Der Autor hat auch schon digitale Messen erlebt, bei denen rund 80 Prozent der Anfragen im Sande verliefen. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Messe vonseiten der Aussteller wirklich sehr gut vorbereitet war und sich der Besuch lohnte.
Hilscher
Die Firma Hilscher entwickelt und produziert industrielle Kommunikationssysteme. Eines der Produkte ist ein auf der Raspberry-Pi-Architektur basierender Mini-Rechner namens NetPI [2]. Die Hardware des NetPI (Abbildung 2) erfüllt alle für den industriellen Einsatz wichtigen Anforderungen wie Betriebsspannung, EMV-Störfestigkeit, Temperaturbereich, RTC und andere mehr. Optionale Einsteckmodule namens NPIX sorgen für mehr Konnektivität.

Abbildung 2: Der NetPI fungiert in erster Linie als Docker-Host und gewährleistet damit den sicheren Betrieb von Applikationen.
Beim Betriebssystem handelt es sich um ein Yocto-basierendes Linux, das als speziell angepasster Docker-Host fungiert. Alle Funktionen, die den Zugriff eines Containers auf das Linux-Host-System ermöglichen, schalteten die Entwickler ab, wodurch sich eine Manipulation des Basissystems zu jeder Zeit sicher ausschließen lässt.
Die Anwendungen lassen sich nur über diese bewährte Container-Technologie via Weboberfläche auf das System nachladen. Das ermöglicht es, Applikationen gleichzeitig, aber sicher voneinander getrennt ablaufen zu lassen. Zum Einsatz kommen dabei sowohl öffentliche Docker-Container als auch solche des Herstellers.
Zusätzlich zum Basisgerät NetPI Core 3 bietet Hilscher eine Variante an, die über zwei Industrie-Ethernet-Schnittstellen verfügt (NetField Connect). Sie lässt die Docker-Steuerung zusätzlich über eine Cloud-Plattform zu. Ganze Geräteflotten lassen sich dann bequem und zentral aus der Ferne über NetField.io steuern, aktualisieren oder diagnostizieren. Das Nutzen dieser etablierten Infrastruktur erlaubt es den Anwendern, sich ganz auf die Entwicklung der Applikationen zu konzentrieren, während das Ausrollen und Verwalten der Software über die Plattform erfolgt.
Fraunhofer
Gemäß dem Slogan “wir hören zu” entwickeln die Wissenschaftler am Fraunhofer-IDMT in Ilmenau KI-Lösungen für die industrielle Qualitätskontrolle. Konkret geht es dabei um Anwendungsfälle, bei denen man hört, ob ein Defekt vorliegt: Eine KI-basierte akustische Überwachung erlaubt es zum Beispiel, Druckluftleckagen oder ein beschädigtes Lager zu finden.
Auch die Qualität einer Schweißnaht lässt sich am Klang beim Erstellen der Naht erkennen. Das Fraunhofer-Institut setzt dort an, wo optische Überwachungsverfahren an ihre Grenzen kommen oder sich wegen zu hoher Kosten nicht mehr lohnen. Falls das Thema Sie interessiert, finden Sie auf der Webseite des Instituts weitere Informationen [3].
Als weltweit führende Organisation für anwendungsorientierte Forschung beschäftigt sich die Fraunhofer-Gesellschaft überwiegend mit zukunftsrelevanten Schlüsseltechnologien sowie deren Verwertung in Wirtschaft und Industrie. Die Homepage gibt einen Überblick aller Tätigkeitsfelder der Gesellschaft [4].
HCP Sense
Beim Start-up HCP Sense [5] handelt es sich um eine Ausgründung der TU Darmstadt, die das Förderprogramm EXIST Forschungstransfer seit 2021 finanziell unterstützt. Das Unternehmen entwickelt ein kraftmessendes Wälzlager, um neue digitale Geschäftsmodelle zu ermöglichen.
Das Sensorlager von HCP Sense bietet die Möglichkeit, wirkende Kräfte und den Schmierungszustand des Wälzlagers zu messen. Dabei nimmt das Sensorlager (Abbildung 3) den gleichen Bauraum ein wie ein entsprechendes konventionelles Lager. Es lässt sich deshalb ohne größere Konstruktionsänderungen in eine Maschine integrieren, da das Lager selbst als Sensor fungiert und keine essenziellen Veränderungen anfallen.

Abbildung 3: Das Sensorlager von HCP Sense erlaubt das Messen auftretender Kräfte. Es nimmt nicht mehr Bauraum ein als ein konventionelles Lager.
MuTech
Auch in der Landwirtschaft hält die Digitalisierung zunehmend Einzug. So stellt die Firma MuTech GmbH ein System zum Überwachen trächtiger Kühe bereit. Mithilfe KI-basierter Software und speziellen Sensoren lässt sich der Zeitpunkt, an dem das Kälbchen das Licht der Welt erblickt, genau vorhersagen. Auch mögliche Komplikationen erkennt das Wicow-System vorab. So kann der Landwirt die nötigen Schritte frühzeitig einleiten, um eine risikofreie Geburt zu gewährleisten. Das System bietet auch Funktionen zur Nachsorge, um eine optimale Gesundheitsvorsorge für die Kuh und ihr Kalb zu erreichen. Auf der Webseite von Wicow finden Sie weitere Informationen [6].
Phoenix Contact
Da die Platine des Raspberry Pi bei mechanischer Beanspruchung sehr schnell Schaden nimmt, spielen robuste Gehäuse beim industriellen Einsatz eine wichtige Rolle. Die Firma Phoenix Contact bietet mehrere Industrie-Cases für den Kleinrechner an. Sie bestehen aus robustem vibrations- und schockfestem Polycarbonat.





