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Aus Raspberry Pi Geek 03/2014

Den RasPi über Android-Apps kontrollieren

© Sergey Konyakin, 123RF

Pi-Droiden

Dmitri Popov

Mit den richtigen Apps avanciert Ihr Android-Smartphone zur praktischen, allzeit bereiten Kontrollzentrale für den Raspberry Pi.

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Für Android-Smartphones gibt es eine ganze Reihe nützlicher Apps, die mit dem Raspberry Pi kooperieren. Dabei reicht die Bandbreite der Möglichkeiten vom schlichten Monitoring über die Mediacenter-Bedienung bis hin zur Ansteuerung der GPIO-Pins auf dem RasPi.

Betreibt man einen Raspberry Pi im Headless-Modus ohne Bildschirm, Tastatur und Maus, erweist sich ein Monitoring-Werkzeug als hilfreich, mit dem man jederzeit den Betriebszustand des Minirechners überprüfen kann. Als Überwachungsgerät drängt sich ein Smartphone geradezu auf, das man naturgemäß stets zur Hand hat und das – wie meist auch der RasPi – rund um die Uhr läuft.

Für Android gibt es mit pypSysInfo und der zugehörigen App PSIAndroid, RPi-Monitor sowie Raspcontrol eine ganze Reihe entsprechender Lösungen. Allerdings erfordern die meisten dieser Werkzeuge eine Installation auf dem RasPi, samt entsprechender Konfiguration und Wartung.

RasPi Check

Als elegantere Lösung präsentiert sich die App RasPi Check [1], die lediglich einen auf dem Raspberry Pi laufenden OpenSSH-Server erfordert. Zwar bietet sie nicht ganz so viele Möglichkeiten wie phpSysInfo, liefert aber einen guten Überblick aller wichtigen Betriebsparameter. Dazu gehören neben einer generellen Systeminformation auch der Zustand der Netzwerkschnittstellen und Massenspeicher sowie eine Übersicht der laufenden Prozesse (Abbildung 1). Neben Informationen wie Uptime sowie CPU- und Speicherauslastung präsentiert RasPi Check auch Daten zum Overclocking, darunter die CPU-Temperatur sowie Taktung und Versorgungsspannung des Prozessors.

Abbildung 1: Mit RasPi Check überwachen Sie den Raspberry Pi bequem von Android-Smartphone aus.

Abbildung 1: Mit RasPi Check überwachen Sie den Raspberry Pi bequem von Android-Smartphone aus.

Sie installieren RasPi Check aus dem Play Store. Beim ersten Start fragt die App das Profil für eine SSH-Verbindung zum RasPi ab und speichert die Daten samt Benutzername, Passwort und Sudo-Passwort unter einem frei wählbaren Profilnamen, optional samt einer Beschreibung. Als Authentifizierungsmethoden stehen neben Passwort auch Private key und Private key m. Passwort zur Auswahl.

Nach dem Speichern des ersten Profils verbindet sich RasPi Check direkt mit dem entsprechenden RasPi und zeigt die zugehörigen Überwachungsdaten an. Die App kommt mit mehreren Profilen zurecht, sodass Sie auch mehrere RasPis damit überwachen können. Über das Home-Menü fügen Sie jederzeit weitere Profile hinzu oder löschen nicht mehr benötigte Einträge. Hier stellt RasPi Check auch ein Kommando zum Herunterfahren des angesteuerten RasPis bereit. Weitere Steuerungsfunktionen beherrscht es jedoch nicht.

RaspberryPi Controller

Noch einfacher gestrickt als RasPi Check präsentiert sich RaspberryPi Controller [2]. Es beherrscht genau drei Aufgaben: Es kann die Erreichbarkeit des RasPis prüfen und diesen entweder herunterfahren oder neu starten (Abbildung 2). In vielen Situationen genügen diese Möglichkeiten aber schon völlig.

Abbildung 2: Schlichtestmögliche App: Der RaspberryPi Controller prüft die Erreichbarkeit des RasPi und kann den Minirechner neu starten oder herunterfahren – das war's.

Abbildung 2: Schlichtestmögliche App: Der RaspberryPi Controller prüft die Erreichbarkeit des RasPi und kann den Minirechner neu starten oder herunterfahren – das war’s.

