Lange Zeit lief die Entwicklung von KI mehr oder weniger im stillen Kämmerlein. Dann kam ChatGPT, und der Wettlauf um diese Technologie nimmt in Windeseile ein geradezu atemberaubendes Tempo auf.
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quasi über Nacht gewann das Thema KI in der öffentlichen Wahrnehmung eine Bedeutung wie kaum ein anderes IT-Thema zuvor. Ursache dafür war das Frontend ChatGPT, das es jedem ermöglicht, künstliche Intelligenz selbst auszuprobieren.
Wo hohes Interesse besteht, entstehen ebenso hohe Begehrlichkeiten – schließlich will kein Unternehmen in dieser womöglich zukunftsweisenden Technologie ins Hintertreffen geraten, denn das könnte teuer werden. Entsprechend kamen von fast allen IT-Global-Playern entweder bereits Prototypen oder die Bekundung, intensiv daran zu forschen.
Nur einen Tag nach der Integration von ChatGPT in Microsofts Suchmaschine Bing konterte Google auf einem hauseigenen KI-Event mit seinem eigenen Chatbot namens Bard, der in Kürze der breiten Masse zur Verfügung stehen soll. Erste Tests nähren wegen falscher Antworten allerdings Zweifel an der Leistungsfähigkeit des Systems. Zur Entlastung sei jedoch angemerkt, dass ChatGPT auf triviale Fragen ebenfalls auffallend häufig falsch antwortet.
Auch der Facebook-Konzern Meta wittert diese Chance und baut bereits seit 2020 am Supercomputer AI Research SuperCluster, der im Sommer 2023 in Betrieb gehen soll. Laut Meta soll er unter anderem das simultane Übersetzen für verschiedensprachige Chat-Partner ermöglichen und das Aufspüren von Hassnachrichten erleichtern.
Selbstverständlich war es auch nur eine Frage der Zeit, bis sich Elon Musk zu diesem Thema zu Wort meldet. So kündigte er Ende Februar 2023 an, ein neues KI-Forschungslabor aufzubauen. An dessen Spitze steht Igor Babuschkin, ehemaliger Mitarbeiter bei Alphabets DeepMind. Musk war 2015 Mitbegründer von Open AI.
Doch nicht nur bei den großen Tech-Firmen steht KI auf der Agenda sehr weit oben, auch im universitären Umfeld tut sich einiges. So investiert das aus Bayern stammende Projekt AI.BAY mehrere Milliarden in diese Technologie und schuf bereits über 100 neue KI-Professuren. Laut den Bayern soll ihre KI bereits jetzt zu den zehn besten weltweit gehören.
Dass die Forschung an künstlicher Intelligenz schon viele Jahre andauert, ist kein Geheimnis. Das Tempo, mit dem sich diese Entwicklung beschleunigt, verschlägt einem jedoch geradezu den Atem. Alle Player wissen, dass es sowohl viel zu gewinnen als auch viel zu verlieren gibt.
Zu den Mahnern, die vor einer unkontrollierten Entwicklung von KI warnen, gehörte schon vor Jahren der Physiker Stephen Hawking: “Künstliche Intelligenz ist das Beste für die Menschen – oder das Schlechteste”. Ob sich die Wirtschaft und Industrie von so düsteren Prognosen beeindrucken lässt, bleibt abzuwarten.
Herzliche Grüße,
Thomas Leichtenstern
Redakteur

