Aus Raspberry Pi Geek 09/2023

Trendwende

Thomas Leichtenstern

Wegen der Chipkrise kam die Raspberry Pi Foundation schwer ins Straucheln – doch jetzt zeichnet sich Besserung ab. Die Preise sinken, die Stückzahlen steigen. Auf einen neuen Kleinstrechner müssen wir dieses Jahr dennoch verzichten.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2023 verzeichnete der Raspberry Pi seine niedrigsten Verkaufszahlen seit 2015. Gerade einmal 800 000 Stück setzte das Unternehmen ab ? so viel wie in normalen Jahren in einem Monat. Diese Zahlen teilte Raspberry- Pi-CEO Eben Upton in einem Community-Newsletter mit.

Das lag nicht etwa an der mangelnden Nachfrage. Vielmehr sei es darauf zurückzuführen, dass die Produktion in den Dezember 2022 vorgezogen wurde, um während der Feiertage mehr Einheiten für Hersteller und Wiederverkäufer bereitzustellen, ließ Upton in seinem Statement wissen.

Dank der Unterstützung des langjährigen Partners Sony sehe das Jahr 2023 derzeit gut aus. Von Sony bezieht die Foundation “Nicht-Silizium-Elemente” seiner Stückliste, was die Produktion von mehr fertigen Einheiten ermögliche. Ab Juli 2023 verspricht der Hersteller “so lange wie nötig eine Million Einheiten pro Monat” zu produzieren, um den verbleibenden Rückstand abzubauen.

Upton beendet den Newsletter mit einem positiven Ausblick: “Es sind schmerzhafte zwei Jahre vergangen, seit es 2021 zu Engpässen kam, aber wir sind zuversichtlich, dass diese Einschränkungen überwunden sind und 2023 unser stärkstes Jahr für den Verkauf von Raspberry-Pi-SBCs und -Modulen aller Zeiten sein wird.”

Bleibt zu hoffen, dass sich das zeitnah auch auf die nach wie vor hohen Preise auswirkt. Die größeren RasPi-Modelle kosten immer noch häufig das Doppelte dessen, was der Käufer dafür vor dem Chip-Engpass auf den Tisch legen musste. Aktuell liegen die günstigsten Preise für einen RasPi 4 mit 4 GByte RAM bei etwa 100 Euro, vor der Krise bewegte er sich bei etwa 50. Ähnliches gilt für den RasPi 3 Modell B. Kostete er ehemals um die 35 Euro, liegt er jetzt bei ungefähr 70. Die Tendenz zeigt jedoch bereits jetzt steil nach unten. Ob die Preise aber wieder das Niveau von vor der Chipkrise erreichen werden, muss sich noch zeigen.

Wie Eben Upton bereits im Frühjahr verlauten ließ, müssen die RasPi-Fans zumindest dieses Jahr noch auf neue Modelle verzichten. Der Fokus liegt aktuell darauf, Produktionsrückstände aufzuholen, für die Entwicklung fehlen schlicht die Ressourcen.

Herzliche Grüße,

Thomas Leichtenstern

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