Die Konfiguration fällt entsprechend simpel aus: Als Zugangsdaten geben Sie den Hostnamen respektive die IP-Adresse des RasPi und einen Benutzernamen samt Passwort sowie das Sudo-Passwort an. Wechseln Sie nun in den Hauptbildschirm und betätigen den Schalter Status überprüfen, signalisiert die App den Status des Minirechners, indem es die neben dem Button stehende Fläche rot (RasPi nicht erreichbar) oder grün (RasPi erreichbar) einfärbt. Über die Schalter Neustart rebooten Sie den RasPi, über Anhalten fahren Sie ihn herunter.

GPIO Tool for Raspberry Pi

Neben diesen einfachen Android-Apps zum Überwachen, Rebooten und Ausschalten des Raspberry Pi gibt es auch komplexere Anwendungen, mit denen sich beispielsweise die GPIO-Ports des Minirechners ansteuern lassen. Ein Vertreter dieser Gattung ist das GPIO Tool For Raspberry Pi [3], mit dem Sie nicht nur den Status aller GPIO-Ports auslesen, sondern diese auch einzeln kontrollieren können.

Um das GPIO Tool nutzen zu können, müssen Sie vorab auf dem RasPi die Bibliothek WiringPi einrichten. Falls noch nicht geschehen, installieren Sie dazu als Erstes Git (Listing 1, Zeile 1). Dann klonen Sie das Git-Repository von WiringPi (Zeile 2) und wechseln danach in das dabei entstandene Quellcode-Verzeichnis (Zeile 3). Dort starten Sie das Skript build, das die Bibliothek übersetzt und installiert (Zeile 4).

Listing 1

 

$ sudo apt-get install git
$ git clone git://git.drogon.net/wiringPi
$ cd wiringPi
$ ./build

Als Nächstes richten Sie das GPIO Tool For Raspberry Pi auf einem Android-Smartphone oder Tablet ein. Nach dem ersten Start bietet dieses an, das Tool Androidcmd zu installieren. Diese App stellt Sie vor die Wahl, das Werkzeug aus den Quellen zur erstellen oder dessen Binärpaket zu installieren. Läuft auf dem Raspberry Pi als Betriebssystem Raspbian, greifen Sie zum Binary, anderenfalls steht das Übersetzen aus den Quellen an.

Im nächsten Schritt wählen Sie in GPIO Tool aus dem Menü Settings den Punkt Add Raspberry Pi, richten das Verbindungsprofil ein und speichern dieses mit OK. Dann drücken Sie den Schalter Connect, um Verbindung zum RasPi aufzunehmen. Läuft alles sauber, erscheint nun die Statusmeldung Connected, und die App zeigt das GPIO-Layout. Darin können Sie für jeden Pin einzeln dessen Status umschalten. Das macht freilich wenig Sinn, solange nichts an den Pins hängt.

Als Probe aufs Exempel können Sie beispielsweise eine LED mit dem GPIO-Port verbinden und diese vom Android-Gerät aus mit dem GPIO Tool steuern. Für einen entsprechenden Aufbau benötigen Sie ein Breadbord, ein paar Drähte, einen 270-Ohm-Widerstand und natürlich eine LED. Sie verbinden die Komponenten wie in Abbildung 3 gezeigt. Stellen Sie dabei sicher, dass der schwarze Draht mit GND und der gelbe mit dem GPIO-Pin 17 verbunden ist.

Abbildung 3: Das Schaltschema des Testaufbaus für das GPIO Tool for Raspberry Pi.

Abbildung 3: Das Schaltschema des Testaufbaus für das GPIO Tool for Raspberry Pi.

Nun definieren Sie in der GPIO-Tool-App den GPIO-Pin 17 als Output (Abbildung 4). Dazu halten Sie das Label des Pins so lange gedrückt, bis ein Popup-Menü erscheint. Aus diesem wählen Sie Output. Dann tippen Sie auf den Pin und ändern dessen Modus auf HIGH, um die LED zu aktivieren. Ein erneutes Antippen zieht den Pin wieder auf LOW, die LED erlischt.

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