Einplatinencomputer wie der RasPi sind derzeit nicht nur extrem teuer, sondern in einem vernünftigem Zeitrahmen nur schwer zu bekommen. Mit der Frage, warum das so ist und wie es weitergeht, beschäftigt sich dieses Editorial.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
Ob groß, ob klein: Aktuell einen Rasberry Pi zu ergattern, erfordert entweder eine Menge Geld oder eine Menge Geduld. Lieferzeiten von vier und mehr Monaten sind in diesen Zeiten nicht ungewöhnlich. Doch vor Kurzem veröffentlichte die Raspberry Pi Foundation ein Statement, das Hoffnung macht.
Eben Upton, CEO der Foundation, erklärt darin, dass als “Dankeschön an unsere Armee sehr geduldiger begeisterter Kunden im Vorfeld der Weihnachtszeit in diesem Jahr” mehr als hunderttausend Einheiten zur Verfügung stünden, aufgeteilt auf Zero W, RasPi 3A+ sowie 2- und 4-GByte-Varianten des Raspberry Pi 4, die jetzt auf den Markt kommen. Die aktuelle Verfügbarkeit der einzelnen Modelle können Sie auf der Webseite https://rpilocator.com nachlesen. Hier zeigt sich auch, dass sich die Preise wieder in einem moderateren Rahmen bewegen als in letzter Zeit.
Doch auch andere Dinge geben Grund zur Hoffnung. So schreibt Upton weiter, die Lage habe sich mittlerweile soweit entspannt, dass zumindest die kleineren Varianten, namentlich der Pi Zero und Zero W, ab dem zweiten Quartal 2023 wieder in ausreichender Menge zur Verfügung stünden. Die Verfügbarkeit auf dem Niveau vor der Chipkrise werde für diese Modelle voraussichtlich im dritten Quartal wieder erreicht. Allerdings betrifft das zunächst nur die kleineren Zero-Varianten, deren Preise wegen der gestiegenen Produktionskosten auch angepasst werden mussten. So kostet der Pi Zero zukünftig 10 statt zuvor 5 US-Dollar; die Preise für den Zero W stiegen von 10 auf 15 US-Dollar, jeweils ohne Mehrwertsteuer.
Ärgerlicherweise lässt die allgemeine Verfügbarkeit der größeren Modelle noch etwas länger auf sich warten. Als Nächstes folgen im dritten Quartal Modelle wie der Raspberry Pi 3A+, die keinen großen industriellen Kundenstamm haben, und schließlich die verschiedenen Versionen des aktuellsten Modells Raspberry Pi 4.
Schlechte Nachrichten gibt es allerdings für RasPi-Fans, die sich auf ein Modell 5 gefreut haben. Da es zunächst darum geht, die laufende Produktion wieder zu normalisieren, fehlt es aktuell schlicht an Ressourcen für die Entwicklung einer neuen RasPi-Variante. 2023 wird laut Upton definitiv kein Nachfolger für das inzwischen in die Jahre gekommenen Modell 4 auf den Markt kommen.
Unterm Strich beginnt das Jahr 2023 aber dennoch nicht ganz so trist, wie es zunächst den Anschein hatte, auch wenn wir von einer Normalität der Verhältnisse in vielen Belangen noch meilenweit entfernt sind.
Herzliche Grüße,
Thomas Leichtenstern
Redakteur


