ubos-admin createsite --tls --selfsigned
Der Befehl ubos-admin kehrt dabei immer wieder, durch Optionen und Argumente ergänzt.

Abbildung 3: Mit einem kurzen Befehl installieren Sie eine App aus dem Fundus von Ubos, im Beispiel die Cloud-Plattform Owncloud.
Der hier verwendete Zusatz createsite heißt so, weil das System die installierten Apps intern als Sites verwaltet. Diese Bezeichnung entspricht der Nomenklatur virtueller Hosts, die der Webserver Apache anlegt. Der Zusatz createsite arbeitet mehrere Befehle ab. Ubos fasst dabei komplexe Abläufe in kurzen Befehlen zusammen. Eine Referenz finden Sie in der Tabelle “Administration”.
Administration
|
|
IP anzeigen |
|
|
Partitionen anzeigen |
|
|
System und Apps aktualisieren |
|
|
Webapp aufsetzen |
|
|
Alle installierten Apps anzeigen |
|
|
App mit |
|
|
Alle Apps mit Hostname entfernen |
|
|
Ubos auf die Festplatte installieren |
|
|
Backup aller Apps |
|
|
Backup zurückschreiben |
|
|
Backup einer App [7] |
Die zusätzlich verwendeten Argumente --tls --selfsigned sichern die Applikation per SSL und Zertifikat ab. Natürlich dürfen Sie anstelle des selbst signierten Zertifikats ein von einer Zertifizierungsstelle ausgestelltes Zertifikat einbinden, sofern Sie ein solches besitzen. Sie dürfen die Argumente weglassen, wenn Sie die Verschlüsselung nicht benötigen.
Als Erstes fragt die Routine ab, welche App Sie installieren möchten. Nach dem Bestätigen dauert es einen Moment, bis der Server das entsprechende Paket heruntergeladen hat. Vom obigen Schema weicht lediglich die Blogging-Plattform Known ab, die Sie beim Aufsetzen weiterhin mit dem früheren Namen idno referenzieren.
Anschließend fragt das System noch einige Informationen ab, wovon die erste den Hostnamen betrifft, der definiert, wie Sie die App später erreichen. Wenn Sie nur eine App nutzen wollen, tragen Sie an dieser Stelle den Asterisk (*) ein und nutzen die App später unter der mit ip addr ermittelten IP-Adresse im Browser oder dem gültigen DNS-Namen des Systems.
Möchten Sie auf dem System mehrere Apps betreiben, vergeben Sie einen Namen für den Pfad, im Beispiel /owncloud. Dann erreichen Sie die Applikation unter http://Rechner/owncloud/. Die nächsten drei Fragen beziehen sich auf die User-ID, die Mailadresse und das Passwort für den Administrator. Hier bietet sich als User-ID etwa admin an. Als E-Mail-Adresse dürfen Sie eine reale Adresse verwenden.
Haben Sie alle Fragen beantwortet, setzt das System im Hintergrund eine Datenbank auf Basis von MariaDB auf, erzeugt Schlüssel für das selbst signierte Zertifikat, setzt SSL auf, konfiguriert PHP und erstellt zuletzt im Webserver Apache den virtuellen Host für Owncloud. Das alles dauert lediglich einige Minuten.
Wenn Sie nach Abschluss des Prozesses Owncloud im Browser aufrufen, erhalten Sie aufgrund des selbst signierten Zertifikats eine Warnung, die Sie aber übergehen dürfen (Abbildung 4). Diese Warnung informiert die Besucher Ihrer Owncloud-Instanz lediglich darüber, dass Sie ein selbst signiertes Zertifikat und kein offizielles einer Zertifizierungsstelle verwenden. Ein Youtube-Video der Entwickler macht das Aufsetzen der App noch etwas anschaulicher [5].

Abbildung 4: Bei einem selbst signierten Zertifikat zeigt der Browser nach Empfang der Daten eine entsprechende Warnung an.
Sollten Sie sich für eine feste Installation entscheiden, so sind hierzu nur wenige Schritte erforderlich. Dazu bereiten Sie zuerst die Festplatte vor. Das System braucht eine Festplatte mit mindestens 10 Gigabyte Kapazität. Die Entwickler geben als sicherste Methode das Spiegeln in einem Verbund über zwei Platten vor, was aber nicht zwingend ist.
Als Erstes erstellen Sie zwei Partitionen. Die erste dient als Boot-Partition und sollte rund 100 MByte umfassen, während der Bereich für die Daten den Rest der Platte einnimmt. Daraufhin erstellen Sie auf der Boot-Partition ein FAT32-Dateisystem sowie eines mit Btrfs auf der anderen. Sollten Sie sich für die ausfallsicherere Variante der Spiegelung auf zwei Platten per RAID entscheiden, finden Sie eine allgemeine Dokumentation im Netz [6].
Btrfs ist nicht zwingend erforderlich, Sie dürfen derzeit ebenfalls Ext4 oder jedes andere Linux-Dateisystem verwenden. Jedoch sind geplante Erweiterungen wie der Einsatz von Snapshots als Rollback nach einem gescheiterten Aktualisieren künftig von Btrfs abhängig. Der Einsatz einer Boot-Partition ist auf dem PC optional, auf dem Raspberry Pi und ähnlichen Plattformen jedoch Pflicht. Im Test auf einem PC traten ohne zusätzliche Partition keine Nachteile auf.
Haben Sie diese Vorbereitungen erledigt, gilt es noch, im Terminal des vom USB-Stick gestarteten Systems den Befehl aus Listing 2, Zeile 1 abzusetzen. Ohne separate Partition geben Sie die Platte an, auf die das Setup den Bootloader Grub installiert (Listing 2, Zeile 2).
Listing 2
ubos-admin install --rootpartition Gerätedatei --boot-partition Gerätedatei ubos-admin install --rootpartition Gerätedatei --bootloaderdevice Gerätedatei
Falls Sie sich bezüglich der Namen für die Gerätedateien unsicher sind, überprüfen Sie mittels lsblk aus Ubos heraus, wie das entsprechende Gerät heißt. Die Installation läuft durch, ohne dass zusätzliche Eingaben nötig sind. Nach Abschluss des Prozesses geben Sie das Kommando shutdown -r now ein, ziehen den Stick ab und starten den Rechner neu.
Anschließend bestücken Sie den Server wie beschrieben mit Webapps und teilen so Daten selbstbestimmt mit wem Sie möchten, oder Sie betreiben Ihr selbst gehostetes Blog. Die Datenkraken bleiben außen vor.





