Help erscheint nur dann, wenn das Applikationsverzeichnis ein !Help-File besitzt. Die Anwahl von Info zeigt Details zur Datei an, wie etwa Namen, Dateigröße, Berechtigungsstatus und Zeitstempel. Mittels Find suchen Sie Files im angegebenen Verzeichnis, optional auch mit Wildcard (*). Mit Set Type setzen Sie für das File den Dateityp. Via Stamp verändern Sie für die ausgewählten Dateien den Zeitstempel (Datum/Zeit). Einige der Funktionen erreichen Sie auch per Tastaturkürzel (siehe Tabelle “Tastaturkürzel für den Filer”).
Das Kopieren von Files erfolgt entweder über die Kommandozeile mit einem Copy-Befehl oder in RISC-OS-Manier mittels Drag & Drop vom Quell- zum Zielfenster. Um Dateien zu verschieben, halten Sie während des Drag & Drop die Umschalttaste gedrückt. Ein Kopieren oder Verschieben per Drag & Drop direkt auf das Verzeichnissymbol klappt jedoch nicht.
Tastaturkürzel für den Filer
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Kürzel |
Effekt |
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[Rückschritt] |
öffnet das Vaterverzeichnis |
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[Strg]+[A] |
wählt den ganzen Inhalt des Filer-Fensters aus |
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[Strg]+[F] |
wechselt die Filer-Anzeige |
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[Strg]+[S] |
wechselt die Sortierreihenfolge im Fenster |
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[Strg]+[W] |
setzt das Currently Selected Directory |
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[Esc] |
nimmt die Auswahl zurück |
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[Strg]+[K] |
löscht das ausgewählte File |
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[Tab] |
springt zum nächsten Filer-Fenster |
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[Umschalt]+[Tab] |
springt zum vorherigen Filer-Fenster |
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[Strg]+[F12] |
schließt das Filer-Fenster |
Dateitypen
Der erste Teil des Workshops wies schon darauf hin, dass RISC OS nicht wie etwa Windows mit Dateinamenserweiterungen arbeitet, sondern den File-Typ als Meta-Information im System hinterlegt. Den Dateityp definiert das System über eine Systemvariable, repräsentiert durch eine dreistellige Hexadezimalzahl und einen Klarnamen.
Im Verzeichnis SDFS::RISCOSPi.$.Documents.Images.Artworks finden Sie einige Artworks-Bilder. Das Vektorzeichenprogramm Artworks zählt zu den populärsten Anwendungen unter RISC OS. Öffnen Sie die File-Info für Midget, dann sehen Sie, dass für dieses File der Dateityp ArtWorks mit dem Hexcode D94 hinterlegt ist. Öffnen Sie die Datei nun per Doppelklick, erscheint das Bild im Artworks-Dateibetrachter.
Diese Reaktion ist im System für den Dateityp D94 hinterlegt. Um das näher zu betrachten, öffnen Sie ein Task-Window, geben im Fenster den Befehl show File$Type* ein und bestätigen mit [Eingabe]. Das Ergebnis zeigt eine Liste der derzeit im System bekannten Dateitypen. Der Aufbau folgt dabei dem Schema File$Type_XYZ : Name, wobei XYZ für die dreistellige Hexadezimalzahl und Name für die Bezeichnung des Dateityps steht.
Geben Sie das Kommando show Alias$@RunType* ein, erscheint eine Liste aller Zuordnungen für Doppelklicks auf ein File eines bestimmten Dateityps. Im Alias Alias$@RunType_D94 für den File-Typ der Artworks-Datei steht Folgendes:
Run SDFS::RISCOSPi.$.!Boot.Resources.!AWViewer.!Run %*0
RISC OS startet also für diesen Dateityp mit Run die Applikation !AWViewer, genau genommen das !Run-File mit dem Artworks-File als Parameter %*0 (Abbildung 9).

Abbildung 9: Die Zuordnung von Dateitypen zu Programmen sowie deren Startverhalten zeigt die Ausgabe im »Task window«.
