Aus Raspberry Pi Geek 07-08/2020

Einen Sonos-Symfonisk von Ikea mit freien Komponenten umbauen (Seite 2)

Abbildung 2: Die kleine schwarze Klappe arretiert das Kabel. Zum Abziehen müssen Sie sie lösen.

Abbildung 2: Die kleine schwarze Klappe arretiert das Kabel. Zum Abziehen müssen Sie sie lösen.

Alle Schritte hier sollten leicht und ohne hohen Kraftaufwand funktionieren. Anschließend liegt das offene Gehäuse mit den herausgetrennten Bauteilen vor Ihnen. Die restlichen Teile sind mit dem Gehäuse lediglich verschraubt, dementsprechend einfach gelingt die Demontage. Nur die WLAN-Antennen und einige Kabel sind mit dem Gehäuse verklebt, lassen sich mit etwas Vorsicht aber gut entfernen.

Die nächsten Schritte sollten Sie nun vorerst außerhalb des Gehäuses nachvollziehen. Auf diese Weise lassen sich Tests sehr einfach vornehmen und Korrekturen anwenden. Wer gleich alles komplett zusammenbaut, muss den Sonos-RasPi eventuell wieder zerlegen.

Stromversorgung umbauen

Das Netzteil (Mean Well HDR-60-15) ist sehr kompakt und eignet sich entsprechend gut für den Umbau. Als Lautsprechertreiber nutzt der Symfonisk einen 4-Ohm-Mitteltöner sowie einen 8-Ohm-Hochtöner.

HiFiBerry empfiehlt für den Betrieb an einem Amp2 ein Netzteil mit 18 Volt und 60 Watt bei 3 Ampere. Das HDR 15 ist eigentlich ein 15-Volt-Netzteil, hat jedoch eine regelbare Leistung bis zu 18 V. Dazu drehen Sie die kleine Schraube neben den Ausgängen komplett nach rechts. Wer möchte, misst zur Sicherheit mit einem Multimeter nach. Im Standby-Betrieb des Lautsprechers konnte der Autor einen Verbrauch von 2,5 Watt messen, weniger als die Werksangabe von Sonos-Geräten [4].

TIPP

Als Alternative zum integrierten Netzteil käme eine externe Stromversorgung infrage, etwa über ein übrig gebliebenes Netzteil eines defekten Notebooks. Dann wäre es allerdings nötig, die Verkabelung an der Rückseite des Gehäuses zu ändern.

Den HiFiBerry Amp2 stecken Sie einfach auf den Raspberry Pi. Über die GPIO des RasPi kommunizieren die Platinen nicht nur, über den Konnektor versorgt der HiFiBerry den RasPi auch mit Strom. Verwenden Sie einen Pi Zero W und nicht die Variante WH, dann müssen Sie zuvor den GPIO-Header auflöten und auf Funktion testen. Das erfordert zwar ein wenig Geschick, geht jedoch in der Praxis leichter von der Hand, als man denken könnte.

Ein Ziel des Projekts ist es, dass der Player möglichst nichts von seiner ursprünglichen Optik einbüßt. Daher bleibt der Anschluss für den Strom auf der Rückseite erhalten. Dazu löten Sie die alten Kabel ab und neue an die Buchse auf der Rückseite an. Für die Länge aller Kabel im Umbau orientieren Sie sich an der Breite des Gehäuses.

Hier empfiehlt es sich, Kupferdrähte mit Vollkern mit mehr als 1 Millimeter Durchmesser zu verwenden, da schließlich 230 Volt fließen. Das andere Ende verschrauben Sie mit den Eingängen des Netzteils. Die Polarität ist hier noch unwichtig, da es sich um Wechselstrom handelt. Die Lötstellen für die Gehäusebuchse sollten Sie mit Schrumpfschlauch oder Heißkleber isolieren.

Einen Ausgang des Netzteils verbinden Sie dann mit dem Eingang des Amp2. Wie schon erwähnt, versorgen Sie auf diese Weise den Raspberry Pi gleich mit. Hier müssen Sie nun auf die Polarität achten, also Plus- und Minus-Pol richtig herum anschließen. Insgesamt benötigen Sie am Netzteil nur einen Ausgang, der andere bleibt frei.

Zugänge passend verlängern

Da SD-Karten immer mal wieder ihr Leben aushauchen oder man die Software des Lautsprechers ändern möchte, sollte die Speicherkarte des Raspberry Pi von außen zugänglich sein. Dazu verwenden Sie eine Verlängerung, um die SD-Karte an der Rückseite des Gehäuses einzuschieben. Zusätzlich verlängern Sie einen der USB-Ports. Das eröffnet die Möglichkeit, Peripherie anzuschließen, wie etwa einen USB-Ethernet-Adapter.

An der Front des Symfonisk-Lautsprechers findet sich eine Reihe kleiner Steuerungstasten. Diese sollen auch weiter funktionieren. Daher müssen Sie die Anschlüsse der Tasten auf die Raspberry-Pins umleiten, wozu Sie einen FFC/FPC-10-Pin-Adapter mit 0,5 mm Pin-Abstand benötigen. Er lässt sich über den Elektronikhandel oder Auktionsplattformen leicht organisieren. Auf dem Adapter sehen Sie die zehn Adern des Flachbands. Verbinden Sie den Adapter mit dem Originalkabel von Sonos, lässt sich mit einem Multimeter durchmessen, welche Ader welche Funktion bereitstellt.

TIPP

Das Sonos-Kabel besitzt an den Enden links und rechts kleine Sicherungsnasen. Sollten Sie einen FPC-Adapter verwenden, bei dem diese nicht vorgesehen sind, lassen sich die Verbreiterungen vorsichtig mit einem scharfen Messer entfernen.

Um die Arbeit zu vereinfachen, orientieren Sie sich beim Mapping der Adern inklusive der verwendeten Raspberry-Pins an der Tabelle “Sonos-Panel-Mapping”. Auch nach verschiedenen Sonos-Umbauten scheint der Hersteller die Belegung nicht geändert zu haben. Play/Pause und GND sind zweifach belegt. Es genügt völlig, eine der beiden Adern auf dem Adapter zu nutzen.

Adapter

Funktion

Pin

GPIO

1

Play/Pause

23

11

2

Play/Pause

23

11

3

LED Grün

16

23

4

LED Rot

18

24

5

GND

20

GND

6

LED Gelb

22

25

7

GND

20

GND

8

LED Weiß

15

22

9

+

21

9

10

19

10

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 9 HeftseitenPreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
RASPBERRY PI GEEK KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Raspberry Pi Geek bei Google Play Readly Logo
Nach oben