2.4, Diensteverwalter Muddog 1.0.0, Programmpausen-Timer Sleepuntil 1.0

Passwortwächter

Mit dem intuitiv bedienbaren, ressourcenschonenden Gpgpwd 0.7 verwalten Sie Ihre Passwörter sicher mithilfe vom GnuPG.

Vor 20 Jahren musste man sich lediglich das Passwort für sein Mailkonto merken, heute braucht man Dutzende davon für Webseiten, Social Networks und Online-Foren. Wer da nicht den Überblick verlieren will, greift zu einem Passwortmanager wie Gpgpwd. Das Perl-Skript verwaltet Passwörter in der Konsole und eignet sich somit auch für den Einsatz über SSH-Verbindungen. Zum Verschlüsseln der Passwörter greift das Tool auf das bewährte GNU Privacy Guard zurück und nutzt standardmäßig einen der vorhandenen, asynchronen Schlüssel. Besitzen Sie noch keinen GPG-Key, erzeugen Sie einen mit dem Aufruf gpg --gen-key. Dann legen Sie mit dem Kommando gpgpwd set neue Passworteinträge an oder bearbeiten vorhandene. Jeder aus Passwort und Benutzername bestehende Eintrag erhält einen eindeutigen Bezeichner, den Sie beim Aufruf als Parameter übergeben. Das erleichtert das spätere Auffinden des jeweiligen Eintrags. Die Passworteingabe erfolgt interaktiv und nicht verdeckt. Standardmäßig schlägt Gpgpwd für jeden Eintrag ein starkes Passwort vor. Geben Sie kein eigenes Passwort an, übernimmt es seinen Passwortvorschlag. Um eingegebene Passwörter wieder auszulesen, rufen Sie Gpgpwd mit dem Befehl get auf, gefolgt vom Namen des Passworteintrags. Das Tool sucht das entsprechende Passwort heraus, zeigt es im ersten Schritt aber nicht an, sondern kopiert es lediglich in die Zwischenablage des X-Servers. Wünschen Sie das nicht, müssen Sie beim Aufruf den Parameter -C mitgeben. Um das Passwort im Klartext zu sehen, bestätigen Sie die Ausgabe nochmals mit Ihrem Generalpasswort. Mit dem Kommando remove entfernen Sie einen Eintrag bei Bedarf wieder. Zum Import von größeren Mengen an Passwörtern bietet Gpgpwd einen Batch-Modus. Hier übergeben Sie eine Datei, die pro Zeile einen Benutzernamen samt Passwort enthält. Einen Batch-Modus zum Entfernen von Einträgen bietet das Tool nicht. Konfigurationsdatei und Passwortdatenbank speichert Gpgpwd im Verzeichnis ~/.config/gpgpwd. Die Konfiguration passen Sie wahlweise mit einem Editor oder über das Kommando gpgpwd config an.

Gpgpwd 0.7

★★★★

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://random.zerodogg.org/gpgpwd

Reaktionstester

Die Erreichbarkeit und Geschwindigkeit von Webservern behalten Sie mit Httping 2.4 bequem im Auge. Über zahlreiche Konfigurationsoptionen passen Sie das Tool an Ihre Bedürfnisse an.

Mit seiner Ausstattung und dem geringen Stromverbrauch eignet sich der Raspberry Pi bestens für den Einsatz als Überwachungssystem. Um damit die Antwortzeiten von Webservern im Auge zu behalten, setzen Sie Httping ein. Es sendet eine HTTP-Anfrage an die IP-Adresse oder URL, die Sie beim Aufruf als Parameter mitgeben. Basierend auf den Informationen der Antwortpakete ermittelt Httping die Reaktionszeit, sofern es das Zielsystem erreichen kann. Firewalls auf dem Weg stellen in der Regel kein Hindernis dar, da die meisten Firewalls HTTP durchlassen. Allerdings machen sich derartige Verzögerungen auch in den Reaktionszeiten bemerkbar. Für einen einfachen Test rufen Sie Httping mit dem Parameter -g auf, gefolgt von der URL des Ziels. Das Tool schickt ein 162-Byte-Datenpaket an das Ziel und berechnet mittels der Antwort die Reaktionszeit. Nutzt die Zielseite HTTPS, müssen Sie zusätzlich den Parameter -l zum Aktivieren der SSL-Unterstützung angeben. Über -p geben Sie einen alternativen Zielport vor. Httping kommt auch mit Proxy-Servern zurecht, allerdings schlägt auch dies in der Antwortzeit negativ zu Buche. Um neben der Reaktionszeit auch den Datendurchsatz zu ermitteln, nutzen Sie statt der normalen HEAD-Anfrage das GET-Pendant. Die übersichtliche Standardausgabe von Httping lehnt sich an das klassische Ping an. Um die Daten mit Skripten automatisiert weiterzuverarbeiten, aktivieren Sie den Modus für maschinenlesbare Ausgaben. Auch zur Interaktion mit Monitoring-Lösungen wie Nagios gibt Httping bei Bedarf entsprechende Return-Codes und Nachrichten aus. Neben der Konsolenausgabe bietet es bei Angabe des Parameters --ncurses auch eine Ncurses-Oberfläche für die interaktive Ausgabe. Hier sehen Sie nicht nur einen Verlaufsgraphen, sondern erkennen auch mit einem Blick, wie lange eine Anfrage im Durchschnitt dauert und wie viel Zeit die langsamste Anfrage benötigte. Auch den Zeitbedarf für den Auf- und Abbau der Verbindung listet Httping hier übersichtlich auf. Da sich das Programm in der permanenten Weiterentwicklung befindet, sollten Sie immer die aktuellste Version verwenden, da diese stets eine Reihe von Fehlern korrigiert.