Um den Datenaustausch mit der Windows-Welt zu erleichtern, gibt es die Konvention, dass RISC OS Dateinamenserweiterungen wie .ext bei foo.ext als foo/ext darstellt – zu sehen etwa bei welcome/html auf der Pinnwand. Damit bleibt unter RISC OS die Eindeutigkeit der Dateinamen erhalten.
Das Applikationsverzeichnis
RISC OS legt eine Applikation zusammen mit ihren Resource-Files in einem speziellen Verzeichnis ab. Dieses nennt sich Applikationsverzeichnis, der Name beginnt mit dem Präfix ! (dem “Pling”-Symbol). Zu solchen Applikationsverzeichnissen zählen beispielsweise !Edit und !Draw. Ein Doppelklick auf ein solches Verzeichnis startet die Anwendung. Halten Sie während des Doppelklicks die Umschalttaste gedrückt, öffnet sich ein File-Fenster mit dem Verzeichnisinhalt. Versuchen Sie es einmal für die Applikation !SwiftJPEG aus dem Verzeichnis SDFS::RISCOSPi.$.Utilities.
Ein Applikationverzeichnis setzt sich aus unterschiedlichen Dateien zusammen – ein Beispiel dafür zeigt das obere Fenster in Abbildung 10. Einige dieser Files haben aus RISC-OS-Sicht eine besondere Bedeutung. So wird ein !Boot-File (vom Dateityp Obey/FEB) automatisch ausgeführt, sobald der Filer es zum ersten Mal sieht (engl.: “obey”, gehorchen) – etwa dann, wenn Sie ein Verzeichnis öffnen, in dem das Applikationsverzeichnis liegt. Ein Obey-File entspricht somit quasi einem ausführbaren Skript. Das !Boot-File registriert Sprites für Anwendungs-Icons sowie Pfade oder Dateitypen der Applikation.

Abbildung 10: Das Applikationsverzeichnis enthält alle für das jeweilige Objekt relevanten Dateien, inklusive der darunter geöffneten Obey-Files “!Boot” und “!Run”.
Das !Run-File, ebenfalls ein Obey-File, enthält das Skript, das beim Doppelklick auf das Applikationsverzeichnis startet. Es umfasst meist weitere Pfade und stellt sicher, dass das System alle Module für die Applikation lädt und die nötige Speichermenge reserviert (WimpSlot). Zudem startet mit dem Kommando Run das !RunImage der Applikation, das die eigentliche Anwendung darstellt. Der Dateityp des Run-Images variiert – je nachdem, ob es sich um ein Binärprogramm (File-Type Absolute), ein Basic-Programm (File-Type BASIC) oder ein anderes ausführbares Programm handelt.
Im File !Sprites (Dateityp Sprite) befinden sich die Sprites der Applikation. Es handelt sich um File-Icons sowie Applikations-Icons für das Verzeichnis oder die Iconbar. Es gibt oft verschiedene Sprite-Files für unterschiedliche Bildschirmauflösungen oder RISC-OS-Versionen. Bei Sprite handelt es sich um das Standard-Pixelgrafikformat des Systems, das Sie in der Applikation !Paint bearbeiten.
Das !Help-File (Text, HTML, aber auch Obey) enthält in der Regel Hinweise oder Anleitungen zur Applikation. Diese erscheinen, wenn Sie Help im File-Untermenü aufrufen. In !Messages-File (Text) befinden sich anwendungsspezifische Meldungen für Fenster, Dialogboxen und Menüs. Das erleichtert gegebenenfalls Anpassungen, zum Beispiel bei mehrsprachigen Anwendungen. Message-Files lädt das System automatisch in den Speicher, wo die Applikation sie bei Bedarf abruft. Templates-Dateien (File-Type Templates) oder RES-Files (Dateityp Ressource) enthalten Fensterdefinitionen für die Anwendung.




