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Aus Raspberry Pi Geek 03/2014

Cryptcat analysiert PCs im Netzwerk (Seite 2)

Abbildung 2: Cryptcat eignet sich ausgezeichnet, um Datenströme aus Programmen wie Tar über das Netzwerk zu schicken.

Abbildung 2: Cryptcat eignet sich ausgezeichnet, um Datenströme aus Programmen wie Tar über das Netzwerk zu schicken.

Portscan

Hinter dem Portscan verbirgt sich eine gängige Methode, um festzustellen, auf welchen Kanälen ein Rechner Verbindungen annimmt. Allerdings sehen Admins einen Scan oft als Angriffsversuch an. Daher empfiehlt es sich, diese Technik nur gegen Rechner anzuwenden, die unter Ihrer Obhut stehen. Der Befehl für den Portscan weist folgenden Aufbau auf:

$ cryptcat -vv -z Rechner Port-Bereich

Mit der Option -vv zeigt das Kommando alle offenen und geschlossenen Ports an, -v dagegen liefert nur die offenen. In der Abbildung 3 sehen Sie zusätzlich die Wirkung der Option -n, die das Umsetzen von IP-Adressen auf Namen unterdrückt.

Abbildung 3: Portscan in einem lokalen Netzwerk mittels Cryptcat.

Abbildung 3: Portscan in einem lokalen Netzwerk mittels Cryptcat.

Überwachen

Cryptcat hat die Eigenschaft, sich nach dem erfolgreichem Datenempfang zu beenden. Das eignet sich dazu, recht einfach Portscans zu entdecken und eine Reaktionen zu veranlassen. Betrachten Sie in Abbildung 3 das Terminal mit dem dunklen Hintergrund. Dort lauscht Cryptcat auf den Port 8080. Nachdem der andere Rechner mit seinem Portscan angeklopft hatte, beendete es sich mit dem Exitcode 0.

Mit wenigen Zeilen Shell-Code erstellen Sie unter Zuhilfenahme dieser Funktion eine Türklingel fürs Netzwerk (Listing 3). Diese gibt einfach einen Ton aus und ruft Sie so an die Konsole. Um das Ereignis auszulösen, braucht keine Nachricht über das Netz zu laufen – ein Portscan genügt. Bei Bedarf starten Sie mehrere dieser Skripte im Hintergrund mit abweichenden Ports.

Listing 3

 

#! /bin/sh
while true; do
  cryptcat -v -n -l -p 8080
  beep
  sleep 1
done

Das Skript im Listing 3 zeigt zusätzlich an, welcher Rechner anklingelt. Solche einfachen Mittel helfen, wenn es darum geht, einen Teilnehmer im Netz nur kurz auf etwas aufmerksam zu machen. Das Anklingeln geschieht ganz einfach mit der Portscan-Option (Abbildung 4).

Abbildung 4: Einmal gestartet, registriert das Skript Klopfzeichen von anderen Rechnern.

Abbildung 4: Einmal gestartet, registriert das Skript Klopfzeichen von anderen Rechnern.

Statt einem Klingeln wären auch andere Reaktionen möglich. So ließe sich das Skript so gestalten, dass es die Netzwerkkarte für eine gewisse Zeit deaktiviert oder eine andere IP-Adresse verwendet: Ein Portscan wäre dann mangels Erreichbarkeit nicht mehr möglich.

Minimaler Chat

Wie viele andere Shell-Befehle nimmt Cryptcat Daten von der Standardeingabe entgegen. Das erlaubt es, einen privaten, verschlüsselten Chat einzurichten. Zunächst startet einer der Partner den Empfang auf seinem Rechner (Listing 4, erste Zeile). Anschließend verbindet sich der andere Teilnehmer von seinem Rechner aus (zweite Zeile).

Listing 4

 

$ cryptcat -k "Passwort" -l -p Port
$ cryptcat -k "Passwort" Hostname_oder_IP Port

Abbildung 5 zeigt den Ablauf einer solchen Unterhaltung. Immer nach dem Drücken der Eingabetaste gelangt die nächste Zeile auf den Bildschirm der Gegenstelle. Sie beenden das Gespräch mit [Strg]+[D].

Abbildung 5: Privater Chat mit Cryptcat.

Abbildung 5: Privater Chat mit Cryptcat.

Fazit

Cryptcat ermöglicht einen schnellen Check von offenen Ports und Netzwerkverbindungen, die einfache Syntax erleichtert die Integration in Skripte. Im Alltag erweist sich das Programm als flexibles Werkzeug, das gegenüber ähnlichen Lösungen mit dem verschlüsselten Übertragen der Daten punktet. 

Der Autor

Harald Zisler beschäftigt sich seit den frühen 90er-Jahren mit FreeBSD und Linux. Zu Technik- und EDV-Themen verfasst er Bücher und Beiträge für Zeitschriften. Aktuell ist sein Werk “Computer-Netzwerke”, erschienen bei Galileo Press.

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