
Abbildung 3: Im Webbrowser entscheiden Sie, ob Sie sich per GUI oder im Terminal verbinden möchten, und fügen weitere Geräte hinzu. Bei der Lite-Version des Diensts ist nur das Terminal verfügbar.
Für die Nutzung auf älteren Raspberry-Pi-Modellen oder unter Pi OS Lite bietet sich die Variante RPi Connect Lite an, die Sie mit dem Kommando sudo apt install rpi-connect-lite installieren.
Sobald eine Verbindung steht, erhalten Sie eine E-Mail, die Sie darüber informiert, dass ein Gerät sich an Ihrem RPi-Connect-Konto angemeldet hat. Um den Account besser vor Missbrauch zu schützen, sollten Sie unter der Adresse https://id.raspberrypi.com im Dashboard die Zwei-Faktor-Authentifizierung [5] über ein zeitbasiertes Einmalpasswort (TOTP) aktivieren.
Wir haben uns zunächst für Remote Shell entschieden, also die Verbindung per Kommandozeile (Abbildung 4). Sie kam im Heimnetz binnen rund einer Sekunde zustande und lief flott. Einige Kilometer entfernt aus einem anderen Netz war kein allzu großer Unterschied zu bemerken, auch hier stand die Verbindung innerhalb weniger Sekunden. Eine Verbindung über rund 400 Kilometer war merklich langsamer und lief offensichtlich über den Server der Foundation.

Abbildung 4: Die Verbindung per Remote Shell kommt optisch einer SSH-Verbindung gleich, ohne dass man die Konfiguration zur Absicherung durchlaufen muss.
Screen Sharing
Als Nächstes bauten wir eine Verbindung per Screen Sharing auf. Hier dauerte der Verbindungsaufbau rund fünf Sekunden, egal ob im eigenen LAN oder einem fremden Netzwerk ein paar Kilometer außerhalb. Über 400 Kilometer Distanz dauerte der Aufbau rund 30 Sekunden. Das Arbeiten im Browser war bei dieser Verbindung merklich verzögert.
Über die beiden Buttons Copy from remote und Paste to remote oben rechts kopieren Sie Texte über die Zwischenablage oder fügen sie ein. Am unteren Bildschirmrand werden einige Hotkeys durchgereicht, die der Webbrowser ansonsten abfängt. Eine Audioausgabe gibt es nicht, Videos laufen dagegen in annehmbarer Geschwindigkeit.
Um sich mit Ihrem RasPi zu verbinden, ohne dort angemeldet zu sein, gibt es den Dienst User Lingering, den sie mit dem Befehl aus der ersten Zeile von Listing 2 aktivieren. Sinnvoll ist das besonders auf Headless-Setups von Pi OS Lite, um zu gewährleisten, dass sich das Gerät nach einem Neustart aus der Ferne auf jeden Fall noch erreichen lässt. Den Status der Verbindungen zeigt das Status-Kommando (zweite Zeile). Detaillierte Informationen über Verbindungen liefert der Befehl aus der letzten Zeile des Listings.
Listing 2
User Lingering
$ loginctl enable-linger $ rpi-connect status $ journalctl --user --follow --unit rpi-connect --unit rpi-connect-wayvnc
Fazit und Ausblick
Mit RPi Connect gibt es endlich eine offizielle Möglichkeit, einen Raspberry Pi aus der Ferne ohne große Umstände über den Browser zu erreichen. Die Ersteinrichtung erledigen Sie in wenigen Minuten, ohne dazu etwas über das Netzwerk oder die IP-Adresse des RasPi wissen zu müssen. Einzige zwingende Voraussetzung ist die Verwendung von Pi OS “Bookworm”, das Wayland als Standard mitbringt. RPi Connect funktionierte bei unseren Tests einwandfrei. Beim Einrichten war lediglich ein Neustart mehr als vorgesehen notwendig. Alle Verbindungsversuche verliefen erfolgreich.
Wann RPi Connect die Beta-Phase verlässt, ist derzeit ebenso wenig bekannt wie der Plan zur Aufstockung der Relay-Server in anderen Ländern, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Vermutlich kosten solche Verbindungen künftig Geld, denn Datenverkehr ist teuer. Angesichts dessen wäre es wünschenswert, dass die Raspberry Pi Foundation ermöglicht, die entsprechende Serversoftware selbst zu hosten. Auf der Liste der Entwickler steht als nächste Aufgabe aber erst einmal File Sharing. (uba)
Glossar
- DTLS
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Datagram Transport Layer Security. Ein auf TLS basierendes Verschlüsselungsprotokoll für den Einsatz über nicht zuverlässige Transportprotokolle wie UDP.
Infos
- Raspberry Pi Connect: https://www.raspberrypi.com/news/raspberry-pi-connect/
- Labwc: https://labwc.github.io
- WebRTC: https://de.wikipedia.org/wiki/WebRTC
- Wayvnc: https://github.com/any1/wayvnc
- Zwei-Faktor-Authentifizierung: https://www.golem.de/news/2fa-wie-sicher-sind-totp-fido-sms-und-push-apps-2206-166287-3.html





