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Aus Raspberry Pi Geek 01/2014

Multi-Installer NOOBS für Raspberry Pi

© Dorota C, 123RF

Einfach einfach

Ferdinand Thommes

Der Bootmanager NOOBS hilft dabei, mehrere Betriebssysteme auf eine SD-Karte für den RasPi zu installieren, ohne dazu gleich tief in die Materie abtauchen zu müssen.

README

Die ersten Schritte nach dem Auspacken eines Raspberry Pi gestalten sich gerade für Anfänger häufig schwierig. Der Installer NOOBS hilft Einsteigern, das gewünschte Betriebssystem unkompliziert auf die SD-Karte zu bringen. Gleichzeitig erlaubt er fortgeschrittenen Anwendern, tiefer in die Struktur der Systeme einzugreifen und diese individuell anzupassen.

Der Raspberry Pi wurde mit dem Ziel konzipiert, Kindern und Jugendlichen das Programmieren näherzubringen. Das Konzept geht nicht zuletzt deshalb auf, weil sich der kleine Einplatinenrechner dem Lernenden nur über die Beschäftigung mit der Hardware erschließt.

Allerdings verbreitete sich der RasPi sehr schnell über die ursprünglich vorgesehene Zielgruppe hinaus, und viele der mittlerweile zwei Millionen verkauften Exemplare landeten bei Anwendern, die sich vorher weder intensiv mit Hardware noch mit Linux beschäftigt hatten. So mancher davon fühlte sich vom Kleinstrechner bereits beim ersten Kontakt überfordert, weil er nicht recht wusste, wie er das Gerät mit Software versehen sollte.

Hier springt NOOBS [1] in die Bresche: Die “New Out Of Box Software” soll Einsteigern über die ersten Hürden der Installation eines oder mehrerer Betriebssysteme helfen. Die Software stammt von denselben Entwicklern, die vorher bereits Berryboot [2] vorgestellt hatten, eine Lösung, um mehrere Betriebssysteme komfortabel auf einer SD-Karte zu installieren und zu verwalten.

Diese und weitere Funktionen bringt jetzt auch das aktuellste NOOBS-Release 1.3 mit, ohne dabei die Einsteigerfreundlichkeit und die übersichtliche Benutzeroberfläche der Vorgängerversion zu verlieren. Für den Raspberry Pi gilt NOOBS als die beste Lösung für Einsteiger. Berryboot funktioniert daneben beispielsweise auch auf dem Cubieboard [3], einem weiteren Kleincomputer.

NOOBS 1.3 erlaubt es (im Gegensatz zu Berryboot) nun, dass jedes System seinen eigenen Kernel verwaltet, womit Sie beispielsweise neben Raspbian auch RISC OS gleichzeitig auf dem RasPi installieren können. Die Software unterliegt der GPL-kompatiblen 3-Klausel-BSD-Lizenz, die kompatibel mit der GPL ist. Softwareseitig basiert NOOBS auf einem minimalen Linux mit Busybox sowie einem angepassten Enlightenment als Desktop und Qt5 als grafisches Framework.

Download-Optionen

Beim Download haben Sie die Auswahl zwischen zwei NOOBS-Varianten. Steht Ihnen eine stabile und hinreichend schnelle Anbindung an das Internet zur Verfügung, laden Sie die Vollversion herunter. Sie bringt bereits alle derzeit installierbaren Betriebssysteme für den RasPi mit, umfasst dafür aber auch rund 1,2 GByte Volumen.

Möchten Sie die verfügbaren Betriebssysteme lieber einzeln installieren, empfiehlt sich dagegen das nur rund 20 MByte große NOOBS-Lite. Es bietet nach dem ersten Start an, via Netzwerk die gewünschten Betriebssystem-Abbilder separat herunterzuladen und einzurichten.

Hierzu benötigt es allerdings während der Installation einen Netzzugang via Ethernet-Kabel, eine WLAN-Verbindung unterstützt NOOBS-Lite derzeit noch nicht. Beim Start kann es durch einen noch nicht behobenen Fehler dazu kommen, dass NOOBS-Lite die Netzwerkkarte nicht erkennt. In diesem Fall schlagen die Entwickler ein Wiederholen des Startvorgangs vor.

Beide NOOBS-Varianten stehen auf der Betriebssystem-Seite der Raspberry Pi Foundation [4] als Direkt-Download oder Torrent-Datei bereit. Der einschlägige Handel bietet zudem SD-Karten mit vorinstalliertem NOOBS sowohl einzeln als auch in Kombination mit einem RasPi an.

Die richtige SD-Karte

Zum Arbeiten mit NOOBS empfiehlt das Projekt eine SD-Karte mit mindestens 4 GByte Speicherplatz. Das ist für die Praxis jedoch recht knapp bemessen: So belegt NOOBS selbst bereits rund 1,2 GByte, eine Raspbian-Installation schlägt mit rund 1,6 GByte zu Buche. Soll also genug Platz für mehrere Betriebssysteme und auch noch für Daten bleiben, greifen Sie besser zu einer 8-GByte-Karte.

Auch wenn Sie die SD-Karte frisch gekauft haben, sollten Sie diese vor dem Einsatz formatieren. Dazu empfiehlt die Raspberry Pi Foundation für Windows- und Apple-PCs die jeweilige von der SD-Association entwickelte Software für Windows [5] und Mac OS [6]. Nach der Installation und dem Start der Formatierungssoftware aktivieren Sie unter Windows die Option FORMAT SIZE ADJUSTMENT. Bei Mac OS wählen Sie den Schalter Overwrite Format.

Unter Linux empfiehlt sich das Verwenden von Parted oder dessen grafischem Pendants Gparted. Hier formatieren Sie vor der Installation von NOOBS die gesamte Karte mit dem Dateisystem FAT.

Installation

Entpacken Sie zunächst das heruntergeladene ZIP-Archiv. Anschließend wechseln Sie in den dabei neu entstandenen Ordner und verschieben dessen Inhalt komplett auf die SD-Karte. Entnehmen Sie danach die Karte aus dem PC, und stecken Sie sie in den vorgesehenen Steckplatz des RasPis.

Um den Mini-Rechner zu starten, verbinden Sie nun das Netzteil mit der Platine und den HDMI-Ausgang mit einem Anzeigegerät wie einem Monitor oder TV-Gerät. Für Geräte ohne HDMI-Eingang verwenden Sie einen DVI-auf-HDMI-Adapter. Nach kurzer Zeit erscheint die grafische Oberfläche von NOOBS mit den verschiedenen Distributionen zur Auswahl (Abbildung 1).

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