Aus Raspberry Pi Geek 07-08/2020

Editorial 07-08/2020

Auf Nummer sicher

Andreas Bohle

Sichere Kommunikation gehört zu den essenziellen Voraussetzung für die Teamarbeit über das Netz. Mit freier Software haben Sie die besten Voraussetzungen, um sich gegen Zugriffe von außen abzusichern, meint der stellvertretende Chefredakteur Andreas Bohle.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

eigentlich hätte alles ganz gut gepasst: Mitte letzten Monats stellte Hardkernel seinen neuen Mini-Rechner vor, den Odroid C4 [1]. Den Spezifikationen nach sah die Hardware interessant aus, weil sie sich als Konkurrenz zum aktuellen Raspberry Pi 4 positioniert. Mit einem Amlogic S905X3 mit vier Cortex-A55-Kernen und einer Taktrate von 2 GHz ausgestattet, ist der Rechner in der Lage, 4K-Videos bei 60 Hz über die Standard-HDMI-Buchse auszugeben – ideal also für einen Media-PC. Die Benchmarks des Unternehmens sahen das eigene Produkt zudem deutlich vor dem RasPi 4.

Statt diese Informationen aber einfach zu übernehmen, wollte die Redaktion lieber selbst testen. Die Anfrage nach einem Testmuster beschied Hardkernel aber unerwartet abschlägig. Man gebe den Rechner nur an aktive Mitglieder der Entwickler-Community heraus. Andere Quellen gerade in Europa seien nicht bekannt, Nachfragen blieben unbeantwortet. Aufgrund des Vorlaufs für eine Ausgabe genügte dann die Zeit nicht mehr für einen gründlichen Test. Den liefern wir aber auf jeden Fall nach, denn mittlerweile ist der Rechner in Deutschland erhältlich – zu spät allerdings für diese Ausgabe.

Dabei stellen wir in dieser Ausgabe eine Software vor, die ideal auf einen leistungsstarken Unterbau wie den Odroid C4 passen würde: Mistborn. Unser Artikel ab Seite 24 erläutert, wie Sie mit dem Server fürs LAN wichtige Kommunikations- und Datendienste über eine clevere Kombination aus voneinander abgeschotteten Containern und einer VPN-Verbindung gegen Zugriffe von außen absichern. Gerade in einer Zeit, in der viele im Homeoffice arbeiten oder generell skeptisch gegenüber vernetzten Strukturen sind, kommt diese Software wie gerufen.

Neben den unvermeidlichen Umwälzungen, die die Corona-Krise mit sich bringt, und die die Redaktion ebenfalls betreffen, haben wir uns aber auch in einer anderen Beziehung zu einer Veränderung entschlossen: Unser Layout-Team hat von MacOS auf Windows gewechselt, was kleinere Modifikationen an der Optik der Seiten mit sich bringt, insbesondere bei Schriften. Obwohl wir also aus pragmatischen Gründen nun mit einem proprietären System arbeiten, schlägt unser Herz doch weiter für Linux, und zwar insbesondere auf Mini-Rechnern aller Art.

Ich wünsche Ihnen in jedem Fall viel Spaß bei der Lektüre der aktuellen Ausgabe, und: Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße,

Andreas Bohle

Stellv. Chefredakteur

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