Listing 2
$ pacmd list-sinks | grep name
name: <alsa_output.platform-soc_sound.stereo-fallback>
Die individuelle Namenszuordnung tragen Sie in die Konfigurationsdatei ~/.config/pulse/default.pa ein. Diese Datei öffnen Sie über nano ~/.config/pulse/default.pa im Pi-OS-Standardeditor, der sie bei Bedarf automatisch anlegt. Hier tragen Sie nun wie in Listing 3 gezeigt die Audiogeräte ein und vergeben einen leicht zu merkenden Namen dafür. Die Änderung speichern Sie mit [Strg]+[O] und [Eingabe] ab. Mit [Strg]+[X] beenden Sie den Editor wieder.
Listing 3
~/.config/pulse/default.pa
.include /etc/pulse/default.pa update-sink-proplist alsa_output.platform-bcm2835_audio.stereo-fallback device.description="HDMI" update-sink-proplist alsa_output.platform-bcm2835_audio.stereo-fallback.2 device.description="Onboard" update-sink-proplist alsa_output.platform-soc_sound.stereo-fallback device.description="WM8960-Hifi"
Konfiguration
Während USB-Geräte wahre Stromräuber sind, können Videokonferenzen den Raspi sogar lahmlegen. Spätestens seit Webex oder Zoom kommen Sie dazu beim RasPi 4 nicht ums Overclocking herum. Es empfiehlt sich, die Konfigurationsdatei /boot/config.txt zu bearbeiten, um den CPU-Takt auf über 2 GHz zu erhöhen und die Versorgungsspannung der CPU ein wenig nach oben zu drehen.
Außerdem sollte Sie die Turbo-Funktion aktivieren, sodass die CPU-Taktfrequenz nicht variiert, sondern immer mit dem Höchstwert arbeitet. Damit die angeschlossenen USB-Geräte immer über ausreichend Strom verfügen, sollte die Option max_usb_current aktiviert sein, die den maximal zur Verfügung stehenden Strom für USB-Geräte bereitstellt (Listing 4).
Listing 4
/boot/config.txt
[...] #Overclocking Raspi 4 gpu_freq=750 over_voltage=6 arm_freq=2000 force_turbo=1 [...] #Onboard-Sound dtparam=audio=on [...] #USB max_usb_current=1
Achtung
Durch Aktivieren des Turbo-Modus (force_turbo=1) bei gleichzeitig starker Überhöhung der CPU-Spannung (mehr als over_voltage=6) setzt der Raspberry Pi beim Anschalten unwiederbringlich ein sogenanntes Warranty Bit. Händler und Hersteller können so erkennen, ob der RasPi übertaktet war, und verweigern im Schadensfall eventuell die Garantie.
Achten Sie vor allem bei Videokonferenzen darauf, dass der RasPi 4 ausreichend gekühlt ist, sonst drohen spontane Abstürze. Eine passive Kühlung genügt zwar oft, doch es kann sein, dass die CPU des Raspberry Pi 4 dennoch die kritische Marke von 80 Grad Celsius knackt. Eine gute Alternative zu passiven Kühlern stellen aktive Kühler von Seeed [11] dar, die den RasPi 4 selbst unter Volllast auf mindestens 55 Grad abkühlen.
Da das Laufgeräusch des mitgelieferten Lüfters oftmals stört, empfiehlt es sich, diesen durch einen flüsterleisen Lüfter beispielsweise von Noctua [12] zu ersetzen. Außerdem verschlingen allein Webbrowser bei anspruchsvollen Aufgaben wie Videokonferenzen jede Menge Arbeitsspeicher, sodass hierfür am besten das RasPi-4-Modell mit 8 GByte Arbeitsspeicher zum Einsatz kommen sollte.
Praxistest
In unserem Praxistest sehen wir uns vier VoIP-Softphones an, die auf dem RasPi 3 und 4 laufen: Twinkle, Linphone, Jami sowie Yate. Abgesehen von der Option max_usb_current=1 wurden an der Konfigurationsdatei des RasPi 3 keine weiteren Änderungen vorgenommen. Beim RasPi 4 kam das aktuelle Flaggschiff mit 8 GByte Arbeitsspeicher zum Einsatz. Für einen kühlen Kopf sorgt der CPU-Kühler von Seeed in Kombination mit dem Lüfter von Noctua. Zum Vergleich der Audioqualität erweiterten wir den RasPi 4 außerdem mit der Waveshare-Soundkarte sowie der USB-Soundkarte Creative Sound Blaster (Abbildung 1).

Abbildung 1: Zum Testen wurden am RasPi 4 die Creative Sound Blaster, die Waveshare-Soundkarte sowie Kopfhörer von BigBen angeschlossen.
|
Merkmal |
Jami |
Linphone 4 |
Linphone 3 |
Twinkle |
Yate |
|---|---|---|---|---|---|
|
Version |
20210308 |
4.3.0 |
3.12 |
1.10.2 |
6.3.0 |
|
RasPi 3 |
– |
– |
++ |
+++ |
– |
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RasPi 4 |
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+++ |
+++ |
+++ |
– |
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Chat |
+++ |
+++ |
++ |
+ |
++ |
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Videotelefonate |
+++ |
+++ |
++ |
– |
– |
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Audiotelefonate |
++ |
+++ |
++ |
+ |
– |
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Einstellungen |
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– |
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Mikrofon/Ausgabe |
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o |
– |
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CPU-Verbrauch |
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RAM-Verbrauch |
o |
o |
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++ |
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NAT-Keepalive |
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– |
+++ |
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Verfügbarkeit |
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Raspberry Pi OS |
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– |
+++ |
+++ |
– |
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OpenSuse |
– |
+++ |
– |
+++ |
+++ |
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Manjaro |
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– |
– |
– |
– |
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Manuelle Installation |
o |
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o |
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Testergebnis |
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++ |
++ |
o |
Twinkle
Die VoIP-Software Twinkle [13] lässt sich unter OpenSuse oder Raspberry Pi OS über den Paketmanager installieren. Bei Bedarf spielen Sie die Software von Hand ein, was allerdings einige Patches erfordert, denn Twinkle wird seit Februar 2019 nicht mehr aktiv weiterentwickelt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Obwohl Twinkle ein NAT-Keepalive anbietet, landen Anrufe auf dem Anrufbeantworter des SIP-Anbieters.
Allgemeine Einstellungen nehmen Sie unter Bearbeiten | Systemeinstellungen vor. Beispielsweise wählen Sie das Audiogerät im Tab Audio aus, wobei Twinkle lediglich Alsa unterstützt. Änderungen an SIP-Konten machen Sie unter Bearbeiten | Benutzerprofil. Achten Sie darauf, zuvor das entsprechende SIP-Konto auszuwählen (bei Twinkle Profil genannt), damit es sich anpassen lässt.





