Aus Raspberry Pi Geek 10/2021

Virtualisierte Webserver auf dem RasPi 4B 8 GByte (Seite 3)

Bevor Alpine Linux mit der Formatierung der virtuellen Festplatte fortfährt, bestätigen Sie das Löschen der Disk mit y (Abbildung 9). Daraufhin vollendet Alpine Linux die Installation des Servers, den Sie anschließend durch Eingabe des Befehls reboot neustarten. Nach dem Hochfahren bekommen Sie wie bei Linux üblich das Boot-Menü von Grub zu sehen (Abbildung 10).

Abbildung 9: Der Assistent führt Sie auch durch die Einrichtung der Festplatte.

Abbildung 9: Der Assistent führt Sie auch durch die Einrichtung der Festplatte.

Abbildung 10: Das Boot-Menü der virtuellen Maschine.

Abbildung 10: Das Boot-Menü der virtuellen Maschine.

VM verwalten

Im Frontend Virtual Machine Manager markieren Sie die virtuelle Maschine und klicken auf den Play-Button, um sie einzuschalten. Sobald Sie auf Öffnen klicken, blendet die Software die Konsole der virtuellen Maschine ein. Auf der Konsole benutzen Sie dagegen das Tool Virsh, um die interaktive Sitzung zu starten. Die Virsh-Sitzung verlassen Sie durch Eingabe des Befehls exit.

Falls Sie die Programme ohne Administratorrechte starten, erhalten Sie nur Zugriff auf die von Ihnen erstellten Maschinen, deren Images unter ~/.local/share/libvirt/images/ liegen. Bei Benutzern mit Administratorrechten legt Virsh die Images unter /var/lib/libvirt/images/ ab.

Einen Überblick über die virtuellen Maschinen verschaffen Sie sich mit dem Kommando aus der ersten Zeile von Listing 5. Sie starten die virtuelle Maschine durch Eingabe der ID oder des Namens (zweite Zeile). Falls Sie die Maschine nur hochfahren möchten, verzichten Sie auf den Parameter --console.

Listing 5

Virtuelle Maschinen verwalten

virsh # > list --all
virsh # > start Name --console
virsh # > destroy Name

Um die virtuelle Instanz zu stoppen, geben Sie in der Konsole der VM mit Root-Rechten den Befehl halt ein, woraufhin die Maschine herunterfährt. Geben Sie in einem neuen Terminal den Unterbefehl list --all ein, stellen Sie fest, dass die Maschine noch läuft. Um sie endgültig auszuschalten, nutzen Sie den Befehl aus der letzten Zeile von Listing 5.

TIPP

Informationen zu weiteren Befehlen blenden Sie während der Virsh-Sitzung mittels help ein.

Auch die virtuellen Netzwerke verwalten Sie bei Bedarf mit Virsh. Mit dem Kommando aus der ersten Zeile von Listing 6 verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuelle Konfiguration. Ist das gewünschte Netzwerk nicht aktiv, starten Sie es mit dem Kommando aus der zweiten Zeile, sonst läuft auch die VM nicht wie gewünscht. Bei Bedarf sorgen Sie dafür, dass das virtuelle Netzwerk nach jedem Neustart automatisch zur Verfügung steht (letzte Zeile).

Listing 6

Netzwerke verwalten

virsh # > net-list --all
virsh # > net-start Name
virsh # > net-autostart Name

Webserver einrichten

Als Webserver dient in unserem Beispiel Apache, den Sie unter Alpine Linux mit wenigen Befehlen installieren. Sie spielen das Paket durch Eingabe von apk add apache2 in einem Terminal ein. Anschließend starten Sie den Dienst und geben außerdem an, dass er nach jedem Neustart aktiv sein soll (Listing 7).

Listing 7

Apache als Dienst

# rc-service apache2 start
# rc-update add apache2

Die IP-Adresse ermitteln Sie via ifconfig auf der Konsole der virtuellen Maschine (Abbildung 11). Sofern ein weiterer Computer in demselben Netzwerk angeschlossen ist, testen Sie von dort aus im Browser, ob der Webserver funktioniert (Abbildung 12).

Abbildung 11: Via <code>ifconfig</code> ermitteln Sie die Adresse der virtuellen Maschine im Netzwerk.

Abbildung 11: Via ifconfig ermitteln Sie die Adresse der virtuellen Maschine im Netzwerk.

Abbildung 12: Auf einem Rechner in demselben Netzwerk testen Sie, ob Sie den Apache-Webserver erreichen.

Abbildung 12: Auf einem Rechner in demselben Netzwerk testen Sie, ob Sie den Apache-Webserver erreichen.

Fazit

Sowohl der Virtual Machine Manager als auch die Kommandozeilenwerkzeuge ermöglichen das Einrichten einer virtuellen Maschine auf dem RasPi. Allerdings laufen diese unter Raspberry Pi OS auf veralteter Software und arbeiten langsamer, da das Betriebssystem keine Hardwarebeschleunigung für KVM bereitstellt.

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