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Aus Raspberry Pi Geek 03/2014

Infoscreens ansteuern mit dem Raspberry Pi

© enki, 123RF

Stets im Blick

Wolfgang Dautermann

Mit einem Infoscreen bringen Sie stets aktuelle Infos unter die Leute. Ein entsprechender Monitor, ein Raspberry Pi und die passende Software – mehr brauchen Sie dazu nicht.

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Großformatige TFT-Bildschirme kosten nicht mehr die Welt, auch eine Wandmontage stellt kein Problem dar – ideal, um damit als Infoscreen aktuelle Informationen zu veröffentlichen. Mit einem RasPi und freier Software lässt sich die Info-Wand kostengünstig ansteuern.

Hinter dem Schlagwort “Digital Signage” (digitale Beschilderung) versteckt sich der Trend, Schilder, aktuelle Ankündigungen und Ähnliches auf digitalen Bildschirmen zu verbreiten, anstatt analog auf Tafeln oder gedruckt. Entsprechende digitale Anzeigen finden sich inzwischen fast überall – in Straßenbahnen und Bussen, in Auslagen und Einkaufszentren, in Universitäten oder Firmen und auf großen Plätzen in den Städten.

Dabei lässt sich so ein Infoscreen relativ leicht selbst konstruieren und installieren: Außer einem Monitor in der gewünschten Größe brauchen Sie nur noch einen Raspberry Pi, ein paar Kabel und freie Software.

Screenly OSE

Als Grundlage für einen Infoscreen eignet sich das System Screenly. Das gibt es in zwei Varianten: Einmal als “Screenly Pro” sowie als Open-Source-Edition “Screenly OSE”. Letztere kommt in diesem Workshop zum Einsatz.

Die Installation gestaltet sich einfach: Einerseits steht auf der Homepage [1] ein gepacktes Image zum Download bereit, das Sie einfach auf eine mindestens 4 GByte große SD-Karte installieren – das war’s dann schon. Schließen Sie noch ein Netzwerkkabel, eine Stromversorgung und einen Bildschirm an den RasPi an, und schon kann es losgehen.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass Sie selbst Raspbian installieren. Dann schalten Sie auf jeden Fall mit sudo raspi-config den Rechner in den grafischen Modus um. Anschließend geben Sie als User pi den Befehl aus Listing 1 ein, der eine längere Ausgabe nach sich zieht.

Listing 1

$ curl -sL https://raw.github.com/wireload/screenly-ose/master/misc/install.sh | bash

Dabei lädt Curl eine Datei von einem Server und leitet das Ergebnis über eine Pipe direkt an eine Shell weiter, die das Skript direkt ausführt. Möchten Sie vorab nachsehen, was da später passiert, dann verzichten Sie auf den Teil | bash und schauen sich den Inhalt des Skripts erst einmal in Ruhe an.

Dann sehen Sie auch, warum der Installer Raspbian benötigt: Screenly ist zwar in Python programmiert und läuft daher prinzipiell auch unter anderen Raspberry-Distributionen wie Pidora. Das Setup enthält jedoch Debian-spezifische Befehle, um notwendige Softwarepakete einzurichten – für andere Distributionen wäre hier entsprechend manuelle Nacharbeit notwendig.

Nach dem Einschalten des Bildschirms und Booten des Mini-PCs meldet dieser sich zuerst mit einer kurzen Anzeige, über welche Webseite Sie den Infoscreen steuern. Diese Adresse geben Sie nun in einem Browser auf einem anderen Rechner im Netzwerk ein und richten so die Inhalte ein, die Sie abspielen möchten.

Bevor Sie den Infoscreen produktiv verwenden, sollten Sie sich via SSH am Raspberry Pi einloggen und zumindest folgende Kleinigkeiten noch erledigen:

  • Das Screenly-Image hat SSH aktiviert und das übliche Passwort raspberry für den User pi gesetzt. Das sollten Sie aus Sicherheitsgründen ändern.
  • Falls eine größere SD-Karte zum Einsatz kommt – was sich durchaus empfiehlt, wenn Sie später etwa Videos abspielen möchten – sollten Sie das Root-Dateisystem mit dem Konfigurationswerkzeug erweitern.
  • Höchstwahrscheinlich müssen Sie die Zeitzone und eventuell die Tastaturbelegung noch umstellen.

Die Arbeit an Screenly und dem darunterliegenden Raspbian schreitet laufend voran. Daher schadet ein Update auf die aktuelle Version der beiden Komponenten nicht. Screenly meldet selbstständig mit der kurzen Nachricht Update available im Panel, falls eine neue Version bereitsteht. Eine Aktualisierung der Software nehmen Sie mit dem folgenden Befehl vor:

$ ~/screenly/misc/run_upgrade.sh

Die Debian-Pakete des Grundsystems bringen Sie mit den beiden folgenden Kommandos regelmäßig auf den neusten Stand:

$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get upgrade

Nun steht Screenly einsatzbereit. Sie tippen die URL des Systems in einen Browser und spielen auf diesem Weg die Medien ein (Abbildung 1). Das erledigen Sie über den Button Add Asset.

Abbildung 1: Der Hauptbildschirm von Screenly bietet neben einigen Statusdaten die Möglichkeit zum Hochladen von Medien wie Bildern, Videos und Texten.

Abbildung 1: Der Hauptbildschirm von Screenly bietet neben einigen Statusdaten die Möglichkeit zum Hochladen von Medien wie Bildern, Videos und Texten.

Es öffnet sich ein Dialog, der die Gelegenheit bietet, Bilder und Videos hochzuladen (Abbildung 2) oder Webseiten beziehungsweise die URLs von Grafiken anzugeben. Auf diese Weise ließe sich das Bild einer Webcam am Infoscreen anzeigen.

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