Blauzahn
Sobald das System läuft, wechseln Sie zu den Sources, also den Audioquellen. AirPlay ist standardmäßig aktiv, entsprechende Smartphones und andere Mediaplayer sollten den Rechner bereits als Senke finden und darüber Musik abspielen.
Für den Bluetooth-Zugang wählen Sie Bluetooth und klicken dann auf die schwarze Schaltfläche Bluetooth Pairing. Danach erkennen alle Geräte in der Umgebung mit aktiviertem Bluetooth den HiFiBerry als möglichen Lautsprecher. Koppeln Sie mit ihm alle Smartphones, Tablet-PCs und weitere potenzielle Geräte. Das dazu notwendige Vorgehen unterscheidet sich jeweils (Abbildung 7). Stoppen Sie dann unter HiFiBerry OS das Pairing.

Abbildung 7: Um Android 11 mit dem HiFiBerry OS bekannt zu machen, wählen Sie in den Einstellungen Verbundene Geräte und Neues Gerät koppeln.
Über diese Geräte regeln Sie im Weiteren die Lautstärke. Um die Nerven der Nachbarn zu schonen, sollten Sie diese beim ersten Abspielen zunächst herunterdrehen. Bei der Wiedergabe zeigt HiFiBerry OS am unteren Rand den Titel an, rechts daneben finden Sie den Regler für die Lautstärke.
Um Musik vom CD-Player abzuspielen, wechseln Sie unter den Sources zu Analogue Input. Dieser Punkt versteckt sich eventuell unter den Disabled Sources (Abbildung 8). Schalten Sie den Eingang ein, womit Sie gleichzeitig die anderen Quellen abschalten. Sollen später wieder die Bluetooth-Player den Ton angeben, deaktivieren Sie den Audioeingang und aktivieren Sie unter Sources und Bluetooth die entsprechenden Punkte.

Abbildung 8: HiFiBerry OS spielt nicht nur Audiomaterial via Bluetooth und Airplay ab, sondern unter anderem auch von Spotify und Radiostationen. Manches, wie einen CD-Player, müssen Sie allerdings erst aktivieren.
Haken und Ösen
Damit arbeitet der RasPi jetzt als kleiner Audioverstärker. In der Praxis stolpern Sie aber vermutlich immer wieder über einige Unzulänglichkeiten: So hatte der Amp2 im Test in einer ersten Installation massive Probleme mit der Lautstärkeregelung. Sobald diese bestimmte Schwellen über- oder unterschritt, kam es zu hörbaren Aussetzern in der Wiedergabe. Mit der aktuellen Version des Systems in einer Neuinstallation funktionierte alles einwandfrei. Der Aamp60 zeigte diese Probleme nicht.
In der Praxis kommen immer wieder einmal neue Bluetooth-Geräte in den Haushalt, etwa mit Besuchern. Um diesen den Zugriff auf den Verstärker zu ermöglichen, ist es nötig, jeweils das Pairing zu aktivieren. Es dauerhaft einzuschalten ist keine Option: In einem Mehrfamilienhaus wäre so der Nachbar in der Lage, seine Operetten über die Lautsprecher wiederzugeben.
Auch fehlen der Benutzeroberfläche ein Passwortschutz und andere Sicherheitsmaßnahmen. Nutzer im Netzwerk sind daher in der Lage, den RasPi uneingeschränkt umzukonfigurieren oder Musik abzuspielen.
Um auf den CD-Player umzuschalten, gilt es, umständlich über die Benutzeroberfläche den passenden Audioeingang zu aktivieren. HiFiBerry OS schaltet zu Redaktionsschluss nicht automatisch um, sobald ein Signal anliegt. Anders als bei einem eigenständigen Verstärker gehen dem Musikgenuss folglich erst einige Klicks voraus. Aus der Erfahrung des Autors überfordert das viele Anwender, insbesondere ältere Menschen.
Abschalten
Der vorgesehene Weg, um HiFiBerry OS nach dem Benutzen abzuschalten, führt über General | Power | Shut Down. In der Praxis zieht man jedoch bei Geräten dieser Art häufig einfach das Stromkabel oder schaltet die Steckerleiste aus. Das gilt vor allem für Nutzer, denen die Benutzeroberfläche zu komplex erscheint. Im Test funktionierte das Kappen des Stroms ohne bleibende Schäden, der RasPi fuhr problemlos immer wieder hoch.
Die Entwickler des HiFiBerry OS weisen zudem in einem Blog-Post darauf hin, dass das System nur wenig auf die SD-Karte schreibt und Schäden somit nur sehr selten vorkommen [10]. Für den Fall der Fälle liegt neben der Eigenbau-Boombox des Autors eine zweite SD-Karte mit einer Kopie des Systems.
Mittlerweile bietet Modul 9 einen Power Controller an, der sich aber noch in der Erprobungs- beziehungsweise Betaphase befindet [11]. Mit diesem ist es möglich, den RasPi per Knopfdruck kontrolliert herunterzufahren.
Fazit
Die HiFiBerry-Verstärker verwandeln einen RasPi recht flott in eine überdimensionale Boombox. So verlängern Sie bei alten Hi-Fi-Komponenten kostengünstig die Einsatzzeit. HiFiBerry OS erspart Ihnen zudem das manuelle Einrichten von Bluetooth und anderen komplexen Diensten.





