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Aus Raspberry Pi Geek 03/2014

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Redaktion

Verschlüsselte Container verwalten mit Cryptmount 4.3.1, Digitales Tagebuch führen mit Elog 2.9.2, System überwachen mit Htop 1.0.1, Daten sichern mit Synbak 3.0

Geheimnisträger

Mithilfe von Cryptmount 4.3.1 erstellen und verwalten Sie auf komfortable Weise verschlüsselte Container und Partitionen.

Das handliche Verschlüsselungswerkzeug Cryptmount aus dem Raspbian-Repository ermöglicht nicht nur das Einhängen verschlüsselter Geräte ohne administrative Rechte, sondern geht Ihnen auch beim Anlegen verschlüsselter Partitionen und Container zur Hand. Dazu führt Sie der Assistent Cryptmount-setup beim Erstellen eines Containers mit Fragen zu dessen Namen, Größe, dem verwendenden Benutzer und einem Passwort durch die Einrichtung. Die vorgegebenen, sinnvollen Standardwerte dürfen Sie bei Bedarf anpassen. Das Werkzeug benötigt administrative Rechte, sodass Sie es mit Sudo starten müssen.

Cryptmount verwaltet jedes verschlüsselte Gerät unter dem Label, das Sie über Cryptmount-setup vergeben haben. Standardmäßig erzeugt das Programm eine Container-Datei. Für verschlüsselte Partitionen geben Sie als Dateinamen den Device-Pfad der Partition an. Die Konfigurationsdaten landen in der Datei /etc/cryptmount/cmtab. Hier finden Sie die Parameter für jedes Gerät unter einem eindeutigen Label, das Sie später zum Einbinden angeben. Die Einstellungen umfassen das Verzeichnis zum Einhängen, das Dateisystem, den Verschlüsselungsalgorithmus, die Schlüsseldatei, die Gerätedatei und verschiedene Mount-Optionen. Bei Bedarf ergänzen Sie hier weitere Optionen oder Geräte von Hand.

Zum Einbinden des verschlüsselten Geräts rufen Sie Cryptmount als normaler Benutzer mit dem Parameter -m und dem Geräte-Label auf. Um alle Geräte der Cmtab-Datei gleichzeitig einzuhängen, geben Sie dem Programm den Parameter -a mit. Eine Liste sämtlicher verschlüsselter Geräte erhalten Sie über -l. Über weitere Parameter stellt Cryptmount einfache administrative Funktionen wie das Ändern von Passwörtern, das Erzeugen neuer Schlüssel oder eine Schlüsselverwaltung bereit. Details über diese und weitere Funktionen finden Sie in den Manpages umfangreich beschrieben.

Cryptmount 4.3.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://cryptmount.sourceforge.net

Protokollführer

Um mit Elog 2.9.2 ein Blog einzurichten, müssen Sie weder eine Skriptsprache erlernen noch eine umfassende Installation stemmen.

Klassische Web-Logs oder Foren setzen oft eine aufwendige Lösung mit Webserver, Datenbank und komplexer Skriptsprache voraus. Einfacher geht es mit Elog: Das Tool weist nur wenige Abhängigkeiten auf und lässt sich daher in wenigen Schritten einrichten. Einen Webserver integriert es bereits, auf eine Datenbank können Sie verzichten: Elog verwaltet alle Einträge als Textdateien in einer Verzeichnisstruktur. Darin besitzt jedes Logbuch ein eigenes Unterverzeichnis für die Einträge, deren Dateinamen das Erstelldatum enthalten.

Das in C implementierte Programm benötigt nur wenige Ressourcen – ideal für den Raspberry Pi. Neben dem Serverprogramm Elogd umfasst der Quellcode auch den Konsolenclient Elog. Er eignet sich zum Einbinden in eigene Programme, die direkt in ein Logbuch schreiben sollen. In der Regel erfolgt der Zugriff jedoch über die Weboberfläche. Diese erstellen Sie nicht mittels einer Skriptsprache, sondern über die Konfigurationsdatei. Darin besitzt jedes Logbuch einen eigenen Block, innerhalb dessen Sie die Formularfelder und das Erscheinungsbild der Oberfläche über sogenannte Attribute gestalten.

