Collabora Online bietet dabei eine Versionshistorie, die Sie über das Menü Datei erreichen. Dabei erscheint rechts ein Anzeigebereich, in dem Sie die bisherigen Versionsschritte sehen, während diese links im Texteditor sichtbar werden.
Rechts im Fenster hinterlegen Sie gegebenenfalls über den Reiter Kommentar zusätzlich eine Anmerkung zur Änderung. Zudem sehen Sie über den Reiter Aktivität auch die einzelnen Aktionen im Kontext mit der geöffneten Datei. Dort erscheinen außerdem die Kommentare, sodass sich die gesamte Kommunikation und Dokumentenhistorie auf einen Blick nachvollziehen lässt (Abbildung 7).

Abbildung 7: Bei Bedarf lässt sich rechts im Fenster die komplette Bearbeitungshistorie eines Dokuments nachvollziehen.
Fazit
Debian “Buster” und Nextcloud – hier in der NextcloudPi-Distribution zusammengefasst – sowie Collabora Online geben ein in kleinen Gruppen durchaus sinnvoll einzusetzendes Gespann zum kollaborativen Arbeiten ab. Damit die Nutzung der Groupware-Lösung auf dem britischen Kleincomputer jedoch nicht zur Hängepartie ausartet, gilt es, einige Prämissen zu erfüllen.
So eignet sich eigentlich nur das Modell mit 8 GByte Arbeitsspeicher zum einigermaßen zügigen Arbeiten mit dem Groupware-Schwergewicht. Schon bei der Rechnervariante mit 4 GByte RAM ist ein ständiges Swappen zu beobachten, sobald Collabora Online ein Dokument geöffnet hat. Um Latenzen so gering wie möglich zu halten, sollten Sie zudem auf eine möglichst schnelle Speicherkarte achten oder besser externe Speichermedien nutzen.
Zu guter Letzt erfordert die Groupware-Lösung auch eine gewisse Einarbeitung, damit sowohl der Admin als auch die Nutzer die Möglichkeiten des professionellen Pakets ausschöpfen können. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, besitzt der Raspberry Pi durchaus das Potenzial, einen Intel- oder AMD-basierten Groupware-Server in kleinen Teams zu ersetzen. (cla/jlu)
Ubuntu Core
Ende März 2021 haben die drei Schwergewichte Canonical, Nextcloud und Collabora eine speziell für den Raspberry Pi angepasste Distributionsvariante von Ubuntu Core vorgestellt, die Nextcloud und Collabora Online als Gesamtlösung bereits integriert [5]. Das System basiert auf Ubuntu Core 18.
Im Test konnte die Lösung allerdings nicht überzeugen: Neben einer selbst auf dem Raspberry Pi 4 mit 8 GByte RAM überaus schwerfälligen Arbeitsweise missfällt vor allem die tiefe Integration in Canonicals Ökosystem. So funktioniert die Lösung nur, wenn man ein Ubuntu-Cloud-Konto besitzt und die Single-Sign-on-Infrastruktur von Canonical nutzt.
Dabei protokolliert Canonical zahlreiche Betriebsdaten und übermittelt diverse Systeminformationen in die Cloud. Es drängt sich zwangsläufig der Eindruck auf, dass es primär darum geht, Nutzer an die Cloud-Dienste von Canonical heranzuführen und sie an das Unternehmen zu binden. Zudem bleibt die Software aufgrund der enormen Schwerfälligkeit weit entfernt von einer effizienten Einsatzmöglichkeit. Wir raten daher derzeit eher zu NextcloudPi.
Infos
- NextcloudPi: https://ownyourbits.com/nextcloudpi
- Integration von Collabora Online in Nextcloud: https://nextcloud.com/de/collaboraonline
- Collabora CODE-Edition: https://www.collaboraoffice.com/de/code
- Microsoft-Repo: https://www.golem.de/news/visual-studio-code-nutzer-veraergert-ueber-microsoft-repo-in-raspberry-pi-os-2102-154071.html
- Ankündigung von Canonical: https://ubuntu.com/blog/canonical-collabora-nextcloud-deliver-work-from-home-solution-to-raspberry-pi-and-enterprise-arm





