Aus Raspberry Pi Geek 02/2022

Editorial 01-02/2022

Aktualisierungen

Christoph Langner

Zum Abschluss dieses weiterhin von Corona dominierten Jahres aktualisiert die Raspberry Pi Foundation ihr Betriebssystem. Aber auch RasPi Geek muss sich der aktuellen Lage anpassen – dafür bitten wir Sie um Verständnis.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

mit dem Erscheinen der vierten Raspberry-Pi-Generation Ende 2019 aktualisierte die Raspberry Pi Foundation auch das offizielle Betriebssystem. Dabei änderte sich nicht nur der Name von Raspbian in Raspberry Pi OS, sondern auch der Unterbau. Es blieb bei Debian, doch seit dem Update kam der Kernel von Debian 10 “Buster” zum Einsatz. Im Anschluss folgten nur noch Sicherheitsupdates und kleinere Änderungen. Inzwischen gibt es Debian jedoch in der Version 11 “Bullseye”. Mit einem Upgrade bringt nun auch die Foundation ihr Raspberry Pi OS auf den aktuellen Stand [1].

Rein von der Optik her blieb eine Revolution aus, doch mit dem GTK+3-Toolkit und dem Fenstermanager Mutter profitiert auch der grafische Desktop von den Aktualisierungen. Ein modernes Aussehen von Schaltflächen und Menüs, abgerundete Fensterrahmen mit leichtem Schattenwurf und ein überarbeitetes Benachrichtigungssystem verleihen dem Desktop ein aktuelles Erscheinungsbild, ohne den gewohnten Aufbau komplett zu verändern. Unter der Haube sorgt der Umstieg auf die offiziellen Kernel-Mode-Settings [2] des Linux-Kernels und der Einsatz von Libcamera [3] für weniger proprietäre Bestandteile. Das erleichtert Soft- und Hardwareentwicklern die Portierung ihrer Technik auf den Raspberry Pi.

Bislang hob sich der in eine Tastatur integrierte Raspberry Pi 400 vom herkömmlichen Raspberry Pi 4 ab. Statt nur mit 1,5 GHz arbeitete der Tastatur-RasPi mit 1,8 GHz. Eine leicht verbesserte Revision des SoC Broadcom BCM2700 mit intelligentem Power-Management sorgte in Kombination mit einem passiven Kühlkörper für ausreichend kühle Betriebsbedingungen. Seit Mitte des Jahres verbaut die Foundation jedoch auch im “normalen” RasPi 4 den modernisierten Prozessorkern (an der Endung C0T auf dem Broadcom-Chip zu erkennen). Mit dem Eintrag arm_freq=1800 in die config.txt lassen sich nun auch diese Modelle ganz offiziell mit 1,8 GHz betreiben – 20 Prozent mehr Rechenleistung als kleines Präsent zur Vorweihnachtszeit. Prinzipiell arbeiten auch ältere Modelle des Raspberry Pi 4 mit dieser Taktrate. Um Probleme auszuschließen, sollte man jedoch den CPU-Takt in Schritten von 50 MHz Stück für Stück anheben.

Das Upgrade auf “Bullseye” stoßen Sie mit sudo apt update; sudo apt full-upgrade an. Je nach Bastelgrad der Installation kann es dabei jedoch zu Komplikationen kommen. Um Probleme auszuschließen, sollten Sie daher besser das aktuelle Pi OS auf einer neuen Speicherkarte installieren und dann die eigenen Anpassungen von Hand migrieren. Das macht zwar ein wenig mehr Arbeit, sorgt im Endeffekt jedoch für einen sauberen Neustart ohne böse Überraschungen. Das nächste große Update steht analog zum Release-Zyklus von Debian in etwa zwei Jahren an, die Basis bildet dann Debian 12 “Bookworm”.

Zum Schluss noch ein paar Worte in eigener Sache: Als Printprodukt sind wir zwar nicht direkt von der Chipkrise betroffen, doch auch ein so simpler Rohstoff wie Papier wird zur teuren Mangelware. Gestiegene Frachtkosten und Energiepreise treiben zudem die Produktionskosten in die Höhe [4]. Aufgrund der aktuellen Lage muss auch unser Verlag die Preise anpassen. Eine RasPi-Geek-Ausgabe kostet daher ab sofort 10,99 Euro. Analog erfolgt eine Anpassung der Abo-Preise, allerdings erst ab dem 18. Dezember 2021. Bis kurz vor Weihnachten lässt sich also ein Abonnement noch zum alten Preis abschließen.

Alles Gute zum neuen Jahr wünscht Ihnen

Christoph Langner

Redakteur

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