Dabei reichen die Möglichkeiten vom schlichten Eingabefeld bis hin zu Ausklappmenüs. Angesichts der zahlreichen Elemente kommen Sie um die Lektüre der Elog-Dokumentation auf der Webseite nicht herum. Neben den Abschnitten für die einzelnen Logbücher besitzt die Konfigurationsdatei einen übergreifend gültigen Block. Hier legen Sie fest, auf welcher Schnittstelle und welchem Port Elog Verbindungen annimmt oder die SSL-Verschlüsselung aktiviert.

Elog 2.9.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://midas.psi.ch/elog/

Tachometer

Als Komfortvariante des Systemmonitors Top glänzt Htop 1.0.1 durch eine komfortable Oberfläche samt konfigurierbarer Anzeige.

Der Systemmonitor Htop gewährt einen ebenso guten Blick auf die Ressourcen der laufenden Prozesse wie das klassische Top, bietet jedoch eine komfortablere Oberfläche. Er listet alle laufenden Prozesse nach der Laufzeit sortiert auf, standardmäßig mitsamt deren Threads. Falls das den Überblick erschwert, blenden Sie die Thread einfach mit [H] aus.

In der Fußzeile des Fensters zeigt das Htop weitere Tastenkürzel, mit denen Sie die Prozessliste durchsuchen, Filter definieren oder die Anzeige in eine Baumstruktur umschalten. Über die Nice-Funktion passen Sie die Priorität markierter Prozesse im laufenden Betrieb an, unerwünschte Tasks terminieren Sie via Kill-Funktion. Htop führt für jeden Prozess dessen ID, CPU- und RAM-Verbrauch, die Prozesspriorität sowie den ausführenden Benutzer an. In der Spalte Command findet sich die zugehörige Pfadangabe samt Aufrufparametern. Der obere Bereich liefert Angaben zur Systemlast und Laufzeit. Balken visualisieren außerdem den aktuellen Speicherverbrauch, den genutzten Swap-Space und die aktuelle CPU-Auslastung.

Bei der Fortschrittsanzeige haben Sie die Wahl zwischen Balken-, Grafik- oder reiner Textdarstellung. Über [F2] erreichen Sie die Konfiguration, über die Sie weitere Informationen in den oberen Bereich einfügen. Weitere Optionen im Menü ermöglichen das Ändern der Anzeige oder das Hervorheben von Thread- oder Programmnamen. Auch die Anordnung der Spalten in der Liste passen Sie auf diese Weise maßgeschneidert an.

Htop 1.0.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://hisham.hm/htop/

Lagerist

Mit Synbak 3.0 und einer USB-Festplatte verwandelt sich der Raspberry Pi in einen handlichen Backup-Server für kleine bis mittlere Netzwerke.

Der Wrapper Synbak ermöglicht es, zum Sichern verschiedenster Datenquellen standardisierte Konfigurationen anzulegen. Dabei reicht der Funktionsumfang vom einfachen Backup mit Rsync oder Tar über das Sichern eines Webservers mittels Wget bis hin zu Datenbankabzügen für LDAP, MySQL, Oracle oder PostgreSQL. Standardmäßig legt Synbak die Sicherung auf der Festplatte ins aktuelle Verzeichnis ab, unterstützt aber auch Backups auf Wechselmedien wie Bänder oder DVDs samt automatisiertem Medienwechsel.

Seine Konfiguration erwartet das Tool im Verzeichnis ~/.synbak. Dort gibt es für jede Sicherungsmethode ein eigenes Unterverzeichnis mit Konfigurationsdaten für die zu sichernden Systeme. Das Programmarchiv enthält dazu die Vorlage template.conf, die Sie nach Bedarf anpassen. Die modifizierte Datei speichern Sie anschließend unter dem Namen des zu sichernden Systems im Unterverzeichnis der jeweiligen Sicherungsmethode. In der Konfiguration legen Sie für jede Sicherung Quell- und Zielverzeichnisse fest, setzen Parameter für das jeweilige Backup-Tool, definieren die Aufbewahrungsfristen für Sicherungen, fordern einen HTML-Report an oder richten einen Alarm per E-Mail ein.

Um ein Backup zu starten, übergeben Sie Synbak mit dem Parameter -s den fraglichen Systemnamen und mit -m die zu verwendende Methode. Als Shellskript besitzt Synbak keine eigenen Sicherungsfunktionen, sondern ruft im Hintergrund bewährte Tools wie Mysqldump, Rsync oder Tar auf. Ein späteres Wiederherstellen müssen Sie ebenfalls mit den jeweiligen Tools erledigen. (agr)

Synbak 3.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.initzero.it/portal/soluzioni/software-open-source/synbak-universal-backup-system_2623.html

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