Aus Raspberry Pi Geek 12/2021

DMX mit dem Kunbus Revolution Pi Core 3+

© James Thew, Fotolia

Partylaune

Martin Mohr

Das aus dem Profibereich stammende DMX erlaubt das ausgefeilte Ansteuern anspruchsvoller Lichttechnik. Mit dem DMX-Modul für den RevPi Core klappt das auf Anhieb.

Die Abkürzung DMX steht für Digital Multiplex. Prinzipiell gebt es darum, alle DMX Geräte über einen einfachen und robusten Bus anzusteuern. DMX verwendet zur Datenübertragung die RS485-Spezifikation, also einen asynchronen seriellen Transfer. Das Signal wird über zwei Leitungen gleichzeitig mit invertierten Spannungspegeln übertragen (±5 Volt).

Diese Art der Datenübertragung ist resistent gegen Störsignale von außen und ermöglicht theoretisch Leitungslängen bis zu 1200 Metern. Mit steigender Leitungslänge nimmt allerdings die Datenübertragungsrate ab. Bis zu einer Entfernung von 10 Metern lässt sich über RS485 die maximale Datenrate von 10 Mbit/s erreichen.

DMX arbeitet standardmäßig mit einer Datenrate von 250 kbit/s, ein DMX-Netzwerk wird aus Strängen aufgebaut. In einem Strang dürfen sich bis zu 32 DMX-Empfänger befinden. Kommen mehr Empfänger zum Einsatz, erfordert das den Einsatz eines Repeaters, der das Netzwerk vergrößert. Verzweigungen werden im Netzwerk mit speziellen Splittern realisiert. Zur Verbindung kommen an allen DMX-Geräten dreipolige, extrem robuste XLR-Stecker zum Einsatz, die sich bestens für den Bühnenbereich eignen.

In einem DMX512 gibt es 512 mögliche Geräteadressen. Je nachdem, wie viele Adressen eine Komponente benötigt, variiert die Anzahl der Geräte, die sich an einem Bus betreiben lassen.

DMX-Leuchten

In diesem Artikel verwenden wir zwei einfache DMX-Leuchten, die der Autor vor einiger Zeit für 6,58 Euro pro Stück direkt in China bestellte [1]. Seit Juli 2021 haben sich die Bestimmungen dahingehend verändert, dass Waren bereits ab 1 Euro Wert verzollt werden müssen. Zusätzlich fällt noch eine Bearbeitungsgebühr des Transportunternehmens an. Rechnet man all das zusammen, könnte eine Direktbestellung in China sich heute nicht mehr rentieren. Erkundigen Sie sich daher bitte vorab, welche zusätzlichen Kosten auf Sie zukommen.

Die Leuchten haben jeweils acht Kanäle, belegen also am DMX-Bus auch acht Adressen. Weisen Sie der ersten Lampe die Adresse 1 zu, bekommt die zweite Lampe die Adresse 9. Etwas verwirrend wird im DMX-Umfeld von Adressen und Kanälen geredet, als wären das unterschiedliche Dinge. Die Faustregel aber lautet: Für jeden Kanal im Gerät müssen Sie eine Adresse vorhalten. Die Tabelle “Kanäle der DMX-Leuchten” zeigt eine Übersicht der Kanäle der verwendeten Hardware.

Kanal

Funktion

Wertebereich

1

Dimmer (alle Farben)

0 bis 255

2

Dimmer Rot

0 bis 255

3

Dimmer Grün

0 bis 255

4

Dimmer Blau

0 bis 255

5

Dimmer Weiß

0 bis 255

6

Stroboskop

0 bis 255

7

Ein- und Ausblenden

0 bis 250

7

Soundmodus

251 bis 255

8

Geschwindigkeit für die in Kanal 7 ausgewählten Funktionen

0 bis 255

Die meisten Funktionen der DMX-Lampen sind selbsterklärend. Es gibt nur wenige Punkte, die besondere Beachtung benötigen. Damit die Lampe zu leuchten beginnt, muss in Kanal 1 ein Wert größer 0 stehen. Es funktioniert nicht, nur den roten Dimmer hochzudrehen, solange der allgemeine Dimmer auf 0 steht.

Ein Wert von 0 deaktiviert das Stroboskop (Kanal 6). Bei einem Wert von 1 blinkt es mit maximalem Takt und wird umso langsamer, je weiter Sie den Wert erhöhen. Im Automode lassen sich verschiedene vordefinierte Farbszenarien auswählen. Deren Abspielgeschwindigkeit steuern Sie über Kanal 8.

An dieser Stelle bleibt die Herstellerdokumentation etwas vage; es lässt sich nicht klar ersehen, was genau passieren soll. Das stellt für uns aber kein Problem dar: Wir benötigen diese Funktion nicht, da wir eine externe Ansteuerung verwenden.

Die Lampen verfügen über je einen DMX-Ein- und -Ausgang und haben eine Leistungsaufnahme von 36 Watt, die Spannungsversorgung kann also über eine handelsübliche Steckdose erfolgen. Die Adressen der Leuchten lassen sich über eine vierstellige 7-Segment-Anzeige auf der Rückseite recht intuitiv einstellen. Achten Sie nur darauf, dass im Display an der ersten Stelle ein “A” erscheint. Weisen Sie der ersten Lampe die Adresse 1 und der zweiten die Adresse 9 zu. Klappt das Einstellen der Adresse nicht auf Anhieb, hilft im Zweifel ein Blick in die beiliegende Herstelleranleitung. Abbildung 1 zeigt die zwei Lampen mit der Verkabelung sowie den zur Steuerung dienenden Revolution Pi.

Abbildung 1: Der Testaufbau mit zwei DMX Leuchten und dem Revolution Pi als Steuerrechner ist vergleichsweise einfach nachzubauen.

Abbildung 1: Der Testaufbau mit zwei DMX Leuchten und dem Revolution Pi als Steuerrechner ist vergleichsweise einfach nachzubauen.

Revolution Pi

Beim Revolution Pi Core 3+ von Kunbus (im Folgenden kurz: RevPi Core) handelt es sich um eine industrietaugliche Kleinsteuerung auf Basis eines Raspberry Pi Compute Module, die wir Ihnen bereits in RPG 05-06/2021 vorgestellt haben [2]. Der RevPi Core lässt sich mit verschiedenen Modulen erweitern und so an unterschiedliche Anforderungen anpassen. Im umfangreichen Modulfundus des Herstellers findet sich auch ein Exemplar, über das der RevPi Core eine Verbindung zum DMX-Bus aufbauen kann.

Das DMX-Modul kann sowohl im Master- als auch im Slave-Modus arbeiten und bis zu 512 DMX-Adressen ansteuern. Die Versorgungsspannung beträgt 24 Volt DC bei einer Stromaufnahme im Betrieb von 100 Milliampere. Den aktuellen Betriebsstatus zeigt das Modul über drei LEDs an. Die genaue Bedeutung der Anzeigen zeigt die Tabelle “Betriebszustände”.

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