Bevor Alpine Linux mit der Formatierung der virtuellen Festplatte fortfährt, bestätigen Sie das Löschen der Disk mit y (Abbildung 9). Daraufhin vollendet Alpine Linux die Installation des Servers, den Sie anschließend durch Eingabe des Befehls reboot neustarten. Nach dem Hochfahren bekommen Sie wie bei Linux üblich das Boot-Menü von Grub zu sehen (Abbildung 10).
VM verwalten
Im Frontend Virtual Machine Manager markieren Sie die virtuelle Maschine und klicken auf den Play-Button, um sie einzuschalten. Sobald Sie auf Öffnen klicken, blendet die Software die Konsole der virtuellen Maschine ein. Auf der Konsole benutzen Sie dagegen das Tool Virsh, um die interaktive Sitzung zu starten. Die Virsh-Sitzung verlassen Sie durch Eingabe des Befehls exit.
Falls Sie die Programme ohne Administratorrechte starten, erhalten Sie nur Zugriff auf die von Ihnen erstellten Maschinen, deren Images unter ~/.local/share/libvirt/images/ liegen. Bei Benutzern mit Administratorrechten legt Virsh die Images unter /var/lib/libvirt/images/ ab.
Einen Überblick über die virtuellen Maschinen verschaffen Sie sich mit dem Kommando aus der ersten Zeile von Listing 5. Sie starten die virtuelle Maschine durch Eingabe der ID oder des Namens (zweite Zeile). Falls Sie die Maschine nur hochfahren möchten, verzichten Sie auf den Parameter --console.
Listing 5
Virtuelle Maschinen verwalten
virsh # > list --all virsh # > start Name --console virsh # > destroy Name
Um die virtuelle Instanz zu stoppen, geben Sie in der Konsole der VM mit Root-Rechten den Befehl halt ein, woraufhin die Maschine herunterfährt. Geben Sie in einem neuen Terminal den Unterbefehl list --all ein, stellen Sie fest, dass die Maschine noch läuft. Um sie endgültig auszuschalten, nutzen Sie den Befehl aus der letzten Zeile von Listing 5.
TIPP
Informationen zu weiteren Befehlen blenden Sie während der Virsh-Sitzung mittels help ein.
Auch die virtuellen Netzwerke verwalten Sie bei Bedarf mit Virsh. Mit dem Kommando aus der ersten Zeile von Listing 6 verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuelle Konfiguration. Ist das gewünschte Netzwerk nicht aktiv, starten Sie es mit dem Kommando aus der zweiten Zeile, sonst läuft auch die VM nicht wie gewünscht. Bei Bedarf sorgen Sie dafür, dass das virtuelle Netzwerk nach jedem Neustart automatisch zur Verfügung steht (letzte Zeile).
Listing 6
Netzwerke verwalten
virsh # > net-list --all virsh # > net-start Name virsh # > net-autostart Name
Webserver einrichten
Als Webserver dient in unserem Beispiel Apache, den Sie unter Alpine Linux mit wenigen Befehlen installieren. Sie spielen das Paket durch Eingabe von apk add apache2 in einem Terminal ein. Anschließend starten Sie den Dienst und geben außerdem an, dass er nach jedem Neustart aktiv sein soll (Listing 7).
Listing 7
Apache als Dienst
# rc-service apache2 start # rc-update add apache2
Die IP-Adresse ermitteln Sie via ifconfig auf der Konsole der virtuellen Maschine (Abbildung 11). Sofern ein weiterer Computer in demselben Netzwerk angeschlossen ist, testen Sie von dort aus im Browser, ob der Webserver funktioniert (Abbildung 12).

Abbildung 12: Auf einem Rechner in demselben Netzwerk testen Sie, ob Sie den Apache-Webserver erreichen.
Fazit
Sowohl der Virtual Machine Manager als auch die Kommandozeilenwerkzeuge ermöglichen das Einrichten einer virtuellen Maschine auf dem RasPi. Allerdings laufen diese unter Raspberry Pi OS auf veralteter Software und arbeiten langsamer, da das Betriebssystem keine Hardwarebeschleunigung für KVM bereitstellt.








