Aus Raspberry Pi Geek 02/2014

Erste Schritte mit dem Raspberry Pi (Seite 2)

Installation auf der SD-Card

Nach bestandener Integritätsprüfung können Sie das ZIP-Archiv auspacken, wobei die Datei 2014-01-07-wheezy-raspbian.img entsteht. Dabei handelt es sich, wie die Dateierweiterung .img signalisiert, um ein Image, also eine Abbilddatei eines kompletten Dateisystems. Darin lagert das bereits installierte und weitgehend vorkonfigurierte Betriebssystem. Das Image direkt als Datei auf die SD-Card zu kopieren, funktioniert also in diesem Fall nicht.

Um Raspbian arbeitsfähig auf die SD-Karte zu bekommen, müssen Sie eine byteweise Kopie des Image-Inhalts auf dem Datenträger erstellen. Vorsicht: Dabei löschen Sie automatisch alles, was sich vorher an Inhalten auf dem Ziel-Datenträger befunden hat. Geben Sie als Ziel also statt der SD-Karte versehentlich ein Laufwerk oder eine Partition auf der Festplatte an, wandert deren Inhalt ins digitale Nirwana.

Unter Windows verwenden Sie zum Schreiben der Kopie auf die SD-Card das Programm Win32 Disk Imager [10], das Sie kostenlos herunterladen können. Stecken Sie die SD-Card in den Card-Reader-Slot des PCs beziehungsweise in den externen (USB-)Card-Reader und vergewissern Sie sich, welchen Laufwerksbuchstaben Windows dafür vergibt. Im Beispiel aus Abbildung 2 war es das Laufwerk H:.

Abbildung 2: Hier hat Windows der SD-Karte den Laufwerksbezeichner H: zugeordnet.

Abbildung 2: Hier hat Windows der SD-Karte den Laufwerksbezeichner H: zugeordnet.

Nun lassen Sie Win32 Disk Imager eine byteweise Kopie des Raspbian-Images auf der Karte erzeugen. In der Textbox Image File steuern Sie die Datei 2014-01-07-wheezy-raspbian.img an, im Ausklappmenü Device wählen Sie den Laufwerksbezeichner des Ziellaufwerks (in unserem Beispiel also H:).

Unter Linux und Mac OS X verwenden Sie das Kommandozeilenwerkzeug dd zum Kopieren. Stecken Sie erst einmal die Karte im Card-Reader ein, und rufen Sie in einem Terminal den Befehl dmesg auf. Sie erhalten eine Ausgabe ähnlich wie in Listing 2, deren letzte Zeilen zeigen, unter welchem Gerätenamen das System die Karte erkannt hat. In unserem Beispiel ist es /dev/sdb.

Listing 2

 

$ dmesg
...
[   85.149862] sdb: sdb1 sdb2
[   85.156473] sd 6:0:0:0: [sdb] No Caching mode page present
[   85.156476] sd 6:0:0:0: [sdb] Assuming drive cache: write through
[   85.156478] sd 6:0:0:0: [sdb] Attached SCSI removable disk
[   85.824525] fuse init (API version 7.20)

Um dd verwenden zu können, müssen Sie die Karte zunächst aus dem Dateisystem aushängen. Das erledigen Sie mit dem Kommando sudo umount /dev/sdb (in unserem Beispiel). War die Karte nicht eingehängt, ist das auch kein Problem: Umount gibt dann lediglich eine kurze Fehlermeldung aus und beendet sich.

Nachdem Sie sichergestellt haben, dass die Karte ausgehängt ist, wechseln Sie in das Verzeichnis, in das Sie das Raspbian-Image entpackt haben, und beginnen mit dem Kopieren auf die SD-Card:

$ sudo dd if=2014-01-07-wheezy-raspbian.img of=/dev/sdb

Der Kopiervorgang nimmt einige Zeit in Anspruch. Während der Prozedur gibt dd jedoch keinerlei Fortschrittsmeldungen aus und meldet sich erst zum Abschluss des Kopiervorgangs wieder. Hier gilt es, Geduld zu bewahren.

Den Pi montieren

Nachdem Sie das Betriebssystem auf die SD-Card kopiert haben, entnehmen Sie diese aus dem Card-Reader am PC und setzen sie in den SD-Card-Slot am Raspberry Pi ein. Es gibt eigentlich keine Möglichkeit, die Karte dabei zu verdrehen – rutscht sie nicht ganz leicht in den Slot, dann versuchen Sie es gerade verkehrt herum.

Falls Sie ein Gehäuse für den RasPi verwenden, bauen Sie ihn anschließend dort ein. Ein solches Gehäuse – Sie können zahlreiche Varianten fertig kaufen, eines aus Karton oder Legos bauen, oder ein Exemplar auf einem 3D-Drucker ausdrucken – ist nicht zwingend notwendig. Es hilft aber, den Raspberry Pi vor mechanischen und elektrostatischen Beschädigungen zu schützen.

Als Nächstes verbinden Sie über den HDMI-Port einen Monitor mit dem Raspberry Pi. Verwenden Sie einen älteren Monitor, der lediglich einen DVI- oder gar VGA-Anschluss besitzt, benötigen Sie dazu einen entsprechenden Adapter. Wie das Gehäuse zwar nicht zwingend notwendig aber sehr praktisch ist, ist ein aktiver USB-Hub, den Sie jetzt gegebenenfalls ebenfalls am RasPi anstecken. Er bewahrt den Minirechner vor Betriebsstörungen durch allzu stromhungrige Peripheriegeräte und erlaubt außerdem den Anschluss zusätzlicher Komponenten und Speichermedien.

Abschließend verbinden Sie den RasPi über ein Netzwerkkabel mit dem LAN und stecken zu guter Letzt das Netzteil ein. Nun beginnt der Raspberry Pi direkt mit dem Bootvorgang.

Erster Systemstart

Beim Startvorgang laufen zunächst einmal eine ganze Reihe Systemmeldungen über den Bildschirm (Abbildung 3). Anschließend gelangen Sie in den Textbildschirm des Raspbian-Konfigurationswerkzeugs Raspi-config (Abbildung 4), das Sie auch später jederzeit über den Befehl raspi-config aufrufen können, um gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen.

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