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Aus Raspberry Pi Geek 12/2018

Editorial 11-12/2018

European Astro Pi Challenge 2018-2019

Christoph Langner

Der Raspberry Pi steuert U-Boote, Autos und sogar Drohnen. Ein RasPi im Weltall ist dennoch eine Ausnahme: Die European Astro Pi Challenge bietet aber Schülern dieses Jahr wieder die Möglichkeit Experimente an Bord der International Space Station (ISS) auszuführen.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Wer hoch hinaus möchte, muss klein anfangen: Im Netz tummeln sich unzählige Projekte, die einen Raspberry Pi mithilfe eines Wetterballons hoch, bis an die Grenzen der Erdatmosphäre bringen. Wer noch höher hinaus möchte, braucht allerdings eine Rakete oder besser noch eine Raumstation. Die ist dann doch etwas schwerer zu bekommen als ein Ballon. Doch warum nicht auf die Internationale Raumstation ISS zurückgreifen? Die europäische Weltraumorganisation ESA lädt Schüler und Studenten ein, Versuche für die International Space Station zu entwickeln.

Der aktuelle Kommandant der ISS Alexander Gerst, gibt in einem Video [1] den Startschuss für die European Astro Pi Challenge 2018/19 “Mission Space Lab”. Europäische Schüler in Gruppen von 2 bis 6 Teilnehmern bis zu einem Alter von 19 Jahren sind zusammen mit einem unterstützenden Lehrer dazu aufgerufen bis Ende Oktober 2018 ihre Projekte einzureichen. In der ersten Phase geht es noch nicht darum den kompletten Code zu entwickeln. Das Projekt braucht nur soweit durchdacht zu sein, dass sich die Umsetzbarkeit einschätzen lässt. Die besten 10 Ideen erhalten dann die Chance ins All zu gehen.

Die Gruppen erhalten dazu ein Astro-Pi-Kit, bestehend aus denselben Komponenten wie das Original auf der Raumstation. Besteht das Experiment die Prüfungen der ESA-Spezialisten am Boden, erhält es “Flight status” und darf auf das Gegenstück an Bord der ISS geladen werden. Danach gilt es die gesammelten Daten auszuwerten und die Ergebnisse bis 31. Mai 2019 in einem Bericht der Agentur zu präsentieren. Der Gewinner der Challenge wird dann Mitte Juni 2019 vorgestellt.

Dieses Jahr gibt es zwei Themengebiete: “Life in Space” und “Life on Earth”. Experimente zu Untersuchungen für das Leben im All laufen auf dem Astro-Pi-Computer “Ed”, der über eine LED-Matrix und verschiedene Sensoren innerhalb der ISS verfügt. Bilder vom Inneren der ISS zu erstellen ist dabei allerdings untersagt. Der zweite Astro Pi “Izzy” hingegen besitzt eine Nahinfrarotkamera, die Bilder von der Erde aufnimmt. Somit lässt sich das Leben auf der Erde erforschen. Sämtliche Informationen zum Wettbewerb hat die ESA auf ihrer Webseite in einem Flyer zusammengefasst [2].

Neben der Mission Space Lab gibt es dieses Jahr noch eine zweites Projekt. Die Mission Zero [3] richtet sich an jüngere Teilnehmer bis 14 Jahre. In Gruppen zwischen 2 und 4 Schülern gilt es ein einfaches Python-Programm zu entwickeln, das eine Nachricht auf dem LED-Display des auf der ISS angebrachten Astro Pi anzeigt. Dabei ist jeder Teilnehmer ein Gewinner: Jedes lauffähige Programm bekommt im Mai 2019 30 Sekunden Zeit seine Nachricht den Astronauten zu präsentieren. Die Teilnehmer erhalten dann zum Abschluss ein Zertifikat wann und wo ihr Programm ausgeführt wurde. Zur Teilnahme genügt ein Computer mit Webbrowser und Internetzugang, das Zeitfenster für das Einreichen des Codes öffnet sich zwischen dem 29. Oktober 2018 und 20. März 2019.

Es gibt also viel zu tun: Alexander Gerst wünscht am Ende seines Videos allen Teilnehmern “Good luck and have fun”, daran schließe ich mich gerne an.

Herzliche Grüße,

Christoph Langner

Redakteur

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