Aus Raspberry Pi Geek 03/2015

Zwei Ubuntu-Betriebssysteme auf dem Raspberry Pi 2 (Seite 2)

Listing 2

 

$ apt-get update
Ubuntu Core does not use apt-get, see 'snappy --help'
$ sudo apt-get install docker
Ubuntu Core does not use apt-get, see 'snappy --help'

Dies ist nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal. Es lohnt sich ebenfalls, sich ein wenig näher mit den Grundlagen des Cloud-Systems zu befassen: Wie Red Hats Atomic und CoreOS bietet das System von Canonical sogenannte atomare Updates [3] und Rollbacks.

Aktualisierungen erhält das System also im Ganzen, in der Art eines Image. Geht dabei etwas schief, erlaubt der neue Ansatz, die gesamte Prozedur rückgängig zu machen. Diese Rollback-Funktion ist auch der Grund, warum Sie eine SD-Karte mit mindestens 8 GByte Speicherplatz verwenden sollten.

Doppeltes Lottchen

Das System nutzt dazu zwei Partitionen [4], auf die es allerdings nur lesend zugreifen darf. Auf einer dritten Partition der SD-Karte befinden sich die persistenten Daten der Benutzer samt Teilen eines beschreibbaren Dateisystems. Nach dem erstmaligen Aufsetzen des Systems befindet sich ein sogenannter Core auf der Partition mit dem Label system-a, während die Partition mit system-b vorerst leer bleibt.

Durch den Befehl sudo snappy update installieren Sie, sofern vorhanden, ein Update als komplett neuen Core auf system-b. Danach fordert Snappy Sie zu einem Neustart des Rechners auf, wodurch das System von der gerade aktualisierten Partition startet. Nach der Eingabe von sudo snappy versions -a sehen Sie, welches Dateisystem aktiv ist, wo welche Version läuft und ob es noch ausstehende Aktualisierungen gibt.

Erste Schritte

Bevor Sie mit Ubuntu auf dem Raspberry Pi*2 loslegen, gilt es, das Fehlen einer Hardware-Uhr auf dem kleinen Rechner auszugleichen, da es sonst Fehlermeldungen hagelt und das Ausführen zahlreicher wichtiger Befehle scheitert. Der Fehler ist bekannt und vielleicht beim Erscheinen des Artikels bereits behoben.

Besteht das Problem auf Ihrem Rechner noch, gibt das System nach dem Start das Jahr 1970 aus (Listing 3, Zeile 2). Jetzt besteht die Möglichkeit, die Systemzeit von Hand anzupassen (Zeile 3) oder sie von einem anderen Linux-Rechner zu übernehmen (Zeile 4).

Listing 3

 

$ date
Thu Jan  1 01:56:44 UTC 1970
$ sudo date --set="Sun Mar 01 17:43:26 UTC 2015"<C>
$ sudo date --set="$(ssh Benutzer@Host date)"

Bis Canonical den Fehler korrigiert, wiederholen Sie den gewünschten Befehl nach jedem Neustart. Stimmt die Uhrzeit nach einem Neustart, besteht keine weitere Notwendigkeit dazu.

Anschließend schauen Sie mit sudo snappy update-versions nach Aktualisierungen. Der Befehl sudo snappy versions -a liefert zu diesen weitere Informationen. Unterscheiden sich die Versionsnummern in den Spalten Installed und Available, steht ein Update für das jeweilige Paket bereit. Frisch nach der Installation haben Sie natürlich noch keine Apps installiert, daher handelt es sich um ein Update des Core, das Sie durch sudo snappy update ubuntu-core anstoßen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Ubuntus Snappy Core nutzt das Werkzeug Snappy, von dem sich auch der Name ableitet, zum Verwalten der Software.

Abbildung 2: Ubuntus Snappy Core nutzt das Werkzeug Snappy, von dem sich auch der Name ableitet, zum Verwalten der Software.

Abschließend erhalten Sie die Aufforderung, einen Neustart in den neuen Core vorzunehmen. Dabei geschehen die oben genannten Dinge: Beim Neustart wechselt das Dateisystem. Kontrollieren Sie mit der erneuten Eingabe von sudo snappy versions -a das erfolgreiche Einspielen des Updates. Ging alles gut, läuft das in den zweiten Core installierte Dateisystem. Andernfalls führt ein sudo snappy rollback ubuntu-core zum vorherigen Zustand zurück.

App-Store im Aufbau

Nun folgt die berechtigte Frage: Was fangen Sie mit dem System jetzt an? Die Antwort lautet: Derzeit noch nicht viel. Es sei denn, Sie wollen selbst Apps als Snappy-Paket bauen, was gar nicht mal so schwierig ist. Und es ist auch nicht allzu schwierig, Debian-Archive im DEB-Format ins Snappy-Format umzuwandeln.

Das rege Treiben im offiziellen IRC-Kanal [5] ist ein gutes Zeichen und lässt hoffen, dass bereits eine Menge mehr Apps als heute bereitstehen werden, wenn Sie diesen Artikel in Händen halten. Aktuell installiert das System mit dem WebDM-Framework nur ein Paket von Haus aus. Dabei handelt es sich um einen webbasierten Paketmanager in Form eines App-Stores, den Sie aus dem Browser unter der URL http://IP-Adresse:4200 erreichen (Abbildung 3).

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 7 HeftseitenPreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
RASPBERRY PI GEEK KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Raspberry Pi Geek bei Google Play Readly Logo
Nach oben