Httping 2.4

★★★★

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.vanheusden.com/httping/

Diensteverwalter

Um Software ohne Daemon-Funktion hochverfügbar zu halten, greifen Sie zu Muddog 1.10: Es überwacht die fraglichen Programme und startet sie bei Bedarf erneut.

Der Raspberry Pi kommt aufgrund seiner Rechenleistung und des geringen Stromverbrauchs oft als Mini-Server im lokalen Netz zum Einsatz. Dabei muss man sich darauf verlassen können, dass die konfigurierten Dienste permanent verfügbar bleiben. Hier hilft Ihnen Muddog beim Verwalten der Services und behält deren laufende Prozesse im Auge. Dazu kontrolliert es in regelmäßigen Intervallen, ob die überwachten Tasks noch aktiv sind, und startet sie bei Bedarf neu. In der simpel aufgebauten Konfigurationsdatei des Tools legen Sie fest, welche Programme Sie via Muddog starten und anschließend damit überwachen möchten. Jede Zeile der Datei enthält den Namen und die Parameter für einen zu überwachenden Prozess. Am Zeilenanfang steht ein eindeutiger Bezeichner für den jeweiligen Prozess oder das Programm, gefolgt von Benutzer und Gruppe, in deren Rechtekontext die Software nach dem Start laufen soll. Das zu startende Programm geben Sie mit dessen vollständigem Programmpfad an. Verfügt es über einen eigenen Daemon-Modus, müssen Sie diesen deaktivieren, sonst lässt es sich nicht durch Muddog steuern. Die Zeile endet mit dem Programmaufruf samt aller verwendeten Parameter. Je nach zu startender Software kann die Konfigurationszeile auf diese Weise eine unübersichtliche Länge erreichen. Eine ausführliche Beschreibung der Konfiguration finden Sie in der Manpage von Muddog. Das Quellarchiv enthält außerdem eine Beispielkonfiguration, die Sie als Grundlage für eigene Anpassungen nutzen können. Standardmäßig verwendet Muddog die Konfigurationsdatei /etc/muddog.conf. Beim Aufruf können Sie auch alternative Konfigurationen mit dem vollen Pfad übergeben. Muddog besitzt keine eigene Fehlerprotokollierung, sondern reicht bei Problemen die Meldung an den Syslog-Dienst durch.

Muddog 1.0.0

★★★

Lizenz: BSD

Quelle: https://code.google.com/p/muddog/

Schlafhaube

Mit Sleepuntil 1.0 definieren Sie präzise das Ende von Verarbeitungspausen und steuern so eigene Skripte genauer.

Haben Sie schon einmal eigene Shell-Skripte geschrieben, dann ist Ihnen der Befehl sleep sicher geläufig. Mit seiner Hilfe legen Sie in Shell-Skripten oder Batch-Ketten Pausen und Unterbrechungen in der Verarbeitung über einen vorgegebenen Zeitraum fest. Egal, wann das Programm gestartet wurde: Es wartet an dieser Stelle genau die angegebene Anzahl an Sekunden oder Minuten. Soll die Verarbeitung jedoch unabhängig vom Startzeitpunkt des Programms erst zu einer bestimmten Tageszeit weiterlaufen, war bisher reichlich Skripting-Geschick gefragt. Hier schafft das Kommando Sleepuntil nun Abhilfe: Anders als beim klassischen Sleep-Befehl geben Sie hier den Endzeitpunkt der Pause an, unabhängig von deren Beginn. Als Format für die Zeitpunktangaben kommt das vom At-Befehl bekannte Zeitformat zum Einsatz. So dürfen Sie beim Aufruf von Sleepuntil nicht nur die Uhrzeit für die Programmfortsetzung angeben, auch die von At bekannten Aliase wie tomorrow, midnight, noon oder teatime (was 16 Uhr entspricht) funktionieren. Möchten Sie also, dass das Skript seine Verarbeitung erst am Mittag wieder aufnimmt, genügt dazu der Aufruf sleepuntil noon völlig und macht den Code obendrein besser lesbar.

Sleepuntil 1.0

★★★

Lizenz: BSD

Quelle: https://tamentis.com/projects/sleepuntil/

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 2 HeftseitenPreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
€0,99 – Kaufen
RASPBERRY PI GEEK KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS
Deutschland