Je nach der unter boot_behaviour getroffenen Einstellung landen Sie anschließend auf einer Textkonsole oder in der grafischen Oberfläche. In jedem Fall haben Sie die Möglichkeit, auch später auf der Konsole oder in einem Terminalfenster durch Aufruf von sudo raspi-config das Raspbian-Konfigurationswerkzeug erneut aufzurufen und Änderungen vorzunehmen.
Netzwerkkonfiguration
Per Vorgabe versucht der Raspberry Pi, sich in ein bestehendes LAN einzuklinken, indem er bei einem DHCP-Server nach einer IP-Adresse fragt. In typischen Heimnetzwerken betätigt sich der (DSL-WLAN-)Router als entsprechender Dienstleister und teilt dem RasPi eine Adresse zu. Das reicht für die meisten einfachen Anwendungsfälle völlig aus.
Soll der RasPi allerdings selbst als Server oder gar (WLAN-)Router arbeiten, benötigt er dazu in vielen Fällen eine statische IP-Adresse. Um ihm eine solche zuzuweisen, wechseln Sie in das Verzeichnis /etc/network und öffnen dort mit dem Texteditor Nano die Datei interfaces:
$ sudo nano interfaces
In dieser Datei kommentieren Sie die bestehende Zeile durch eine vorangesetzte Raute (#) aus und tragen die Zeilen aus Listing 3 ein. Dabei ersetzen Sie die im Listing als Beispiel verwendeten Adressen aus dem Netzwerk 192.168.77.0/24 durch die für Ihr LAN passenden IPs. Anschließend speichern Sie die Datei ab.
Bei der Konfiguration via DHCP erfährt der Raspberry Pi auch die Adresse eines DNS-Servers zur Namensauflösung. Bei Vergabe einer statischen Adresse müssen Sie ihm diese manuell mitteilen. Dazu wechseln Sie in das Verzeichnis /etc und öffnen dort die Datei resolv.conf mit dem Texteditor:
$ sudo nano resolv.conf
Dort tragen Sie die folgende Zeile ein, wobei Sie die als Beispiel verwendete Adresse 192.168.77.1 durch diejenige des Routers in Ihrem LAN ersetzen:
nameserver 192.168.77.1
Alternativ oder zusätzlich können Sie als nameserver auch die Google-DNS-Server mit den IP-Adressen 8.8.8.8 und 8.8.4.4 angeben. Eine gute Anlaufstelle für weitere Informationen rund um die Netzwerkkonfiguration unter Raspbian (das ja auf der Linux-Distribution Debian basiert) ist das Debian-Wiki [14].
Listing 3
# iface eth0 inet dhcp iface eth0 inet static address 192.168.77.50 netmask 255.255.255.0 gateway 192.168.77.1
Fazit
Wie Sie sehen, ist das Konfigurieren des Raspian-Betriebssystems durchaus kein Hexenwerk. Dank des leistungsfähigen und übersichtlichen Werkzeugs Raspi-config gehen alle wichtigen Einstellungen leicht von der Hand. Möchten Sie auf dem Raspberry Pi eine andere Distribution oder auch ein anderes Betriebssystem wie RISC OS verwenden, sollten Sie bezüglich der Konfiguration vorab die Dokumentation des entsprechenden Projekts genau studieren.
Infos
- RasPi als Fileserver: Marko Dragicevic, “Zentrallager”, RPG 05/2013, S. 42, http://www.raspi-geek.de/29875
- RasPi als Mediacenter: Marko Dragicevic, “Smarte Himbeere”, RPG 05/2013, S. 55, http://www.raspi-geek.de/29847
- RasPi als WLAN-Printserver: Markus Nasarek, “Im grünen Bereich”, RPG 05/2013, S. 66, http://www.raspi-geek.de/29848
- RasPi-Robot Rapiro: Marko Dragicevic, “Kaffee bitte!”, RPG 06/2013, S. 6, http://www.raspi-geek.de/30625
- RasPi als Wetterstation: Markus Nasarek, “Alle Wetter”, RPG 05/2013, S. 60, http://www.raspi-geek.de/29842
- RasPi-gesteuerte Heimbrauerei: http://www.brewpi.com
- GPIO-Programmierung: Richard Ryniker, “Rein und raus”, RPG 05/2013, S. 74, http://www.raspi-geek.de/29891
- Raspbian herunterladen: http://www.raspberrypi.org/downloads
- Sha1sum für Windows: http://www.softpedia.com/progDownload/SHA1Sum-Download-143137.html
- Win32 Disk Imager: http://sourceforge.net/projects/win32diskimager/
- Headless-Modus: Ruth Suehle, “Kopflos”, RPG 05/2013, S. 22, http://www.raspi-geek.de/29883
- Pi-Kamera: http://www.raspberrypi.org/archives/3890
- Rastrack-Webseite: http://rastrack.co.uk/
- Netzwerkkonfiguration: http://wiki.debian.org/NetworkConfiguration





