Aus Raspberry Pi Geek 03/2014

Infoscreens ansteuern mit dem Raspberry Pi (Seite 4)

Listing 7

 */5 * * * * wget --delete-after --quiet http://localhost/common/scripts/cron.php

Concerto ist nun einsatzbereit. Nach der Anmeldung gelangen Sie zuerst ins Dashboard (Abbildung 5). Hier zeigt sich schnell, dass es sich bei Concerto um eine komplexe Applikation handelt: Das Repertoire umfasst neben einer Benutzerverwaltung die Möglichkeit, Inhalte freizuschalten, Bildschirme einzurichten sowie Inhalte hochzuladen und zu administrieren.

Abbildung 5: Über das Dashboard verwalten Sie die Funktionen von Concerto an einer zentralen Stelle.

Abbildung 5: Über das Dashboard verwalten Sie die Funktionen von Concerto an einer zentralen Stelle.

Als Erstes installieren Sie die Templates von der Homepage [6]. Im Menü Admin finden Sie dazu ganz unten den Template Importer (Abbildung 6). Ein Template beschreibt, wo auf dem Bildschirm Text, Grafiken und eventuell die Uhrzeit stehen sollen, und definiert daneben ein Hintergrundbild.

Abbildung 6: Über Template legen Sie das Layout für die Inhalte auf dem Infoscreen fest.

Abbildung 6: Über Template legen Sie das Layout für die Inhalte auf dem Infoscreen fest.

Zunächst laden Sie ein Template-ZIP-Archiv herunter, entpacken es, und wählen im Importer die Grafik- und die XML-Datei aus. Anschließend legen Sie einen Feed im Menüpunkt Browse Content an. Damit kategorisieren Sie die Nachrichten. User dürfen die Feeds mit Inhalten füllen; Administratoren wählen aus, welche Feeds wie häufig auf einem Bildschirm erscheinen.

Nun legen Sie im Menüpunkt Screens den ersten Screen an. Bei der MAC-Adresse, nach der die Software fragt, handelt es sich um jene, die Sie bereits auf dem Client in der URL beim Browser angegeben haben. So erkennt der Concerto-Server die einzelnen Bildschirme.

Haben Sie den Screen angelegt, klicken Sie nochmals auf den Schirm und konfigurieren, welche Feeds dieser enthält (Manage Subscriptions). Zuletzt fügen Sie den Content im Menüpunkt Add Content hinzu und geben an, zu welchen Feeds dieser gehört.

Concerto erlaubt Benutzern, sich selbst einen Account anzulegen (Sign up) und dann selbst Inhalte zu übertragen. Diese bleiben aber versteckt, bis ein Moderator mit entsprechenden Rechten sie freigibt (Abbildung 7).

Abbildung 7: Neue Inhalte von Benutzern bedürfen der Freigabe eines Administrators, bevor sie auf dem Schirm erscheinen.

Abbildung 7: Neue Inhalte von Benutzern bedürfen der Freigabe eines Administrators, bevor sie auf dem Schirm erscheinen.

Fazit

Möchten Sie möglichst schnell und unkompliziert einen Monitor zum Infoscreen umrüsten, dann kommen Sie an Screenly OSE kaum vorbei. Die Installation und Administration fallen leicht, und die Software bringt alle Features bereits mit, die Sie in einem ersten Anlauf vermutlich brauchen.

Concerto erweist sich als Overkill, wenn Sie nur einen Bildschirm betreiben möchten. Außerdem unterstützt das Programm aktuell nur Bilder und Text. Die Entwickler arbeiten aber bereits an Concerto 2 [7], das mit Videos und dynamischem Content wie etwa Wettervorhersagen klarkommen soll.

Raspberry Digital Signage vermag dagegen mit beiden Projekten noch nicht zu konkurrieren. Die Art, wie die Entwickler den Code zum Download bereitstellen, lädt darüber hinaus nicht zur Mitarbeit ein.

Es existieren noch etliche weitere Projekte, die einen Raspberry Pi als Steuereinheit fürs Digital Signage verwenden. Genügen die vorgestellten Lösungen Ihren Ansprüchen nicht, dann finden Sie in der Digital-Signage-Übersicht von Elinux.org weitere Anregungen [8]

Der Autor

Wolfgang Dautermann arbeitet als Systemadministrator und hat neben vielen Linux-Varianten schon diverse andere Unixe gebändigt, darunter Solaris, Irix und Tru64. Er zählt zu den Organisatoren der Grazer Linuxtage.

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