Aus Raspberry Pi Geek 01/2014

Veranstaltungsbericht: Pi and More 4 in Luxemburg (Seite 2)

Dem begegnet man nun mit mehreren Zwischenrennen vor der eigentlichen Regatta, bei denen die Jugendlichen jeweils nur eine Kategorie erfolgreich absolvieren müssen – zum Gewinnen genügt es dann beispielsweise, lediglich Kollisionen vermieden zu haben. Diese Änderungen erhöhen den Spaßfaktor der teilnehmenden Schüler deutlich.

Workshop

Beim darauf folgenden Slot durften die Besucher der Pi and More zwischen zwei Angeboten wählen: Entweder blieben sie im Vortragsraum oder nahmen stattdessen an einem Workshop teil (Abbildung 2).

Abbildung 2: Ein Raum voller Raspberry Pis.

Abbildung 2: Ein Raum voller Raspberry Pis.

Wer sich für die Präsentation entschied, bekam ausführliche und gut strukturierte Informationen für Raspberry-Pi-Einsteiger zu hören. Von der Auswahl des grundlegenden Zubehörs über die verschiedenen Pi-Betriebssysteme bis hin zu den Einstellungsmöglichkeiten innerhalb der config.txt bis hin zum grafischen Konfigurationswerkzeug Raspi-config blieben keine Fragen offen.

Der zeitgleich stattfindende Workshop richtete sich an Anfänger im Elektronik-Bereich. Anfangs führten die beiden Referenten in wichtige Grundlagen ein, wie beispielsweise den Umstand, dass vor eine LED immer der passenden Widerstand zu schalten ist. Dann durften die Teilnehmer auf den Breadboards selbst Bauelemente einstecken.

Als Übungsziel wurde das Stecken der Schaltung für das “Ladder Game” festgelegt: Bei diesem sind mehrere LEDs sowie ein Knopf mit dem Breadboard verbunden. Im fertigen Endprodukt sorgt der Python-Code eines angeschlossenen RasPis für den Ablauf des Spiels mit seinen Regeln (Abbildung 3): Der Spieler muss immer dann den angeschlossenen Knopf drücken, wenn gerade eine LED leuchtet. Schafft er das, wird das Leuchten an eine höher gelegene LED weitergegeben. Drückt er stattdessen zum falschen Zeitpunkt den Knopf, “fällt” er wieder nach unten.

Abbildung 3: Konzentriertes Ausprobieren am RasPi.

Abbildung 3: Konzentriertes Ausprobieren am RasPi.

Während des Steckens der Bauelemente (Abbildung 4) gingen die Workshop-Leiter durch die Reihen und halfen bei Fragen oder korrigierten Fehler, damit jeder zum Schluss ein funktionierendes Ladder-Game vor sich hatte.

Abbildung 4: Teilnehmerin beim Stecken einer Schaltung.

Abbildung 4: Teilnehmerin beim Stecken einer Schaltung.

TorPi

Im darauf folgenden Vortrag empfahlen Mitglieder des luxemburgischen Chaos Computer Clubs [7], angesichts der NSA-Enthüllungen das eigene Surfverhalten über einen Onion-Pi-Router zu verschleiern. Eine Anleitung zum Einrichten lieferten sie innerhalb des Vortrags aus Zeitgründen nicht, verwiesen Interessenten jedoch auf den CCC-Stand (Abbildung 5), wo sie im persönlichen Gespräch die Onion-Pi-Konfiguration erläuterten.

Abbildung 5: Stand des Chaos Computer Clubs Luxemburg.

Abbildung 5: Stand des Chaos Computer Clubs Luxemburg.

Der Vortrag behandelte hingegen Tor im Allgemeinen sowie eigene Erfahrungen beim Betrieb von Tor-Servern. Hierbei erzählten die Referenten auch von dem von ihnen mitgegründeten Verein “Frënn vun der Ënn” [8]. Der luxemburgische Name (deutsch: Freunde der Zwiebel) spielt auf das bei Tor genutzte anonymisierende Onion-Routing an, die Non-Profit-Organisation betreibt Tor-Server in sechs Ländern.

Mittlerweile arbeitet der Verein bezüglich der von ihm betriebenen Tor-Exit-Nodes mit einem Anwalt zusammen. Das erleichtert zum einen den Umgang mit Beschwerdeführern, die das Prinzip des anonymisierenden Onion-Routings nicht so recht verstanden haben. Zum anderen erweist sich juristische Unterstützung insbesondere auch bei Auskunftsersuchen bezüglich der IP-Adresse von Tor-Nutzern als unumgänglich.

Insgesamt führt es den Erfahrungen der Referenten zufolge zu deutlich weniger Unannehmlichkeiten, wenn ein Verein statt einer Privatperson Server für Tor-Exit-Nodes mietet: Ein einzeln agierender Betreiber gerät schnell ungerechtfertigt in das Visier von Behörden. Die “Frënn vun der Ënn” finanzieren ihre Ausgaben über Mitgliedsbeiträge, Crowdfunding, Spenden und Sponsoren.

Retro-Gaming

Kurz vor dem letzten Vortrag referierte ein Teil der Pi-and-More-Gründer der ersten Stunde kurz darüber, dass sie wenige Tage vor diesem vierten Jam einen Verein gegründet hatten: Er trägt den Namen “CMD – Computer, Menschen, Dinge” und solle zukünftig die Organisation von Veranstaltungen wie dieser fördern.

Danach betrat der letzte Referent des Tages das Podium. Er erklärte in der darauf folgenden Präsentation, wie man seiner Erfahrung nach das bestmögliche Retro-Gaming-Erlebnis mithilfe eines Raspberry Pis hervorruft. Dafür machte er drei Faktoren verantwortlich: Funktion, Gefühl und Aussehen.

Funktion meint hierbei, dass die Emulation schnell genug ablaufen muss, um spielbar zu sein. Um dies beim RasPi zu gewährleisten, müssen die Emulatoren die SDL-Bibliotheken anstatt von OpenGL benutzen, da nur dann der Pi die Hardware-Beschleunigung der GPU nutzen kann. Das kann man von Hand konfigurieren – oder einfacher ein fertiges Image wie RetroPie nutzen [9].

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