
Abbildung 1: Der Hauptbildschirm von Screenly bietet neben einigen Statusdaten die Möglichkeit zum Hochladen von Medien wie Bildern, Videos und Texten.
Es öffnet sich ein Dialog, der die Gelegenheit bietet, Bilder und Videos hochzuladen (Abbildung 2) oder Webseiten beziehungsweise die URLs von Grafiken anzugeben. Auf diese Weise ließe sich das Bild einer Webcam am Infoscreen anzeigen.
Als Browser zum Anzeigen von Webseiten kommt Midori zum Einsatz. Es empfiehlt sich, die Anzeige kurz zu überprüfen, denn Flash funktioniert darin nicht. Außerdem prüfen Designer ihre Seiten selten mit diesem Browser, sodass sie vielleicht nicht so erscheinen, wie das in Firefox, Chrome oder dem Internet Explorer der Fall wäre.
Bilder sollten in den Formaten JPEG, PNG oder GIF vorliegen. Bei Videos gibt sich der verwendete Omxplayer etwas pingeliger: Diese müssen als H.264/MPEG-4 AVC vorliegen. Bei Bedarf wandeln Sie das Material mithilfe von Ffmpeg oder VLC um, wobei Sie dazu unbedingt eine leistungsstarke Maschine einsetzen sollten.
Neben der Angabe, welche Elemente zur Anzeige gehören, bietet die Maske die Möglichkeit, einzustellen, wann und wie lange das Asset läuft. Das erlaubt es, für die Zukunft zu planen und im Oktober bereits die Grüße zu Weihnachten und Wünsche zum Neujahr vorzubereiten, die dann pünktlich zu Feiertagen online gehen. Nach dem Hochladen sind die Medien noch nicht aktiviert. Das erledigen Sie mit einem Mausklick. Die Reihenfolge der aktuell aktiven Assets legen Sie einfach per Drag & Drop fest.
Screenly bietet diverse Einstellmöglichkeiten und Systeminfos an. Mit einem Klick auf Screenly OSE links oben gelangen Sie aus den entsprechenden Dialogen wieder zurück zum Verwalten der Assets.
Screenly bringt derzeit keine Rollen für Anwender mit. Es darf also jeder, der die URL der Admin-Seite in den Webbrowser eintippt, die Daten für den Screen manipulieren. Innerhalb von Firmen schützt unter Umständen eine Firewall das Netzwerk. Auf diese Weise ließe sich auch der Zugriff auf das Admin-Interface (Listing 2) eingrenzen.
Listing 2
IP=$(hostname -I) # IP-Adresse des Raspberry PI. iptables -A INPUT -p tcp --dport 8080 -s 192.0.2.1 -j ACCEPT iptables -A INPUT -p tcp --dport 8080 -s 127.0.0.1/255.0.0.0 -j ACCEPT iptables -A INPUT -p tcp --dport 8080 -s $IP -j ACCEPT iptables -A INPUT -p tcp --dport 8080 -j REJECT
Im Beispiel erlaubt die Firewall nur dem Rechner mit der IP-Adresse 192.0.2.1 den Zugriff (127.0.0.1/255.0.0.0 und $IP sind Adressen des RasPi), allen anderen bleibt er verwehrt.
Was jetzt noch fehlt, ist das automatische Abschalten des Bildschirms. Das klappt zwar nicht über das Webinterface, lässt sich aber dennoch einfach bewerkstelligen: Dafür gibt es ein Programm namens Tvservice. Damit stellen Sie die Auflösung ein und schalten bei Bedarf den Ausgang ab (sudo tvservice -o), woraufhin sich der Monitor oder Fernseher in den Sleep-Mode versetzt. Mit den Optionen -p oder -e schalten Sie ihn wieder ein. Um die Modi abzufragen nutzen Sie das folgende Kommando:
$ tvservice -m CEA
Die CEA-HDMI-Modi sind für TVs gedacht, die DMT-HDMI-Modi für Monitore. Um den Bildschirm beispielsweise immer um 18 Uhr abzuschalten und von Montag bis Freitag um 8 Uhr früh anzuschalten, nutzen Sie einen Cronjob. Speichern Sie dazu den Text aus Listing 3 in der Datei /etc/cron.d/signage ab.
Listing 3
# Min Std. Tag Monat Wochentag (0=Son) User Befehl 00 8 * * 1-5 root /usr/bin/tvservice -e "CEA 5 HDMI" ; chvt 6; chvt 7 00 18 * * * root /usr/bin/tvservice -o
Die Befehlsfolge chvt 6; chvt 7 wechselt dabei programmgesteuert die virtuelle Konsole – einmal auf die Textkonsole (VT6) und dann wieder zurück zur grafischen Darstellung (VT7).
Raspberry Digital Signage
Für Raspberry Digital Signage [2] steht ein komprimiertes Image direkt auf Sourceforge bereit, das Sie direkt auf eine SD-Karte installieren. Die IP-Adresse finden Sie bei einem Reboot des Raspberrys heraus, indem Sie die Boot-Meldungen durchforsten. Das Webinterface erreichen Sie über den Webserver auf dem Raspberry Pi.
Die Möglichkeiten der Software fallen aber eher beschränkt aus: Sie haben lediglich die Möglichkeit, eine Webseite oder bis zu vier Bilder oder Videos zu präsentieren. Auffallend ist dabei die Werbung für die “Raspberry Digital Signage donors version”, eine Bezahlversion, die mehr Funktionen mitbringt (Abbildung 3).

Abbildung 3: Raspberry Digital Signage gibt es in einer Bezahlversion, die mehr Funktionen mitbringt.
Die auf Sourceforge abgelegte Version ermöglicht es zwar, auf den Passwort-Button zu klicken, dann tut sich aber nichts. Im Werbetext für die Vollversion fehlen viele Features, die man von Open-Source-Software wie Screenly kennt, wie etwa das zeitgesteuerte Abspielen von Inhalten.






