$ sudo apt-get iceweasel iceweasel-l10n-de
Auch die kompletten Einstellungen lassen sich von einem Windows-Rechner auf den RasPi kopieren. Hier unterscheidet sich Iceweasel nicht von anderen Firefox-Installationen: Die Einstellungen liegen also unter $HOME/.mozilla/firefox. Entsprechende Anleitungen stehen auf den Hilfeseiten des Firefox-Projekts bereit.
Den Luxus eines aktuellen Browsers bezahlen Sie allerdings mit langen Startzeiten. Auch das Rendern von komplexen Webseiten dauert auf dem RasPi deutlich länger als auf einem normalen PC.
Post für mich
Für ein Notsystem bietet es sich an, per Browser direkt das Mail-Interface des Providers zu nutzen. Alternativ verwenden Sie einen eigenen Mail-Client – hier empfiehlt sich der Einsatz von IMAP als Protokoll, bei dem die Mails auf dem Server liegen bleiben.
Der für den RasPi empfehlenswerte Mail-Client hört auf den Namen Icedove, es handelt sich dabei um die Debian-Variante von Mozilla Thunderbird. Analog zu Firefox kopieren Sie auch hier bei Bedarf die Profile einfach zwischen Rechnern und Betriebssystemen.
Schlanker als Icedove fällt Claws-Mail aus, das sich daher ebenfalls gut für den RasPi eignet.
Meine Dateien
Als Ersatz für den Windows-Explorer kommt unter LXDE der Dateimanager PcmanFM zum Einsatz (Abbildung 2). Er verzichtet auf jeglichen Schnickschnack und bietet eine intuitive Benutzerführung. Wer allerdings versucht, damit einen USB-Stick auszuhängen, wird mit einem Absturz bestraft.

Abbildung 2: Der Dateimanager PcmanFM beschränkt sich in seinen Funktionen zwar aufs Nötigste, lässt sich dafür aber auch kinderleicht bedienen.
Zur Ansicht von PDF-Dokumenten bringt Raspbian schon in der Grundausstattung den Reader Xpdf mit, dessen Performance auch für den Kleinstrechner ausreicht. Allerdings liegt das letzte Stable-Release schon ein paar Jahre zurück, weswegen die Software eventuell nicht alle aktuellen PDFs unterstützt. Als Alternative installieren Sie per Paketmanager die Alternative Evince. Dieser PDF-Reader ist mächtiger als Xpdf, geht dafür aber nicht so ressourcenschonend zu Werke.
Bilder betrachten Sie mit GPicView oder (nach der Installation der xfce4-goodies) Ristretto (Abbildung 3). Startet PcmanFM stattdessen den Webbrowser zur Bildanzeige, hilft folgender Trick: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Bild, und wählen Sie danach Öffnen mit ... aus dem Kontextmenü aus. Im nun erscheinenden Dialog wählen Sie den gewünschten Betrachter aus und legen ihn gegebenenfalls auch als Standardbetrachter fest.

Abbildung 3: Mit dem einfachen und schlanken Bildbetrachter Ristretto kommt auch der RasPi nicht ins Schwitzen.
Bei der Bildbearbeitung stößt der RasPi an seine Grenzen. Insbesondere Gimp benötigt viel zu viele Ressourcen, um halbwegs flüssig auf dem RasPi zu laufen. Bei kleineren Änderungen an Fotos und Grafiken hilft die Mini-Bildbearbeitung Mirage weiter (Abbildung 4).

Abbildung 4: Kleine Änderungen an Bildern übernimmt auf dem RasPi am besten das schlanke Programm Mirage.
Ein Not-PC ist kein Media-Center – Musik und Videos lassen sich damit aber dennoch abspielen. Einen rudimentären Player bringt Raspbian bereits mit, mehrere Alternativen stehen in den umfangreichen Repositories bereit. Alternativ tauschen Sie die SD-Karte aus und booten eine der für den RasPi optimierten Multimedia-Distributionen.
Druck machen
Wie bei jedem normalen Desktop-Linux sorgen auch unter Raspbian die Cups-Pakete für den Anschluss von Druckern. Ein Artikel in der vorletzten Ausgabe von RasPi Geek [4] hat das ausführlich beschrieben. Mit etwas Glück unterstützt die Software auch Ihren Drucker.
Ebenso geht der besagte Artikel auch auf die Installation von Scannern mithilfe der Sane-Pakete ein. Allerdings funktionieren manche Drucker und Scanner nur deshalb unter Linux, weil es proprietäre Treiber oder Programme gibt. Diese fehlen jedoch in aller Regel für die ARM-Architektur des RasPis.
Fazit
Angesichts der Popularität des RasPis erstaunt, wie viel Arbeit es erfordert, ihn als brauchbaren Desktop-Ersatz zu adaptieren. Da inzwischen mehr und mehr klassische Distributionen den Mini-Rechner als Zielplattform anvisieren, darf man aber hoffen, dass sich dieser Umstand in Kürze ändert.





